Chronologie der Krise

Wie aus einer Immobilienblase eine Weltwirtschaftskrise wurde…

Deutschland: Betonmaschinen-Hersteller Schwing mit Entlassungen

Posted by hw71 - 19. März 2010


50% Umsatzrückgang sind halt auch eine „Hausnummer“… 😦 Gefunden bei derwesten.de:

Unternehmen

Schwing entlässt 120 Mitarbeiter

Herne, 19.03.2010, Michael Muscheid

Herne. Der Betonmaschinen-Hersteller Schwing hat 120 seiner knapp 1000 Mitarbeiter entlassen. Damit ist auch klar: Der Kraftakt, das krisengeschüttelte Unternehmen ohne betriebsbedingte Kündigungen wieder auf Kurs zu bringen, ist gescheitert.

Seit Jahresbeginn hatte die Chefetage des Wanne-Eickeler Traditionshauses mit der IGMetall und dem Betriebsrat über einen Sozialplan mit Interessenausgleich verhandelt, nun wurde die Belegschaft mit dem bitteren Ergebnis konfrontiert. „Die Stimmung“, so sagt es der sichtlich angeschlagene Betriebsratschef Peter Brauer vorsichtig, „ist gedrückt“. Um anzufügen: „Die Angst bleibt.“

Gemeint ist die Angst vor weiteren Einschnitten, und die kann und will Schwing-Prokurist Wolfgang Köster der Belegschaft nicht nehmen. Nach einem Umsatz-Minus um 50 Prozent habe auch die Kurzarbeit dem Unternehmen keine nachhaltige Besserung der wirtschaftliche Lage eingebracht: „Der Kostendruck ist und bleibt immens hoch.“ Ob die 120 Entlassungen sowie jene 15 Mitarbeiter, die das Unternehmen mittlerweile freiwillig verlassen haben, reichen, bleibe abzuwarten.

Wirtschafts- und Finanzkrise ist schuld

Schuld an der Misere, da sind sich Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter einig, sei allein die Wirtschafts- und Finanzkrise. Und nun seien es ausgerechnet die Banken gewesen, die Schwing Berater ins Haus geschickt hätten, um dem Betrieb das Einspar-Volumen und somit den Abbau der Arbeitsplätze zu diktieren – jene Banken also, die für die Krise verantwortlich sind, schimpft Betriebsratschef Brauer.

Mit wem man auch redet – Betriebsrat, Unternehmensführung, IG Metall – Entsetzen allenthalben über den Verlust der Arbeitsplätze und der meist langjährigen Kollegen. Immerhin: In den „knallharten Verhandlungen“, so Brauer, sei es gelungen, für die Entlassenen eine gute Transfergesellschaft zu finden, mit Laufzeiten bis zu einem Jahr. Außerdem gebe es eine besondere Regelung für ältere Mitarbeiter.

Beschäftigungsgarantie für 690 Mitarbeiter

„Man kann das Ganze nicht schön reden“, kommentiert IGMetall-Chefin Eva Kerkemeier die Einschnitte an der Heerstraße, doch sie habe Hoffnung, dass gerade durch die Vereinbarung viele der jetzt Entlassenen wieder anderswo unterkommen – wenn denn die Konjunktur anziehe.

Teil der Vereinbarung zwischen den Tarifparteien ist auch eine Beschäftigungsgarantie für 690 Mitarbeiter bis Ende 2010. Somit könnte Schwing weitere Jobs streichen. „Wenn wir es nicht unbedingt müssen“, kündigt Köster an, „gehen wir nicht an diese Schmerzgrenze.“ Nicht zuletzt wurde die Gründung einer „Zukunftswerkstatt“ vereinbart. Hier wollen Arbeitgeber wie Arbeitnehmer zusammen überlegen, wie Prozesse optimiert werden können, um die Kosten weiter zu drücken.

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