Chronologie der Krise

Wie aus einer Immobilienblase eine Weltwirtschaftskrise wurde…

Deutschland: Lomma GmbH meldet Insolvenz an…

Posted by hw71 - 19. März 2010


Wenn ein Unternehmen schon den Abwasserbescheid nicht begleichen kann, dann sieht es übel aus… 😦 Gefunden bei sz-online.de:

Donnerstag, 18. März 2010

(Sächsische Zeitung)

Lomma am Ende, aber noch mit Hoffnung

Jürgen Müller

Das Unternehmen hat Insolvenz angemeldet. Rotec in Radebeul ist jedoch nicht betroffen.

Was viele befürchtet hatten, ist nun eingetreten: Die Lomma GmbH hat Insolvenz angemeldet. Die Firma soll nach Informationen der SZ rund zehn Millionen Euro Schulden haben. Der Geschäftsbetrieb geht vorerst weiter. Ein Insolvenzplan soll das Unternehmen retten.

Gerüchte, dass es dem Unternehmen sehr schlecht geht, gab es schon lange. Doch der Geschäftsführende Gesellschafter Martin Spieß hat diese immer energisch dementiert. Noch im Oktober vorigen Jahres sagte der frühere VW-Manager der SZ, dass die Auftragslage für 2010 sehr gut sei. Gleichzeitig räumte Spieß damals ein, dass die Krise das Unternehmen hart getroffen habe. So hätten deutsche Großflughäfen, für die die Lomma Transportwagen herstellte, ihre Investitionen auf Null gefahren. Seit August vorigen Jahres herrscht im Unternehmen Kurzarbeit. Rund 40 Prozent der damals 86 Beschäftigten seien davon betroffen. Die Kurzarbeit wurde bis heute nicht aufgehoben. Argwohn erregte auch die Tatsache, dass die Firma Widerspruch gegen einen Abwasserbeitragsbescheid der Stadt Lommatzsch in Höhe von 280 000 Euro einlegte. Mit der Stadt einigte man sich schließlich auf Ratenzahlung.

Vorzeitig in Ruhestand

Auch Entlassungen hatte es gegeben. Spieß sprach davon, dass diese aber nichts mit der Krise zu tun hätten, sondern man sich von Mitarbeitern vor allem in der Verwaltung getrennt habe, die seinen Ansprüchen nicht gerecht worden seien. Inzwischen verließ auch der zweite Geschäftsführer Dietmar Lenk das Unternehmen. Lenk war ein Urgestein der Firma, hatte schon die Insolvenz des damaligen Dämpferbaus mitgemacht. Er ging vorzeitig in den Ruhestand. Äußern wollte er sich zu seinem Schritt gestern nicht. Auch weitere Mitarbeiter in führenden Positionen, so der Prokurist, schieden aus dem Unternehmen aus. Zuletzt hatte die Lomma weniger als 60 Beschäftigte.

Bis heute liegt die Bilanz des Unternehmens für 2008 nicht vor. Dies hätte eigentlich bis Ende vorigen Jahres geschehen müssen. Auch der Bonitätsindex verhieß nichts Gutes. Wirtschaftsfachleute hatten von Anfang an Bedenken. Die Firma setze auf extreme Wachstumsraten im zweistelligen Bereich. Würde dieses Wachstum nicht mehr erreicht, bräche das Unternehmen zusammen, warnten sie schon vor Jahren.

Bürgermeisterin optimistisch

Mit Bestürzung hat Bürgermeisterin Dr. Anita Maaß (FDP) gestern die Nachricht von der Insolvenz des Lommatzscher Unternehmens zur Kenntnis genommen. Die Lomma habe jedoch schon einmal eine so schwierige Situation gemeistert. „Ich hoffe, der Betrieb schafft es auch dieses Mal. Die Mitarbeiter der Lomma sind das eigentliche Kapital des Unternehmens. Ich hoffe, dass die Fähigkeiten und Spezialisierungen der Mitarbeiter die Lomma wieder aus der Krise bringen werden und dass die Produktion auch während der Insolvenz beibehalten werden kann“, sagte sie gestern.

Der Radebeuler Metallbaubetrieb Rotec ist nicht von der Insolvenz betroffen. Das bestätigte Susanne Spieß, die Ehefrau von Martin Spieß. Sie kaufte die Firma Rotec bereits vor Jahreswechsel aus der Lomma GmbH, zu der Rotec bis dahin gehörte.

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