Chronologie der Krise

Wie aus einer Immobilienblase eine Weltwirtschaftskrise wurde…

Deutschland: Hewlett Packard streicht Zuschüsse…

Posted by hw71 - 7. Mai 2010


Gefunden bei main-spitze.de:

RÜSSELSHEIM

„HP streicht und streicht“

06.05.2010 – RÜSSELSHEIM

Von Heinz Gaspar

EDS Kantinenzuschuss fällt weg / Mitarbeiter spenden beim Bratwurstessen für Rüsselsheimer Tafel

Wenn schon ihr Arbeitgeber kein soziales Engagement mehr zeigt, wollten dies wenigstens die Mitarbeiter der Firma Hewlett-Packard (HP) tun. In der gestrigen Mittagspause konnten die ehemaligen EDS-Beschäftigten vor dem Firmensitz in der Eisenstraße nicht nur eine von der Betriebskantine zubereitete Bratwurst erstehen, sondern gleich auch noch einen freiwilligen Spendenbetrag zugunsten der „Rüsselsheimer Tafel“ drauflegen. Dabei kamen 780 Euro zusammen. Aktueller Anlass für die Aktion ist, dass HP den bisher gezahlten Kantinenzuschuss gestrichen hat. Unter dem Strich geht es um eine Summe von etwa 15 000 Euro. „Für ein Unternehmen, das im letzten Jahr 7,3 Milliarden Dollar Gewinn gemacht hat, ist das einfach sozial unwürdig“, schimpfte die stellvertretende Vorsitzende des Betriebsrats Rüsselsheim, Bettina Kauß.

Seit rund 20 Jahren gab es für die EDS-Mitarbeiter in Rüsselsheim diesen Kantinenzuschuss – allerdings ohne, dass dies in einer Betriebsvereinbarung festgeschrieben war. Zuletzt handelte es sich um einen Betrag von 2,23 Euro, Azubis erhielten noch einmal gut einen Euro mehr. „HP streicht und streicht und streicht“, beschreibt Bettina Kauß die Praxis des Arbeitgebers, der auch schon die Bezuschussung eines Fitness-Kurses oder betriebliche Feiern eingestellt hat. Die Weiterzahlung des Kantinenzuschussses wäre auf der Basis des Gewohnheitsrechts zwar einklagbar, doch das müsste jeder Mitarbeiter für sich tun, macht Kauß deutlich, dass sich hier letztlich wohl der Arbeitgeber durchsetzen wird.

Noch härter trifft es Mitarbeiter, die ganz oder teilweise zuhause arbeiten, beziehungsweise ständig erreichbar sein müssen. Sie sollen künftig für ihre Telefonkosten selbst aufkommen. Darüber hinaus sind am Standort Rüsselsheim immer noch etwa 15 Beschäftigte von einer Kündigung bedroht, obwohl es im Unternehmen offene Stellen und auch Arbeit gibt, wie Bettina Kauß versicherte. Denn der für ganz Deutschland vereinbarte Personalabbau von 281 Personen konnte auf freiwilliger Basis nicht erreicht werden.

Von der Kürzung des Kantinenzuschusses abgesehen, befürchten die Beschäftigten, dass die Betriebskantine „ausgetrocknet“ werden soll. Bis auf diese steht das Haus Eisenstraße 58 mittlerweile nämlich leer. Und im ehemaligen Dorint-Hotel sei eine öffentliche Kantine für das gesamte Hasengrund-Gewerbegebiet zwar denkbar, ein Investor, der erst einmal rund 100 000 Euro aufbringen müsste, aber nicht in Sicht.

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