Chronologie der Krise

Wie aus einer Immobilienblase eine Weltwirtschaftskrise wurde…

England: Ökonomen warnen vor „double-dip“ Rezession…

Posted by hw71 - 5. Mai 2010


Gefunden bei handelsblatt.com:

03.05.2010

Großbritannien: Ökonomen warnen vor Double-Dip-Rezession

Die Wachstumsprognosen für Großbritannien bleiben ungünstig. Ökonomen erwarten nur eine sehr langsame Erholung. Auch die Arbeitslosigkeit soll weiter ansteigen. Dennoch drücken sich die britischen Wahlkämpfer vor Sparvorschlägen.

LONDON. Warnungen vor einem erneuten Abschwung setzen die Wahlkämpfer in Großbritannien unter Druck. So reduzierte das Institut für Wirtschafts- und Sozialforschung (NIESR) seine Wachstumsprognose für das laufende Jahr auf ein Prozent. Großbritannien werde aus der Rezession nur „herauskriechen“, erwarten die Ökonomen. Die Verbrauchernachfrage, die 70 Prozent der Wirtschaftsleistung ausmache, bleibe schwach, Einkommen stünden weiter unter Druck und die Arbeitslosigkeit werde bis 2011 auf 8,7 Prozent ansteigen. Schatzkanzler Alistair Darling geht derzeit noch von 1,5 Prozent Wachstum im laufenden Haushaltsjahr aus.

Vor einer „Double-Dip“-Rezession warnte nicht nur Premier Gordon Brown, der im Wahlkampf auf eine „Furchtstrategie“ setzt. Auch der Einrichtungshändler „Carpetright“, dessen Umsätze als zuverlässiger Wirtschaftsindikator gelten, erklärte, er habe noch nie erlebt, dass die Nachfrage im Januar und Februar so stark eingebrochen sei, wie Unternehmenschef Lord Harris sagte.

Für Ärger bei den Wahlkämpfern sorgten auch die Wirtschaftsprüfer von Pricewaterhouse-Coopers. In einem „geheimen“, möglicherweise über das Schatzamt der Presse zugespielten Bericht schreiben sie, eine stärkere Regulierung der Banken werde die Kreditvergabe einschränken und das Land erneut in die Rezession führen. Der Bericht wurde als politisches Manöver zurückgewiesen. „Die Banken halten mehr Kapital als vorgeschrieben, zahlen riesige Boni und verweigern kleinen und mittleren Unternehmen Kredit“, sagte der Finanzsprecher der Liberaldemokraten, Vince Cable. Er nannte den Bericht „tief anstößig“.

Trotz der Abschwung-Warnungen meiden die Parteien im Wahlkampf Hinweise auf notwendige Kürzungen. Tory-Chef David Cameron, der seinen Vorsprung in den Umfragen nun wieder ausbaut und möglicherweise am Freitag als neuer Premier in die Downing Street einzieht, sprach von „schwierigen und harten Entscheidungen“, weigerte sich aber am Sonntag in der BBC, neue Sparbereiche zu identifizieren. Er werde jeden Vorschlag ablehnen, „Dienste an vorderster Front zu kürzen“, betonte er.

Laut dem Institute for Fiscal Studies (IFS) haben die Tories bisher erst 18 Prozent der nach ihren Plänen notwendigen Ausgabenkürzungen identifiziert. Bei anderen Parteien ist der Anteil ähnlich. Das Institut für Wirtschafts- und Sozialforschung NIESR schloss sich der Kritik an den unzureichenden Plänen der Wahlkämpfer zum Abbau von Defizit und Schulden an und schlug eine Erhöhung der Einkommensteuer um sechs Prozentpunkte vor. Nur so könne die Wirtschaft für die nächste Rezession gerüstet werden.

Der Vorschlag des RBS-Chefstrategen Bob Janjuah, sofort nach der Regierungsübernahme den Internationalen Währungsfonds (IWF) um eine „Buchprüfung“ zu bitten, fand viel Anklang in Tory-Kreisen.

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