Chronologie der Krise

Wie aus einer Immobilienblase eine Weltwirtschaftskrise wurde…

Deutschland: Griechenland-Hilfe der Banken eine „mittelmäßige Nebelkerze“!

Posted by hw71 - 5. Mai 2010


Klare Worte – gefunden bei n-tv.de (Hervorhebungen von mir hinzugefügt):

Dienstag, 04. Mai 2010

Ackermanns Spendenmarathon – Die billige Griechen-Geste

von Nikolas Neuhaus

Deutschlands prominentester Banker stellt sich ins Rampenlicht und verspricht schwere Schützenhilfe für Griechenland. Hinter den warmen Worten steckt vor allem eines: Die Flucht einer Branche nach vorne, um möglichst billig aus der Griechenland-Krise zu kommen.

Ein Signal war der Finanzbranche wichtig: Sie will sich nach Worten von Deutsche-Bank-Chef Ackermann mit „erheblichen Summen“ an den Hilfen für Griechenland beteiligen, und auch die Deutsche Bank selbst werde einen „substanziellen Beitrag“ leisten. Nicht schon wieder soll der Eindruck entstehen, als würden die Banken nach prächtigen Gewinnen verbrannte Erde hinterlassen und der Politik den Besen in die Hand drücken. Wer sich die Versprechen der Banker jedoch im Detail anschaut, muss zu dem Schluss kommen, dass selbst die Besen dem Steuerzahler in Rechnung gestellt werden sollen.

Konkret wollen die Banken Griechenland dadurch unterstützen, dass sie Anleihen der Staatsbank KfW kaufen, mit denen die Hellas-Hilfen finanziert werden sollen. Ein Zeichen von Wagemut ist das nicht, denn sicherere Papiere für die Geldanlage werden Banken dank der staatlichen Ausfallgarantie wohl nicht finden. Vielmehr riecht es nach einem guten, zumindest aber unbedenklichen Geschäft für die Finanzhäuser.

Darüber hinaus wollen die Banken bestehende Kreditlinien für Griechenland und die griechischen Banken verlängern – jedoch nicht ohne Wenn und Aber, sondern „nach aller Möglichkeit“. Im Klartext heißt das: Wenn es den Bankern zu heiß wird und das Geld zu versacken droht, ist Schluss mit der Solidarität. Frisches Geld fließt dadurch so oder so nicht nach Athen, denn es geht nicht um zusätzliche Kredite, sondern ausschließlich um Kredite, die die Finanzhäuser den Griechen in besseren Zeiten eingeräumt haben.

Wachsweiche Worte

„Es ist außerordentlich wichtig, dass wir dieses Haus, das begonnen hat zu brennen, jetzt wirklich löschen“, sagte Ackermann. Die Adresse des Hauses erwähnte Ackermann nicht. Ein Schelm, wer Böses denkt. Aber nochmal im Klartext: Konkrete Summen? Unbekannt. Konkrete Namen? Noch nicht. Konkrete Maßnahmen? Fehlanzeige.

Bravo!

Wenn die Bankenbranche ein Signal der Solidarität senden wollte, dann hat sie es kräftig verbockt. Wenn sie jedoch eine mittelmäßige Nebelkerze werfen wollte, um die kommenden Tage bis zur NRW-Wahl ohne größere Blessuren durch wahlkämpferische Forderungen nach Zwangsabgaben der Finanzhaie zu überleben, dann hat sie ihre Aufgabe passabel gelöst. Eine gute Nachricht ist das jedoch weder für die Griechen noch den deutschen Steuerzahler.

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