Chronologie der Krise

Wie aus einer Immobilienblase eine Weltwirtschaftskrise wurde…

Spanien: Gerüchte über Hilfsanfragen belasten Börsen…

Posted by hw71 - 4. Mai 2010


Gefunden bei tagesanzeiger.ch:

Angst drückt Börse

Aktualisiert um 18:08 Uhr

Fällt nun auch Spanien? Zwar bestätigt eine Ratingagentur die Kreditwürdigkeit der Iberer. Anleger lassen sich aber davon nicht beruhigen. Im Gegenteil.

Befürchtungen über eine Ausweitung der Schuldenkrise Griechenlands auf andere Euroländer haben am Dienstag die Schweizer Börse belastet. Sie schloss auf breiter Front tiefer. Vor allem Finanztitel kamen europaweit unter Druck.

Dabei verlor der Leitindex SMI ( 6488.42 -1.81%) die noch verbliebene positive Jahresperformance und schloss um 1,8 Prozent tiefer auf 6488,42 Zähler. Der SMI hatte 2009 mit 6546 Punkten beendet. Der breite SPI notierte um 1,4 Prozent niedriger auf 5748,76 Zähler. Zum Jahresende stand er bei 5626 Punkten.

Braucht Spanien Geld?

Analysten begründeten den Rückgang mit Gerüchten um die finanzielle Situation von Spanien. So gab es an den Anleihemärkten offenbar Spekulationen darüber, dass Spanien die EU um ein Unterstützungspaket über 280 Milliarden Euro angefragt habe. «Gerüchte über ein Gesuch in dieser Grössenordnung, das den Kapitalbedarf von Griechenland massiv übertreffen würde, verunsichert natürlich die Aktienmärkte», sagte ein Händler in Zürich.

Die spanische Regierung hat inzwischen dementiert, nach dem Beispiel Griechenlands internationale Milliardenhilfen beantragen zu wollen. Entsprechende Spekulationen an den Finanzmärkten seien «absolut lächerlich», sagte der spanische Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero am Dienstag in Brüssel. Zugleich drückte Zapatero Sorge über das Geschehen an der spanischen Börse aus, wo es zuvor starke Kursverluste gegeben hatte. Zapatero griff die Spekulanten scharf an. «Jede Spekulation gegen die Euro-Zone ist unbegründet und unverantwortlich», sagte der Regierungschef. Er habe volles Vertrauen in die Stabilität Spaniens und auch Portugals. Beide Länder verzeichnen hohe Schulden. Spanien hat noch bis Ende Juni den rotierenden EU-Ratsvorsitz inne.

UBS: Gewisse Risiken in Spanien

Auch die UBS hatte heute Morgen angegeben, gewissen Risiken in Spanien ausgesetzt zu sein. Hingegen bezeichnete UBS-Finanzchef John Cryan das Verlustrisiko aufgrund des schlingernden griechischen Staatshaushaltes am Dienstagmorgen an einer Telefonkonferenz als «unerheblich». Dasselbe gelte auch für Portugal.

Am Dienstag erklärten sich deutsche Banken und Versicherer bereit, einen symbolischen Beitrag zur Überwindung der Krise zu leisten. Zahlen zum Umfang des Beitrags nannte der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, nach einem Spitzengespräch der Branche mit dem deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble aber nicht.

Euro unter Druck

Die Branche plant nach eigenen Angaben, bestehende Kreditlinien an Griechenland und dort beheimatete Banken bis 2012 aufrechtzuerhalten. «Ausserdem erklären wir uns bereit, zur Finanzierung des deutschen Beitrags auszugebende KfW-Anleihen zusätzlich zu bestehenden Engagements zu zeichnen», hiess es weiter.

Das immense Rettungspaket für Griechenland sorgte am Dienstag auch auf dem Anleihe- und Devisenmarkt für Unruhe. Der Euro ging gegenüber dem Dollar weiter auf Talfahrt. Er fiel in Frankfurt um mehr als einen US-Cent bis auf 1.3088 Dollar und war damit so günstig wie seit einem Jahr nicht mehr. Gegenüber dem Franken notierte er unverändert.

Griechenland nicht aus dem Schneider

Das Rettungspaket bedeutet nach Ansicht der Ratingagentur Moody’s nicht das Ende der Finanzkrise Griechenlands. Vieles hänge davon ab, ob die Regierung die scharfen Einsparungen umsetzen könne, sagte der Moody’s-Experte Tom Byrne. Schliesslich seien die geplanten Einsparungen für das Land «sehr hart».

Auch Analysten sehen Griechenland noch auf Jahre hinaus als Wackelkandidaten: «Kurzfristig ist das Risiko eines Zahlungsausfalls stark gesunken, mittelfristig sehen wir jedoch nach wie vor grosse Herausforderungen für Griechenland», sagte Klaus Wiener, Chefökonom von Generali Investments. «Hauptrisiko ist der politische Wille Griechenlands, den erforderlichen Konsolidierungsmarathon auch tatsächlich umzusetzen.» Im Sog der griechischen Schuldenkrise geraten auch andere Mittelmeerländer verstärkt unter Druck: Die Risikoaufschläge bei spanischen, portugiesischen und italienischen Staatsanleihen kletterten.

Fitch bekräftigt erstklassige Bonität Spaniens

Die Ratingagentur Fitch hat ihre erstklassige Note für die Kreditwürdigkeit Spaniens bekräftig. Auch der Ausblick bleibe stabil, sagte ein Sprecher der Agentur am Dienstag. Nach Griechenland und Portugal steht zunehmend auch Spanien an den Kapitalmärkten wegen seines hohen Defizits im Blickpunkt. Die Risikoaufschläge für zehnjährige spanische Staatsanleihen hatte sich am Morgen auf 110 Basispunkte im Vergleich zu deutschen Papieren ausgeweitet. Eine schlechtere Note für die Bonität hat höhere Kosten bei der Schuldenaufnahme zur Folge.

(cpm/sda)

Erstellt: 04.05.2010, 11:14 Uhr

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