Chronologie der Krise

Wie aus einer Immobilienblase eine Weltwirtschaftskrise wurde…

Deutschland: Einzelhandel setzt deutlich weniger um!

Posted by hw71 - 4. Mai 2010


Die „bösen Spekulanten“ sind ja laut Politiker an allem schuld – wahrscheinlich auch am mangelnden „privaten Konsum“… Gefunden bei manager-magazin.de:

04.05.2010

Konsumrezession

Einzelhandel setzt deutlich weniger um

Der Aufschwung geht am deutschen Einzelhandel vorbei. Was die Läden im Februar an Geschäft gewannen, verloren sie im März wieder. Nur wenige Sparten wie der Textil- und Bekleidungshandel legten zu. Volkswirte erwarten, dass der private Konsum in diesem Jahr die Wirtschaft bremst.

Wiesbaden – In Deutschland sind die Umsätze der Einzelhändler im März deutlich gesunken. Im Monatsvergleich seien die Umsätze saison- und kalenderbereinigt real um 2,4 Prozent zurückgegangen, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mit. Volkswirte hatten indes mit einem leichten Anstieg um 0,2 Prozent gerechnet. Nominal sanken die Umsätze um 1,8 Prozent. Damit wurde das im Februar erreichte Plus von 1,1 Prozent vollständig aufgezehrt.

Im Jahresvergleich legten die Einzelhandelsumsätze hingegen deutlich zu. Real betrug das Plus 2,7 Prozent, nominal gar 3,9 Prozent. Dies ist der größte Zuwachs seit eineinhalb Jahren. Allerdings hatte der März 2010 auch einen Verkaufstag mehr als der Vorjahresmonat. Die Ergebnisse basieren auf Daten aus sieben Bundesländern, in denen rund Dreiviertel des Gesamtumsatzes im deutschen Einzelhandel getätigt werden.

Den stärksten Zuwachs meldete zu Beginn des Frühlings der Textil- und Bekleidungshandel, der 9,5 Prozent mehr in den Kassen zählte als vor Jahresfrist. Der Umsatz mit Einrichtungsgegenständen, Haushaltsgeräten und Baubedarf legte um 6,8 Prozent zu. Supermärkte und Warenhäuser kamen auf ein Plus von 4,1 Prozent. Der Lebensmittelhandel insgesamt nahm 3,9 Prozent mehr ein. Dagegen sanken die Einnahmen im Internet- und Versandhandel: Die Firmen setzten 6,0 Prozent weniger um. Grund dafür dürfte das Aus für den einst größten deutschen Versandhändler Quelle sein, der in der zweiten Jahreshälfte 2009 pleite ging.

Von Januar bis März stagnierte der Umsatz im Vergleich zum ersten Quartal 2009. Real gab es ein Minus von 0,8 Prozent. Das Krisenjahr 2009 hatten die Einzelhändler mit dem stärksten Umsatzrückgang seit der Wiedervereinigung abgeschlossen. Die Einnahmen sanken um 2,9 Prozent. Für dieses Jahr rechnet der Einzelhandelsverband HDE mit stagnierenden Umsätzen.

Die Konsumrezession in Deutschland hat sich nach Einschätzung der Volkswirte von Unicredit im ersten Quartal fortgesetzt. Für das erste Quartal ergebe sich nach den Zahlen vom März ein deutlicher Rückgang um 0,9 Prozent, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Bankhauses. Im Verlauf des Jahres erscheine aber ein moderater Aufwärtstrend beim Konsum möglich. Grund sei unter anderem ein robuster Arbeitsmarkt. Darüber hinaus hätten sich auch die Einzelhändler in jüngsten Umfragen vorsichtig optimistisch gezeigt. Wegen der Schwäche zum Jahreswechsel dürfte der private Konsum die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts im Gesamtjahr aber spürbar belasten.

manager magazin mit Material von dpa-afx und reuters

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: