Chronologie der Krise

Wie aus einer Immobilienblase eine Weltwirtschaftskrise wurde…

Griechenland: Boni für pünktliches Erscheinen am Arbeitsplatz?!

Posted by hw71 - 3. Mai 2010


Der nachfolgende Artikel fasst nochmal die geplanten Änderungen zusammen – beim „Boni für pünktliches erscheinen am Arbeitsplatz“ musste ich aber dann doch 2x hinschauen…😉

Gefunden bei spiegel.de:

02.05.2010

Sparpläne

Griechen beschließen höhere Steuern und niedrigere Gehälter

Die netten Jahre sind vorbei. Finanzminister Papakonstantinou hat den Griechen sein Sparpaket für die Zukunft erläutert. Bis 2013 sieht es Kürzungen von 30 Milliarden Euro vor. Besonders Staatsbedienstete werden davon betroffen sein.

Athen – Das wird keine leichte Übung für Griechenland. Um den Staatshaushalt wieder auf solide Füße zu stellen, will die Athener Regierung bis 2013 im Haushalt 30 Milliarden Euro einsparen. Darauf verständigte sie sich mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF), der EU-Kommission und der Europäischen Zentralbank (EZB). Der griechische Finanzminister Giorgos Papakonstantinou erklärte den Bürgern am Sonntag, dass das Haushaltsdefizit bis 2014 von derzeit 13,6 auf 3 Prozent reduziert werden soll. Erste Details wie das gehen soll, gab der Minister inzwischen bekannt: weitere Steuererhöhungen, drastische Gehaltskürzungen und ein späterer Renteneintritt.

Auf Beamte kommen harte Einschnitte zu. Alle Staatsbediensteten erhalten acht Prozent weniger Lohn – im März hatten sie schon sieben Prozentpunkte verloren. Statt Weihnachtsgeld und 14. Monatsgehalt bekommen alle mit einem Gehalt unter 3000 Euro brutto pauschal 500 Euro zu Weihnachten, 250 zu Ostern und 250 Euro für den Urlaub. Auch die Pensionsregelung wird sich ändern. Bisher können Staatsdiener schon vor Erreichen des 50. Lebensjahres in den Ruhestand gehen. Diese großzügige Regelung ist ein Grund dafür, dass die staatlichen Rentenausgaben viel schneller steigen als in anderen EU-Ländern. Noch im Mai soll das Rentenalter angehoben und Frühpensionierung erschwert werden.

Auch auf Renten von mehr als 2500 Euro gibt es künftig kein Weihnachtsgeld und kein 14. Monatsgehalt mehr. Für alle anderen werden 400 Euro zu Weihnachten, 200 zu Ostern und 200 als Urlaubsgeld gezahlt. „Es ist nicht die Zeit an die politischen Kosten zu denken“, sagte der Finanzminister. Er werde alles tun, um das Land wieder auf den richtigen Weg zu bringen.

Zudem steigt zum zweiten Mal seit Jahresbeginn die Mehrwertsteuer um zwei Prozent, diesmal von 21 Prozent auf 23 Prozent. Der Finanzminister kündigte auch an, dass die Steuern für Luxusimmobilien und für den Besitz von Schwimmbädern und Luxusautos erhöht werden sollen. Um zehn Prozent werden die indirekten Steuern für Tabak, Spirituosen und Treibstoffe erhöht – die dritte Erhöhung seit Jahresbeginn. Außerdem sollen die Steuern auf Gewinne von Glücksspielen steigen.

Dramatischer Appell des Regierungschefs

Weiter im Visier der Regierung sind auch die Boni der Staatsbediensteten. Diese können bis zu 1300 Euro pro Monat ausmachen. Extrageld gibt es für Computerarbeit, Fremdsprachenkenntnisse oder das pünktliche Erscheinen am Arbeitsplatz. Forstbedienstete erhalten einen Bonus für das Arbeiten im Freien. Die Regierung hat bereits die meisten Bonuszahlungen um zwölf Prozent gekürzt.

Papakonstantinou konnte nicht sagen, wann Griechenland in der Lage sein wird, wieder alleine auf dem Markt Anleihen zu positionieren.

Zuvor hatte der griechische Ministerpräsident Georgios Papandreou in einer dramatischen Rede vor seinem Ministerrat gesagt: „Oberstes Gebot ist die Rettung des Vaterlandes.“ Aus diesem Grund habe er dem harten Sparprogramm zustimmen müssen. „Es stehen uns schwierige Jahre bevor. (…) Wir werden es schaffen.“ sagte Papandreou.

Bei dem Treffen der Euro-Finanzminister sollen nach Angaben von Diplomaten Kredite von mindestens 120 Milliarden Euro für drei Jahre beschlossen werden. Allein in diesem Jahr rechnen die Euro-Staaten mit 30 Milliarden Euro, davon 8,4 Milliarden aus Deutschland. Zusätzlich bekommt das vom Staatsbankrott bedrohte Land 15 Milliarden Euro vom Internationalen Währungsfonds (IWF). Papandreou

ler/dpa/Reuters

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