Chronologie der Krise

Wie aus einer Immobilienblase eine Weltwirtschaftskrise wurde…

Deutschland: Autozulieferer Brose schließt Werk Saarwellingen

Posted by hw71 - 2. Mai 2010


Gefunden bei saarbruecker-zeitung.de:

Brose schließt Werk Saarwellingen

Kunde Ford baut Türsysteme wieder selbst – 125 Arbeitsplätze gehen verloren

Von SZ-Redakteur Lothar Warscheid

Saarwellingen. Der Autozulieferer Brose schließt spätestens zu Beginn des kommenden Jahres sein Werk in Saarwellingen. Das teilte das Unternehmen auf Anfrage unserer Zeitung mit. Betroffen sind 125 Mitarbeiter. Seit 2003 hat Brose Türsysteme für die Ford-Produktfamilie Focus, die im Werk Saarlouis produziert wird, geliefert. Für den neuen Focus.III, dessen Produktion Ende dieses Jahres anläuft, hat Ford sich entschieden, die Türen als Einzelbauteile wieder im Werk zu produzieren.

„Diese Entscheidung fiel im Rahmen einer technologischen Veränderung von Modulen“, teilte ein Ford-Sprecher mit. Mit der Qualität der von Brose gelieferten Türen habe dies nichts zu tun. „Damit waren wir immer zufrieden.“

Alternative Aufträge nicht zu finden

„Wir haben alles daran gesetzt, die Werkschließung abzuwenden. Jedoch sind alternative Lieferaufträge zur wirtschaftlichen Auslastung des Werks seitens anderer Automobilhersteller im Standort-Umfeld nicht zu akquirieren“, betont der Werkleiter des Saarwellinger Brose-Werks, Joachim Hoff. Das Unternehmen liefert bisher Türsysteme Just-in-sequence (JIS) für die Ford-Modelle C-Max, Focus und Kuga.

„Maximal 60 Minuten nach Auftragseingang stehen die Erzeugnisse vorgeprüft und einbaufertig zum Einbau in die Fahrzeugtür im Ford-Werk Saarlouis bereit – und dies in fast 700 Varianten“, heißt es bei Brose. JIS heißt, dass Brose das gewünschte Türsystem so anliefert, dass es sofort eingebaut wird und der technischen Ausstattung dem gerade produzierten Auto entspricht.

Sozialplan für Arbeitnehmer

Mit den Arbeitnehmern hat man sich bereits auf einen Sozialplan geeinigt. „Das war nur möglich, weil bei Brose ein Betriebsrat existiert, mit dem diese Sozialplan-Verhandlungen geführt werden konnten“, betont Robert Hiry, 1. Bevollmächtigter der IG Metall-Verwaltungsstelle Völklingen. „Wir fordern von dem Unternehmen, dass es Sorge trägt, dass möglichst viele Mitarbeiter andere Arbeitsplätze in der Region erhalten.“ Brose beliefert an weltweit 47 Standorten in 21 Ländern mehr als 40 Fahrzeug-Hersteller. Die Unternehmensgruppe erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 2,6 Milliarden Euro. Das Familienunternehmen, das mehr als 100 Jahre alt ist, beschäftigt rund 15.000 Mitarbeiter und hat seinen Hauptsitz in Coburg. Unter den 100 umsatzstärksten Automobilzulieferern liegt es derzeit auf Platz 44.

Beitrag vom: 26.04.2010, 19:36

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