Chronologie der Krise

Wie aus einer Immobilienblase eine Weltwirtschaftskrise wurde…

Deutschland: Augsburg kürzt Löhne und streicht Stellen bei Altenheimen

Posted by hw71 - 2. Mai 2010


Gefunden bei augsbruger-allgemeine.de:

Sparbeschlüsse

Altenheime: Augsburg kürzt Löhne und streicht Stellen

27.04.2010 22:05 Uhr

Der Eigenbetrieb Altenhilfe der Stadt verursacht ein Riesendefizit. Mit fünf Millionen Euro schloss er 2009 ab. Jetzt kündigte Sozialreferent Max Weinkamm (CSU) erstmals an, dass womöglich Mitarbeiter bluten müssen. Neue Beschäftigte im Bereich Küche, Haustechnik und Reinigung sollen tariflich schlechter eingestuft werden. Die Gewerkschaft Verdi befürchtet, dass dies der Anfang weiterer massiver Einschnitte ist. Gewerkschaftssekretär Kai Winkler: „Unserer Erfahrung nach beginnt man mit diesem Bereich und weitet dann aus.“

In der Tat hat die Stadt ein fast 50-seitiges Papier von Werkleiter Martin Neumeier in der Schublade – Titel: „Bericht über die aktuelle Situation und Möglichkeiten der zukünftigen Gestaltung“. Es beinhaltet mögliche Maßnahmen für den Betrieb mit acht Heimen, in dem 670 Mitarbeiter 1200 Senioren betreuen.

Als Rechtsform wird laut Konzept eine GmbH angestrebt, die neben eigenständigem Handeln einen weiteren Vorteil hätte, nämlich: „Eigener tarifrechtlicher Wirkungskreis, notfalls: Sanierungstarif.“

Insgesamt hält Neumeier die Gebäude für „alt und nicht marktfähig“. Für Servatiusstift, Sparkassenheim und Schenkstift sieht er Ersatzbauten als Lösung, für die übrigen Umbau.

70 Prozent der Ausgaben sind Personalkosten. Als Probleme gelten Personalüberhang, hohe Fachkraftquote, hoher Altersschnitt und hohe Fehlzeiten. Hier will der Werkleiter ansetzen – mit „Freisetzung und Trennungsmanagement für ältere Mitarbeiter“, Neueinstellungen nur in Teilzeit, Gesundheitsmanagement sowie arbeitsrechtlichen Maßnahmen.

Weinkamm bezeichnet das unserer Zeitung vorliegende Papier als „reine Ideensammlung“. Große Teile habe man ad acta gelegt, weil sie nicht umsetzbar seien, andere Punkte nannte er dagegen „berechtigt“. Er betonte aber: Ein Personalabbau werde sozialverträglich und im Rahmen der natürlichen Fluktuation über die Bühne gehen (zum Beispiel Altersteilzeit). Von einer schlechteren tariflichen Einstufung seien nur neue Mitarbeiter und auf keinen Fall Pflegekräfte betroffen. Kündigungen seien ausgeschlossen.

Laut Gewerkschafter Winkler ist die Stimmung schon jetzt „eine Katastrophe“. Immer mehr Kolleginnen kämen zur Rechtsberatung.

Auch an anderen Stellen hakt es. So sollte die städtische Wohnungsbaugesellschaft für den abgerissenen Ostflügel des Anna-Hintermayr-Stifts einen Ersatzbau hinstellen. Es scheint aber nicht einmal klar, ob die Altenhilfe in der Lage ist, diesen rentabel zu bewirtschaften. Als Grund wird die Investitionspauschale, die die Bewohner zahlen müssen, angeführt. Man fürchte, sie wäre so hoch, dass man den Bau nicht voll bekommt. Das Beispiel des Dierig-Hauses der Arbeiterwohlfahrt zeigt allerdings: Auch mit einer der höchsten Investitionspauschalen in Augsburg kriegt man eine 100-prozentige Belegung hin.

Arbeit an der Qualität

Doch das Dierig-Heim genießt einen hervorragenden Ruf bezüglich Konzept und Qualität, während Heime der Stadt hinterherhinken. Zwar wurde in dieser Hinsicht viel unternommen, doch es gibt Entwicklungspotenzial. Die Noten, die der Medizinische Dienst der Krankenkassen seit neuestem vergibt, klaffen auseinander. So bekam das Sanderstift eine 1,7, das Sparkassenheim dagegen nur 3,2. Von Ute Krogull

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