Chronologie der Krise

Wie aus einer Immobilienblase eine Weltwirtschaftskrise wurde…

Argentinien vor Schuldenschnitt?

Posted by hw71 - 30. April 2010


Gefunden bei n-tv.de:

Freitag, 30. April 2010

Gläubiger sollen auf Hälfte verzichten – Argentinien vor Schuldenschnitt

Während in Europa um die finanzielle Zukunft Griechenlands gerungen wird, will Argentinien sich mit seinen Gläubigern auf einen hart umrungenen Schuldenschnitt einigen. Acht Jahre nach der Staatspleite sollen Investoren auf rund die Hälfte ihrer Ansprüche verzichten, um dem Land den Weg zurück an den Kapitalmarkt zu ermöglichen.

Argentinien bringt seine geplante Umschuldung voran und will das Angebot ab der kommenden Woche seinen Gläubigern unterbreiten. Wirtschaftsminister Amado Boudou will den Plan zunächst am Montag in Rom vorstellen, am Dienstag und Mittwoch in London und in der darauffolgenden Woche in New York.

Die Investoren der nicht bedienten Anleihen im Umfang von 20 Mrd. US-Dollar haben bis zum 7. Juni Zeit, den Abschlägen zuzustimmen. Analysten zufolge bietet das lateinamerikanische Land für jeden investierten Dollar etwa 52 Cent an.

Teurerster Staatsbankrott

Argentinien war im Jahr 2002 mit einem Schuldenberg von 100 Mrd. US-Dollar zahlungsunfähig geworden, der bislang teurerste Staatsbankrott in der Geschichte. In diesem Jahr muss das Land rund 15 Mrd. US-Dollar neu finanzieren. Zudem hat die Regierung wegen Wahlen im kommenden Jahr Ausgabensteigerungen von 30 Prozent eingeplant. Sie will sich bald mit den Gläubigern einigen, um nach achtjähriger Pause an den Kapitalmarkt zurückkehren zu können.

Die argentinische Pleite weist erstaunliche Parallelen zur aktuellen Krise in Griechenland auf. In beiden Fällen handelt es sich um hoffnungslos überschuldete Länder, die ihre währungspolitische Souveränität aufgegeben haben. Anders als Argentinien dürfte Griechenland als Teil einer Währungsunion jedoch am Kollaps vorbeischrammen.

Die Zahlungsunfähigkeit in Argentinien löste damals schwere Unruhen aus. Supermärkte wurden geplündert, mehrere Demonstranten getötet. In den Wochen um den Jahreswechsel 2001/2002 lösten sich insgesamt fünf Präsidenten ab. Argentinien gab die Dollar-Bindung schließlich auf und wertete die Landeswährung Peso um 65 Prozent ab.

nne/rts/AFP

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