Chronologie der Krise

Wie aus einer Immobilienblase eine Weltwirtschaftskrise wurde…

Griechenland: „Abfluss privater Spareinlagen“ bei griechischen Banken…

Posted by hw71 - 29. April 2010


Auf gut Deutsch „Bankrun“! Hier sollte man ein verstärktes Augenmerk drauf haben – denn wie bereits früher geschrieben ( => „Griechenland: Banken in desolatem Zustand…„), haben sich die griechischen Banken (auf Befehl?) den Bauch mit griechischen Staatsanleihen vollgesaugt und das rächt sich nun. Und wenn die griechischen Banken umgehen, dann dauert es nicht lange, bis auch in anderen Ländern die Leute vor den Banken stehen und an ihr Erspartes wollen => das kann sich ganz schnell zu einem Flächenbrand ausweiten!

Gefunden bei handelsblatt.com:

29.04.2010 14:39 Uhr

Risiken: Die Banken sind Griechenlands Achillesferse

Die Lage in Griechenland spitzt sich zu. Die Vertrauenskrise in den Staat schlägt mittlerweile voll auf die Banken durch. Die griechischen Kreditinstitute bekommen von ausländischen Geldhäusern praktisch kein Geld mehr. Ihre Schieflage könnte die Rettung des Landes drastisch verteuern.

von Yasmin Osman und Donata Riedel

FRANKFURT/BERLIN. Für die Kreditinstitute wird es immer schwerer und teurer, sich zu finanzieren. Die Bundesregierung macht sich nach Angaben aus Regierungskreisen ernste Sorgen um die Stabilität der griechischen Institute. Sie befürchtet, dass diese gar nicht auf die Rettung des Landes warten können. Am 10. oder 12. Mai plant die Europäische Union einen Sondergipfel, am 19. Mai muss das Land eine Anleihe ablösen. Das ist spät, warnt ein Bankmanager: „Ich glaube nicht, dass die griechischen Banken das bis zum 12. Mai durchhalten“, sagt er.

Eine Schieflage der griechischen Banken hätte gravierende Folgen: „Wenn die Banken umkippen, dann muss der griechische Staat sie stützen, hat aber gar nicht das Geld dafür“, sagte der Banker. Auch politisch wäre das gravierend. „Wenn die griechischen Bürger auch noch ihre Ersparnisse verlieren, dann bekommen sie da wirklich Anarchie“, heißt es in Finanzkreisen.

Die Vertrauenskrise in den Staat schlägt mittlerweile voll auf die griechischen Banken durch. Zwar finanzierten sich die Institute bislang vor allem über Spareinlagen ihrer Kunden, doch diese fließen zunehmend ab. „Das unmittelbarste Problem der Banken ist derzeit der Abfluss privater Spareinlagen, schreiben die Analysten von Creditsights. Vom Kapitalmarkt sind die Institute praktisch ausgeschlossen. „Die europäischen Banken vertrauen Griechenland und Portugal nicht mehr“, sagt ein Banker. Deshalb bekämen auch die Banken dieser Länder kein Geld mehr.

Die Auslandsverschuldung griechischer Banken beziffert die Ratingagentur Standard & Poor?s auf 112,9 Mrd. Euro, von denen vier Fünftel kurzfristig sind. Doch derzeit können die griechischen Institute ihren Kapitalbedarf daher nur durch Kredite der Europäischen Zentralbank (EZB) abdecken. Ende Dezember finanzierten die vier größten griechischen Banken acht Prozent oder 36 Mrd. Euro ihrer Bilanzsumme über die EZB, schreibt Creditsights. Bei spanischen Banken sind es nur zwei Prozent.

Am Dienstag unterlegte die griechische EFG Eurobank eine knapp drei Mrd. Euro große Anleihe mit Staatspapieren, um sie bei der EZB einzureichen. Denn die EZB verleiht ihr nur Geld gegen Sicherheiten – wie zum Beispiel griechische Staatsanleihen. Da deren Wert aber gesunken ist, haben die Banken immer weniger Material, das sie gegen Kredite eintauschen können. Willem Buiter, Chefvolkswirt der Citigroup, warnt, dass den griechischen Banken die Sicherheiten ausgehen könnten, mit denen sie sich EZB-Mittel beschaffen dürfen.

Richtig problematisch würde es für griechische Banken bei einer Umschuldung. Sie besitzen rund 42 Mrd. Euro an Staatsanleihen. „Nach unseren Berechnungen haben die vier größten Institute des Landes acht bis zehn Prozent ihrer Bilanzsumme in griechischen Staatsanleihen angelegt“, sagt Fitch-Analyst Christian Kündig. Käme es zu einem Schuldenschnitt müssten drei der vier größten Institute rekapitalisiert werden, schreibt die Citigroup. Dies gilt als ein Grund dafür, dass die griechische Regierung sich gegen eine Umschuldung sträubt. Die vier größten Banken sind National Bank of Greece, EFG Eurobank, Alpha Bank und Piraeus Bank.

Längst ist das Problem nicht mehr auf griechische Banken beschränkt. Auch Portugal und seine Banken gelten als nicht mehr kreditwürdig, heißt es in Finanzkreisen. In Portugal sind deutsche Banken noch stärker als in Griechenland engagiert: Während sie in Griechenland Ende 2009 etwa 45 Mrd. Dollar an die öffentliche Hand, Banken und Unternehmen verliehen hatten, waren es in Portugal 47,4 Mrd. Dollar.

Bisher mussten deutsche Banken griechische Bonds im Wert korrigieren: Es gab keine Umschuldung. Falls die Bonds im Handelsbestand liegen, müssen die Banken aber Kursverluste bilanzieren. Doch die meisten halten solche Anleihen im Bankenbuch. Dort können sie das ignorieren. Das schlechte Rating – seit Dienstag gelten griechische Anleihen als Ramsch – kann in einigen Fällen Folgen für die Eigenkapitalunterlegung haben. Sie steigt, wenn die Bonität eines Papiers sinkt. Doch das gilt nur für Banken, die einen fortgeschrittenen Bewertungsansatz verfolgen. Kleine Banken, die das Standardverfahren nutzen, müssen europäische Anleihen gar nicht mit Kapital unterlegen.

Eine Antwort to “Griechenland: „Abfluss privater Spareinlagen“ bei griechischen Banken…”

  1. […] } Wie im Artikel “Griechenland: “Abfluss privater Spareinlagen” bei griechischen Banken…” schon beschrieben, stand es auch für das griechische Bankensystem letzte Woche nicht […]

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: