Chronologie der Krise

Wie aus einer Immobilienblase eine Weltwirtschaftskrise wurde…

Geld anlegen, aber wo? Die Antwort lautet: Gold!

Posted by hw71 - 29. April 2010


Einen Teil in Edelmetalle – auch wenn’s keine Zinsen bringt(!) Ist aber gerade für ältere Leuten nicht immer einfach nachzuvollziehen (warum auch immer)… Gefunden bei handelsblatt.com:

29.04.2010 13:33 Uhr

Geld anlegen, aber wo?: Die Antwort lautet: Gold!

An den Finanzmärkten herrscht Nervosität. Wo soll man sein Geld jetzt anlegen? Das fragen sich auch diejenigen, die das Geld der Reichen verwalten. Auf einem Kongress in Frankfurt haben sich Vermögensverwalter getroffen, um über die richtige Strategie zu diskutieren. Das Ergebnis: Vorsicht bei Staatsanleihen, zugreifen bei erstklassigen Aktien und Gold.

von Jörg Hackhausen

FRANKFURT. Wenn die Lage besonders ernst ist, hilft Galgenhumor manchmal weiter. Wie sonst ließe sich erklären, dass gleich zum Auftakt des European Asset Management Congress in Frankfurt herzlich gelacht wird. Während an den Märkten gerade die Hölle los ist, kommt die Elite deutscher Vermögensverwalter am Mittwochnachmittag in der Hauptverwaltung der Bundesbank zusammen.

Als einer der Ersten ergreift Bert Flossbach, Vorstand und Gründer der Vermögensverwaltung Flossbach & von Storch, das Wort. „Ich war gerade vier Tage in Athen, um nach dem Rechten zu sehen.“ Freudiges Gelächter im Publikum. Wenn es nur so einfach wäre. Hinfahren, nach dem Rechten sehen – und das zurückholen, was verloren gegangen ist. Für jeden der gut 130 Männer in den dunklen Anzügen geht es um viel. Sie tragen die Verantwortung für das Geld ihrer betuchten Kundschaft.

Für Flossbach gibt es nur einen Ausweg: „Ein Schuldenschnitt ist völlig unvermeidlich, auch im Sinne der Griechen. Es wäre fatal, wenn wir das Fass ohne Boden weiter mit gutem Geld füllen würden.“ Das Land werde sich weder über Sparmaßnahmen noch über Steuererhöhungen aus seiner Finanzmisere befreien können.

Einmal in Fahrt redet der Vermögensverwalter aus Köln seinen Kollegen ins Gewissen. Es sei erschreckend, wie sehr sich Investoren auf das Urteil von Ratingagenturen verließen. „Was machen wir eigentlich? AA, BB, das ist nicht mehr als einfaches Buchstabieren. Das intellektuelle Niveau ist auf Grundschulniveau gesunken“, sagt Flossbach. Eine Anlageentscheidung allein aufgrund der Note einer Ratingagentur zu treffen, sei bei seiner Vermögensverwaltung verboten. Im Falle Griechenlands hätten die Agenturen viel zu spät reagiert.

Griechenland ist das alles beherrschende Thema auf dem Kongress der Geldverwalter. Seitdem die Ratingagentur S&P die Bonität für das südeuropäische Land auf Ramschniveau gesenkt hat, herrscht an den Finanzmärkten Unruhe. Staatsanleihen sind unter Druck geraten. Früher galten Staaten in Krisenzeiten als beste Schuldner, als letzte Zuflucht. Doch damit ist es vorbei. Das Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit von Staaten bröckelt.

Unter den Vermögensverwaltern ist die Zurückhaltung gegenüber Staatspapieren deutlich zu spüren. Am besten kommt noch die deutsche Bundesanleihe weg. Ansonsten dominiert die Furcht vor den langfristigen Folgen der steigenden Verschuldung. Wenn überhaupt, dann empfehlen die Experten Staatsanleihen mit kurzen Laufzeiten.

Aber wo sonst legen sie das Geld ihrer Kunden an? „In letzter Zeit ist es wesentlich schwieriger geworden, diese Frage zu beantworten“, sagt Jens Ehrhardt, Vorstand und Gründer DJE Kapital. Ehrhardt zählt zu den angesehensten seiner Zunft, seit mehr als 40 Jahren ist er im Geschäft. Er ist keiner, der sich um eine Antwort herumdrückt, auch wenn die Zeiten schwierig sind. Seine Antwort lautet: Gold!

Der Goldpreis ist zuletzt stetig gestiegen. In dieser Woche kostete eine Unze des Metalls mehr als 1150 Dollar, in Euro gerechnet war es sogar der höchste jemals erzielte Preis. Gold sei nach wie vor unterrepräsentiert in den Depots der Anleger, sagt Ehrhardt. Der positive Trend werde sich fortsetzen. Sobald sich aber die Masse für ein Thema interessiere, müsse man vorsichtiger werden. „Mich stört etwas, dass man Gold inzwischen an Bahnhöfen oder Flughäfen am Automaten kaufen kann.“ Auch Rolf Banz, Chief Investment Architect von Pictet & Cie, hat seine Liebe zum Gold entdeckt. „Ich hätte vor zehn Jahren nie gedacht, dass ich das mal über die Lippen bringe. Aber in der jetzigen Situation ist Gold eine Alternative“.

Überhaupt scheint unter den Vermögensverwalter seltene Einigkeit zu herrschen. Neben Gold wird immer wieder eine weitere Anlageklasse genannt. „Man sollte sich auf die Seite der Aktien schlagen“, sagt Klaus Kaldemorgen, Sprecher der Geschäftsführung von DWS Investment. In Zeiten, in denen andere Investments zu riskant sind oder kaum Rendite abwerfen, setzen die Asset Manager verstärkt auf Aktien. Allerdings mit Einschränkungen.

Angesagt sind zum einen die Papiere erstklassiger Unternehmen mit hoher Dividende. „Die Gewinne der Unternehmen dürften auf absehbare Zeit stabil bleiben. Europäische Firmen profitieren vom fallenden Euro, weil sie dadurch mehr exportieren können“, sagt Ehrhardt. Zum anderen richtet sich der Blick auf die Schwellenländer. Auch wenn die Märkte in China, Brasilien oder Indien schon deutlich gestiegen sind, sei hier immer noch etwas zu holen, sagen mehrere Experten übereinstimmend.

„Das Potenzial in den Industrieländern ist begrenzt, die stärkere Dynamik geht von den Schwellenländern aus. Bei manchen muss man sich fragen, ob sie überhaupt noch Schwellenländer sind“, sagt Heiko Beck, Bereichsleiter Produktmanagement für Privat- und Geschäftskunden der Commerzbank.

Am Ende überrascht Ehrhardt mit einem weiteren Argument für die Emerging Markets: „Mir gefällt die Intransparenz der Märkte.“ Das dürften bisher die wenigsten als Vorteil gesehen haben. Ein Raunen geht durch das Publikum. Doch das Erstaunen weicht schnell, als Ehrhardt ergänzt: „Dadurch kann man Werte entdecken, die noch nicht jeder kennt.“

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