Chronologie der Krise

Wie aus einer Immobilienblase eine Weltwirtschaftskrise wurde…

„Todesfalle Schulden“: Staaten droht ein Teufelskreislauf

Posted by hw71 - 25. April 2010


Gefunden bei diepresse.com:

„Todesfalle Schulden“: Staaten droht Teufelskreislauf

22.04.2010 | 12:03 | (DiePresse.com)

Steigt die Staatsverschuldung über 90 Prozent an der Wirtschaftsleistung, bremse sich das Wachstum ein, warnt US-Ökonom Kenneth Rogoff. Die USA drohen die 90-Prozent-Schwelle bereits 2010 zu erreichen.

„Wenn die Schuldenquote im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung über 90 Prozent steigt, wirkt das wie eine Bremse“, warnt der US-Ökonom Kenneth Rogoff laut „Handelsblatt“. Rogoff und seine Kollegin Carmen Reinhart haben in ihrem heute auf deutsch erschienenen Buch „Dieses Mal ist alles anders“ hunderte Finanzkrisen der letzten achthundert Jahre untersucht. Sie konnten dabei einen brisanten Zusammenhang zwischen der Schuldenlast eines Staates und dem Wirtschaftswachstum feststellen.

„Nach einer Bankenkrise folgt eine Welle an Verschuldungskrisen von Staaten, das haben unsere historischen Untersuchungen ergeben. Im Schnitt ist drei Jahre nach der Bankenkrise die Verschuldung fast drei Mal so hoch“, sagt Rogoff weiter.

Schulden steigen und steigen

Ein Blick auf die aktuelle Lage Griechenlands zeigt, dass das Problem akut ist. Die hellenische Staatsschuldenquote beträgt 120 Prozent des BIP und ist die höchste innerhalb der EU.

Gemäß dem Internationalen Währungsfonds IWF ist aber auch in den USA die Staatsverschuldung allein in den vergangenen drei Jahren von rund 60 Prozent an der Wirtschaftsleistung auf knapp 85 Prozent gestiegen, berichtet „boersego.de“. Und: Der IWF geht für die USA bereits im Jahr 2010 von einem Überschreiten der 90-Pozent-Schwelle aus. Darüber hinaus dürften die G20-Staaten laut IWF-Prognosen bis 2014 im Schnitt bereits mit 118 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung verschuldet sein. Österreichs Staatsverschuldung soll 2011 rund 82 Prozent betragen.

„Todesfalle Schulden“

Rogoff und Reinhart stehen damit im Widerspruch zu Ökonomie-Nobelpreisträger Paul Krugman. Dieser fordert weitere Staatsausgaben, um die Konjunktur wieder zu beleben. Er nimmt dabei bewusst einen Anstieg der Staatsverschuldung von ein bis zwei Prozent am Bruttoinlandsprodukt in Kauf.

Unterstützung erhalten Rogoff und Reinhart mittlerweile jedoch von prominenter Seite. Laut dem Blogger Markus Schuller drückt auch die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in einem Working Paper ihre Befürchtung aus, dass sich entwickelte Volkswirtschaften vermehrt dem Risiko eines „Teufelskreislaufes“ aussetzen. Schuller zufolge gelangen auch IWF und OECD zu ähnlichen Ergebnissen. Der renommierte US-Ökonom Nouriel Roubini spricht im Fall Europas in einem aktuellen Kommentar bereits von der „Todesfalle Schulden“.

Drei Auswege aus der Falle

Um dieser Falle zu entkommen, sei eine Entwertung der Währung unvermeidbar. Diese könne nur auf drei Wegen geschehen, sagt Roubini:

  • Der erste Weg sei eine heftige Deflation (20 bis 30 Prozent) in Kombination mit einer lang anhaltenden Rezession.
  • Der zweite Weg seien radikale Strukturreformen zur Verbesserung der wirtschaftlichen Produktivität bei gleichzeitigem moderaten Gehaltswachstum.
  • Der dritte Weg sei die Abwertung des Außenwerts der Währung.

Roubini hält alle drei Wege für schwer umsetzbar. Sie seien entweder politisch nicht umsetzbar, würden einen sehr langen Zeitraum erfordern oder die gesamte Euro-Zone betreffen.

(Red.)

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