Chronologie der Krise

Wie aus einer Immobilienblase eine Weltwirtschaftskrise wurde…

Deutschland: Automobilzulieferer AL-KO kündigt Entlassungen an

Posted by hw71 - 25. April 2010


Gefunden bei sz-online.de:

Freitag, 23. April 2010

(Döbelner Anzeiger)

AL-KO kündigt bis zu 30 Entlassungen an

Von Elke Kunze

Dem Automobilzulieferer aus Hartha macht die Krise zu schaffen. Der Umsatz der Firma ist in zwei Jahren um 35 Prozent gesunken.

Die Wirtschaftskrise hat den Automobilzulieferer aus Hartha stark getroffen. Etwa 35 Prozent des Umsatzes ist in den letzten beiden Jahren weggebrochen. Waren es im Jahr 2007 noch 25,5 Millionen Euro, so betrug der Umsatz laut Angaben der Geschäftsleitung im letzten Jahr nur noch 17,4 Millionen Euro. Darauf wird das Unternehmen reagieren. Mit Unterstützung des Stammhauses, der AL-KO Kober AG im bayrischen Kötz, soll der Betrieb in Hartha restrukturiert werden. „Zum einen heißt das, wir müssen die Personalkapazität den Markt- und Unternehmenserfordernissen anpassen. Personalabbau ist unumgänglich. Bis zu 30 Mitarbeiter könnten betroffen sein“, sagt Geschäftsführer Jürgen Hannig. Ende letzten Jahres waren 204 Mitarbeiter, davon 18 Auszubildende, bei AL-KO Hartha beschäftigt. Reduziert wurde bereits durch den Abschluss von Altersteilzeit- und Aufhebungsverträgen. „Diese Situation ist für die Belegschaft im Moment nicht zufriedenstellend“, so Betriebsratsvorsitzender Henry Görlitz. „Die Kurzarbeit von bis zu 20 Prozent genügt laut Meinung der Geschäftsleitung nicht, die schwierige Lage zu überbrücken. Aus diesem Grund gibt es einen Beschluss, der aussagt, dass das Personal an die Gesamtauftragslage angepasst werden muss“, erklärt Görlitz. Der Betriebsrat werde jetzt mit der Geschäftsleitung über Interessenausgleich und Sozialplan verhandeln, um die wirtschaftlichen Nachteile für die Betroffenen aufzufangen. „Ich hatte gehofft, eine solche Situation wie 1991 nicht nochmal erleben zu müssen“, so der Betriebsratsvorsitzende. Ihn beschäftige die angekündigte Strukturanpassung aber auch als Stadtrat, weil Hartha Steuereinnahmen verloren gehen werden. „Ich hoffe, dass die Sanierung nachhaltig den Standort Hartha sichert“, so Görlitz. Der Personalabbau ist laut Geschäftsleitung nicht das alleinige Mittel, um AL-KO Hartha wieder auf sichere Füße zu stellen. „Alle Geschäftsabläufe sollen gestrafft werden. Dabei würden alle Abteilungen von der Auftragsbearbeitung bis zur im Stammhaus Kötz angesiedelten Entwicklung einbezogen, heißt es in einer Presseerklärung. Die Unternehmensleitung sieht die Hauptgeschäftsfelder aber auch in Zukunft in der Herstellung industrieller Dämpfungselemente und Anhängevorrichtungen. Vor allem bei den Anhängevorrichtungen war der Umsatz in den letzten beiden Jahren eingebrochen. „Die Automobilkunden kauften verstärkt kleine Fahrzeuge, und damit solche, die nicht typisch für die Ausrüstung mit Anhängevorrichtungen sind“, erklärt Geschäftsführer Jürgen Hannig. AL-KO habe versucht, mit neuen Projekten zu reagieren, aber auch hier blieb der Umsatz hinter den Erwartungen zurück. Das treffe auch auf den Umsatz im finnischen Werk Kovil Oy zu, das AL-KO Hartha erst Anfang des letzten Jahres gekauft hatte, um in Russland und Osteuropa neue Absatzmärkte zu erschließen. „Wegen des schwachen Rubels gelang die Marktausweitung nicht entsprechend unserer Vorstellungen. Kovil und AL-KO sind aber vorbereitet, die Ostmärkte stärker zu bedienen, wenn sich die Währungen der potenziellen Märkte stabilisieren“, so der Geschäftsführer. Zurzeit sei der Auftragseingang gut, aber noch nicht stabil. Zumindest für den Monat April ist deshalb bei AL-KO Hartha die Kurzarbeit ausgesetzt worden. Der kurzfristig verbesserte Auftragseingang ist vor allem einer leichten Belebung der Geschäftstätigkeit der AL-KO Gruppe in Europa zu verdanken, hier liefert Hartha vor allem Gasfedern und Stoßdämpfer. „Auch im Anhängevorrichtungssegment gibt es eine typische Frühjahrsbelebung. Von einer allgemeinen Trendwende ist allerdings aus heutiger Sicht nicht auszugehen“, so Hannig.

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