Chronologie der Krise

Wie aus einer Immobilienblase eine Weltwirtschaftskrise wurde…

Deutschland: Aus für „Bad Nauheimer Mineralquellen“

Posted by hw71 - 22. April 2010


Gefunden bei wetterauer-zeitung.de:

Artikel vom 20.04.2010 – 18.15 Uhr

Aus für die Bad Nauheimer Mineralquellen

Friedberg-Dorheim (ütz). Mit der Stilllegung der Bad Nauheimer Mineralquellen GmbH zum 31. Mai zieht die Unternehmensleitung die Konsequenz aus einer Entwicklung auf dem Markt, die mittelständische Betriebe immer mehr ins Hintertreffen geraten lässt.

»Da gibt es große Produktionsgesellschaften, die teilweise staatlich gefördert werden, und gegen die haben mittelständische Betriebe wie wir keine Chance«, sagt Roland Häcker, Geschäftsführer der Wetterauer Getränke GmbH & Co. KG, der Muttergesellschaft der Bad Nauheimer Mineralquellen.

So hatte die Firma seinen Worten zufolge bereits im vergangenen Jahr einen Produktionsrückgang von 23 Prozent zu verkraften und verzeichnete dabei noch 70 Millionen Füllungen in 0,7-, 1- und 1,5-Liter-Flaschen. Im Februar erlebte man nun den Wegfall eines Großabnehmers. Den Namen nannte Häcker nicht, aber jeder Kunde von Getränkemärkten kann sich denken, dass es sich um Rewe handelt. In einer Ausschreibung des Konzerns konnten die Bad Nauheimer Mineralquellen bei den Angeboten ihrer Konkurrenten nicht mithalten – Häcker spricht von einem ruinösen Preiswettbewerb – und verloren den Großauftrag.

Das bedeutet in diesem Jahr einen 34-prozentigen Wegfall bei der Einwegproduktion oder 25 Millionen Füllungen weniger. Dazu kommt, berichtet Häcker, eine steigende Tendenz im Einweg-Bereich, die das Mehrwegsystem unter Druck bringe. »Das alles kann weder durch kosteneinsparende Maßnahmen, zum Beispiel beim Personal, noch durch Absatzausweitungen aufgefangen werden«, sagt der Geschäftsführer. So habe die Betriebsstilllegung denn auch nichts mit Schulden zu tun.

Die Bad Nauheimer Mineralquellen GmbH wurde im November 1997 von der damaligen Wetterauer Getränke-Industrie gegründet. Ihre Produkte – neben Mineralwasser noch Limonaden und Fruchtschorle – werden im Rhein-Main-Gebiet vertrieben. Das Wasser wird selbst gefördert und verarbeitet und stammt aus fünf Quellen in oder in der Umgebung von Dorheim. Bis Ende Mai werden die Kunden noch Produkte der Bad Nauheimer Mineralquellen in den Getränkemärkten finden. Da die im selben Gebäudekomplex in der Schwalheimer Straße angesiedelte Wetterauer Getränkelogistik schon jetzt die Ware ausliefert, würden für die Kunden bei der Rückgabe von Leergut keine Probleme auftreten, so Häcker: »Da gibt es keine Deadline.«

Die Gebäude der Mineralquellen werden künftig von der Getränkelogistik genutzt; die Produktionsanlagen werden verkauft. Durch die Betriebsstilllegung werden 47 Beschäftigte – 29 in der Produktion und 18 in der Verwaltung – ihren Job verlieren. Bis Mitte Mai soll mit dem Betriebsrat über einen Interessenausgleich und Sozialplan verhandelt werden. »Dies geschieht einvernehmlich«, so Häcker.

Ein Anrufer bei der WZ gestern machte sich Sorgen, dass wegen der Schließung der Firma möglicherweise der Sauerbrunnen in Schwalheim für die Öffentlichkeit versiegt, weil Pumpen abgestellt werden.

Doch da kann Häcker beruhigen: »Der Sauerbrunnen hat mit unserem Betrieb nichts zu tun.« Das Wasser zum Selberzapfen am Brunnen wird also fröhlich weitersprudeln.

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