Chronologie der Krise

Wie aus einer Immobilienblase eine Weltwirtschaftskrise wurde…

Deutschland: Schiffsfinanzierung belastet Banken

Posted by hw71 - 18. April 2010


Siehe auch „Deutschland: Für die HSH Nordbank wird es immer enger…„. Gefunden bei handelsblatt.com:

15.04.2010

Kaum Entspannung: Schiffsfinanzierung belastet Banken

Den schiffsfinanzierenden Banken steht ein weiteres schweres Jahr ins Haus. 2010 wird geprägt sein davon, dass die Überkapazitäten im Schiffstransport steigen und der Welthandel nur schwach wächst. Schon 2009 verlief für viele Banken desaströs. Die Finanzierung vieler Schiffsbauprojekte wackelt, da der Druck auf die Fracht- und Charterraten wohl anhalten wird.

BERLIN. Fast alle Banken waren gezwungen, für 2009 eine weit überdurchschnittliche Risikovorsorge zu bilden. Spitzenreiter war dabei der weltgrößte Schiffsfinanzierer HSH Nordbank, und zwar nicht nur in absoluten Zahlen, sondern auch im Verhältnis zum Portfolio. Für das 30 Mrd. Euro schwere Portfolio belief sich die Risikovorsorge auf 1,2 Mrd. Euro. Dabei verlief die Entwicklung dramatisch – im ersten Quartal 2009 wurde die Risikovorsorge mit 300 Mio. Euro dotiert, die sich dann kontinuierlich steigerte.

Auch für das laufende Jahr rechnet Vorstandschef Dirk Jens Nonnenmacher mit einer signifikanten Risikovorsorge der HSH, die allerdings unter dem Vorjahresniveau bleiben soll.

Auch die Deutsche Schiffsbank, eine Tochter der Commerzbank, wurde kräftig in Mitleidenschaft gezogen. Auf das 23 Mrd. Euro schwere Schiffsportfolio bildete sie 2009 eine Risikovorsorge von knapp 400 Mio. Euro. Vorsorglich erhielt sie Mitte vergangenen Jahres eine Kapitalspritze.

Noch leidlich aus der Affäre ziehen konnte sich die NordLB, die mit rund 18 Mrd. Euro in der Schiffsfinanzierung engagiert ist. In die Risikovorsorge steckte die Landesbank einen dreistelligen Millionenbetrag im unteren Bereich, 2010 rechnet sie nach eigenen Angaben mit einem ähnlichen Niveau. Dennoch habe die Sparte 2009 mit schwarzen Zahlen abgeschlossen, was auch 2010 das Ziel sei.

Die Ipex-Bank, die zur KfW gehört, hat ein Schiffsportfolio von 7,6 Mrd. Euro. Dafür bildete sie Ende 2009 eine Risikovorsorge von 324 Mio. Euro – im Vorjahr waren es lediglich 20 Mio. Euro.

Besser als die Branche schnitt die Deutsche Shipping ab, die Schiffsfinanzierungstochter der Deutschen Bank. Sie verfehlte 2009 nur knapp das Rekordergebnis. Der Chef der Deutschen Shipping, Ralf Bedranowsky, begründete ihren Erfolg unter anderem damit, dass sie weltweit aktiv sei und die verschiedensten Schiffssegmente und-typen finanziere. Das minimiere das Risiko. Zum Vergleich: Bei der HSH Nordbank liegt der Anteil der finanzierten Containerschiffe bei 40 Prozent. Doch gerade die Containerschifffahrt hat die Krise besonders in Mitleidenschaft gezogen.

Bedranowsky sieht dieses Segment nach wie vor unter Druck. Auch in den kommenden zwei Jahren sei nicht zu erwarten, dass die Charterraten die Betriebskosten und den Kapitaldienst deckten. Weitere Verhandlungen mit Reedern werden daher unvermeidlich sein.

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