Chronologie der Krise

Wie aus einer Immobilienblase eine Weltwirtschaftskrise wurde…

Deutschland: HSH Nordbank mit knapp 700 Millionen EUR Verlust

Posted by hw71 - 15. April 2010


Siehe auch „Deutschland: HSH Nordbank – die Zockerbank…„. Gefunden bei ndr.de:

Bilanz 2009

HSH Nordbank macht fast 700 Millionen Euro Verlust

Die angeschlagene HSH Nordbank hat im Jahr 2009 einen Verlust von 679 Millionen Euro gemacht. Bei der Vorlage der Bilanz am Donnerstag in Hamburg sagte Vorstandschef Dirk Jens Nonnenmacher, das Ergebnis sei besser als zu Beginn des vergangenen Jahres geplant.

2009 sei ein „Jahr des Übergangs und des Umbruchs“ gewesen, bei dem das Haus eine Radikalkur durchlaufen habe. Im Vorjahr hatte der Konzernfehlbetrag noch rund 2,8 Milliarden Euro betragen.

Konzentration auf Kerngeschäft und die Region

Die Bilanzsumme der Bank verringerte sich um rund 33 Milliarden auf 175 Milliarden Euro. Nonnenmacher sagte, die Bank habe ihren Gesamtertrag auf 2,94 Milliarden Euro steigern können (2008: 157 Millionen Euro). Sie habe sich im vergangenen Jahr strategisch neu ausgerichtet. Nach einer Phase der Internationalisierung habe man „das Rad wieder zurückgedreht“ und sich wieder stärker auf das Kerngeschäft und die Kernregion konzentriert.

Der Vorstandschef hob die Aufspaltung der HSH Nordbank in eine Kern- und eine Abbaubank zum 1. Dezember 2009 hervor. Die Abbaubank – Restructuring Unit (RU) genannt – sei ein zentrales Element bei der Neuausrichtung des Geldinstituts. Sie soll faule Wertpapiere in den kommenden Jahren verkaufen oder anders verwerten. Die Bad Bank, auf die eine Bilanzsumme von 77 Milliarden Euro entfällt, ist Teil eines Sanierungsplans. Bisher wurden bei der HSH Nordbank rund 700 Vollzeitjobs gestrichen, bis Ende 2012 sollen insgesamt 1.100 Stellen wegfallen. Ende 2009 hatte die HSH Nordbank noch 3.610 Vollzeitarbeitskräfte.

Erst für 2011 wieder schwarze Zahlen erwartet

Für 2010 erwartet Nonnenmacher erneut ein negatives Konzernergebnis. Er nannte jedoch keine konkreten Zahlen. Im Mittelpunkt stehe weiter das Bestandskundengeschäft, allerdings werde die Bank auch das Neugeschäft mit Augenmaß ausbauen. Dabei werde die Neuausrichtung mit hohem Tempo fortgesetzt. Ein positives Gesamtergebnis werde die HSH Nordbank jedoch erst 2011 wieder erwirtschaften. Mit Dividendenausschüttungen sei erst ab 2012 zu rechnen.

Nach dem Milliarden-Minus 2008 musste die Bank im Frühjahr 2009 von den Eigentümerländern Hamburg und Schleswig-Holstein mit einer Kapitalspritze in Höhe von drei Milliarden und Bürgschaften in Höhe von zehn Milliarden Euro vor dem Untergang bewahrt werden. Ursache der Verluste waren Spekulationen mit faulen Wertpapieren und andere verlustreiche Geschäfte. Die HSH Nordbank gehört zu rund 85,5 Prozent den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein, zu 5,3 Prozent den Sparkassen in Schleswig-Holstein und zu 9,2 Prozent Finanzinvestoren um den amerikanischen Anleger J.C. Flowers.

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