Chronologie der Krise

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Deutschland: Stadt streicht Geld für Bluesnight – Veranstalter entsetzt

Posted by hw71 - 12. April 2010


Gefunden bei derwesten.de:

Stadt streicht Geld für Bluesnight – Veranstalter entsetzt

Bergkamen, 08.04.2010, DerWesten

Bergkamen-Heil. Stellen Sie sich vor, Sie kommen zur Arbeit und erfahren dort zufällig, dass es Ihren Job in zwei Jahren nicht mehr geben wird: Entsprechend überrascht und ungläubig reagierte Oliver Geselbracht, Manager und Bassist der „Bluesnight Band“.

Erst durch unsere Redaktion erfuhr er am Mittwochabend kurz vor der Bluesnight mit Kai Strauß auf der Ökostation, dass die Stadt Bergkamen im Jahr 2012 dieses Event nicht mehr fördern wird.

„Das kann nicht sein, es kann nicht stimmen, für uns geht es ganz normal weiter“, lautete sein Statement. „Wäre es tatsächlich so, so wäre es nach sechs Jahren Zusammenarbeit verdammt schlechter Stil, wenn ich es nicht weiß.“ Für ihn sei dies einfach nur „Wahlkampfgetöse“.

Tatsächlich hat die Stadt Bergkamen im Rahmen der Haushaltskonsolidierung aber längst beschlossen, dass die Bluesnight, die sich im Laufe der Jahre auch überregional einen Namen gemacht hat und Monat für Monat insbesondere mit ihren „Special Guests“ (zu den Highlights zählten in der Vergangenheit unter anderem Auftritte mit Sydney Youngblood, Sherrie Williams und Larry Garner) punktet, in zwei Jahren Opfer des kommunalen Streichkonzertes wird.

Bernd Wenske, Beigeordneter der Stadt Bergkamen und unter anderem zuständig für das Kulturreferat, betonte ausdrücklich: „Niemand will, dass die Bluesnight wegfällt, aber Tatsache ist, dass 2012 für dieses Event keine städtischen Mittel mehr fließen werden. Alle wollen die Bluesnight erhalten, so dass es Aufgabe des Kulturreferates sein wird, nach Lösungen bzw. Sponsoren zu suchen.“ Denn schließlich sei es bemerkenswert, dass es immer wieder gelänge, internationale Stars nach Bergkamen zu lotsen und so ein Highlight für die Musikszene zu schaffen.

Ähnlich sieht das auch Oliver Geselbracht: „Wir holen seit sechs Jahren internationale Künstler nach Bergkamen, haben das alles hier aufgebaut und zu einem der kulturellen Aushängeschilder der Stadt gemacht und das für wirklich wenig Geld. Dass das auch noch wegfallen soll, kann ich mir gar nicht vorstellen.“ Mehrmals wöchentlich habe er Kontakt zum Kulturreferat, gemeinsam habe man im vergangenen Jahr das erste „Grand Jam Open Air in Bergkamen“ aus der Taufe gehoben. „Es wäre ein Wunder, wenn ich nicht wüsste, dass Mittel für die Bluesnight gekürzt werden“, sagte Geselbracht. Sprach’s und verschwand in Richtung Bühne.

Auch für „Bertel“ Kellner, Martin Fischer und Guido Reick wäre es „das Letzte“, wenn es die Bluesnight in Bergkamen nicht mehr geben würde. Sie alle gehören zur festen Fangemeinde, mögen „die geile Musik“ und schätzen die „prima Stimmung“. Guido Reick kommt aus Ladbergen, andere reisen regelmäßig aus Oberhausen und Mülheim nach Bergkamen. Viele kennen sich. Gerne wären die meisten bereit, auch ein oder zwei Euro mehr für den Eintritt zu zahlen – nur aufgeben dürfe man die Bluesnight nicht, denn: „Der echte Blues wird in der Provinz gemacht.”

Bestes Beispiel: Kai Strauß, der nur wenig später als „Special Guest“ gemeinsam mit der Bluesnight Band (Jimmy Reiter, Tommy Schneller, Horst Bergmeyer, Oliver Geselbracht und Björn Puls) die rund 100 Besucher begeisterte.

Mit 27.000 Euro pro Jahr unterstützt die Stadt Bergkamen derzeit noch die Bluesnight.

Die Konzerte im Rahmen der Bluesnight finden immer am 1. Mittwoch im Monat statt.

Am 18. März dieses Jahres beschloss die Mehrheit des Rates der Stadt Bergkamen ein dickes Sparpaket. Maßnahme Nummer 14 war die „Einstellung der Bluesnight” ab dem Jahr 2012. Heißt: Dann fließen keine städtischen Mittel mehr.

Obwohl SPD, CDU und Grüne dem Sparkpaket zustimmten, äußerten sie ihre Hoffnung, für die Bluesnight noch eine Lösung zu finden. Es gebe schließlich kein adäquates Alternativangebot, betonte z.B. Harald Sparringa (Grüne/GAL).

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