Chronologie der Krise

Wie aus einer Immobilienblase eine Weltwirtschaftskrise wurde…

Griechenland: Will die Regierung das Rettungspaket neu aushandeln?

Posted by hw71 - 6. April 2010


So langsam frage ich mich, ob dieses Hin- und Her um die Griechenlandrettung gewollt ist – oder ob die Akteure wirklich so verzweifelt sind, dass es beinah täglich neue Meldungen gibt, die sich (natürlich) komplett widersprechen? Wie früher schon einmal gepostet, will ich nicht jede Spekulation hier festhalten – aber es sollte hier erwähnt werden, dass es „chaotisch“ ist, was da gerade abläuft und dass die Risikoaufschläge für griechische Staatsanleihen – trotz aller Beteuerungen zur Hilfe und dem Rettungsbeschluss vom 25.03.(!) – in den letzten Tagen sogar auf neue Rekordwerte gestiegen sind! Gefunden bei fr-online.de:

Sorgen am Finanzmarkt

Griechenland hält an EU-Notfallplan fest

Der Nachrichtendienst Market News International berichtet, Athen wolle das Hilfspaket neu aushandeln. Das griechische Finanzministeriums dementiert gegenüber der FR den Bericht entschieden.

Von Gerd Höhler

Athen. Die griechische Regierung hat nicht vor, den Notfallplan des Europäischen Rates neu zu verhandeln. Der Finanz-Nachrichtendienst Market News International hatte am Dienstag berichtet, Athen wolle das Hilfspaket neu aushandeln, um eine Beteiligung des Internationalen Währungsfonds (IWF) an den Hilfsmaßnahmen zu verhindern.

Der Europäische Rat hatte am 25. März beschlossen, dem hoch verschuldeten Griechenland „im äußersten Notfall“ mit bilateralen Krediten und Darlehen des IWF zu helfen. Die Regierung fürchte nun, mit einer Beteiligung des IWF könnten noch härtere Sparauflagen verbunden sein, die zu sozialen Unruhen führen würden, hatte Market News International unter Berufung auf einen ranghohen Regierungsbeamten berichtet. Deshalb wolle Griechenland das Hilfspaket neu aushandeln.

Die Meldung weckte neue Griechenland-Sorgen an den Finanzmärkten. Zeitweise musste Griechenland gestern 4,06 Prozentpunkte mehr für zehnjährige Anleihen zahlen als Deutschland, so viel wie nie zuvor in der Geschichte des Euro. Am Gründonnerstag hatte der Risikoaufschlag bei 349 Basispunkten gelegen.

Sprecher des griechischen Finanzministeriums und Ministerpräsident Giorgos Papandreou dementierten gegenüber der Frankfurter Rundschau den Bericht des Dienstes entschieden. „Da ist nichts dran“, sagte eine Sprecherin von Finanzminister Giorgos Papakonstantinou, „es gibt die Vereinbarung vom 25. März, und die griechische Regierung steht zu dieser Vereinbarung.“ In der Umgebung von Ministerpräsident Papandreou hieß es, bei dem Bericht handele es sich um „ein albernes Szenario“.

Angesichts der gestiegenen Risikozuschläge für griechische Staatsanleihen, die die Aufnahme neuer Kredite verteuern, gibt es offenbar in Athen nun Überlegungen, die Kapitalmärkte in den USA und Asien anzuzapfen, wie es in griechischen Medien hieß.

Der Financial Times zufolge will Hellas im April in den USA eine Anleihe auflegen. Fünf bis zehn Milliarden Dollar wolle Griechenland einnehmen und damit seine Verpflichtungen für den Mai mitfinanzieren. Finanzminister Giorgos Papakonstantinou werde nach dem 20. April in die USA reisen und um Anleger werben. „Griechenland will bei dieser Emission seine Investorenbasis verbreitern, was bedeutet, dass neben anderen auch Schwellenländerfonds angesprochen werden sollen“, berichtete die Zeitung unter Berufung auf nicht näher genannte Kreise weiter. (mit rtr)

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