Chronologie der Krise

Wie aus einer Immobilienblase eine Weltwirtschaftskrise wurde…

Japan: Deflation beschleunigt sich…

Posted by hw71 - 2. April 2010


In vielen Finanz-Foren ist immer wieder zu lesen, dass die „Hochfinanz“ oder die Regierung oder wer auch immer Inflation quasi auf „Knopfdruck“ erzeugen kann: Druckerpresse anschmeißen und Geld „drucken“ – das endet dann (angeblich) in einer Hyperinflation, mit dem Ergebnis, dass die Sparer die Gelackmeierten sind (weil ihr Geld immer weniger Wert wird) und die Regierung sich freut, weil sie so ihre Staatsschulden los wird.

Bei mir persönlich schrillen bei solchen Aussagen immer die Alarmglocken. Zwar habe ich zugebenermaßen wenig Ahnung von diesen ganzen geldtheoretischen Dingen, aber eine „Hyper-Inflation“ ist für mich noch längst keine ausgemachte Sache => für eine Inflation braucht es etwas mehr, als das reine bedrucken von Papier: wenn das Geld nicht auch „irgendwie“ in Umlauf kommt und „Nachfrage“ erzeugt, können Bernanke & Co. Papier bedrucken so viel sie wollen. Bestes Beispiel: wenn das mit „Inflation erzeugen“ so einfach wäre, warum kämpft Japan dann seit nunmehr über 10 Jahren und trotz unzähligen „Konjunkturprogrammen“ immer noch mit „Deflation“?

Gefunden bei diepresse.com:

Preisverfall: Deflation in Japan beschleunigt sich

26.03.2010 | 09:03 | (DiePresse.com)

Die Verbraucherpreise sind in Japan im Februar um 1,2 Prozent gesunken. Japan wies damit bereits im zwölften Monat in Folge eine Deflation auf. Der Rückgang im März dürfte noch höher ausfallen.

Die japanische Volkswirtschaft befindet sich in einer Deflation, die sich weiter verstärkt. Wie die Regierung am Freitag mitteilte, sank der Preisindex im Februar binnen Jahresfrist um 1,2 Prozent. Die Verbraucherpreise sind damit bereits im zwölften Monat in Folge gesunken, wie die Regierung am Freitag bekanntgab.

Deflation heißt: Die Preise für Waren und Dienstleistungen sinken auf breiter Front, weil die Nachfrage geringer ist als das Angebot. Die bereits für den Großraum Tokio vorliegenden Daten im März mit einem Rückgang um 1,8 Prozent zeigen, dass sich dieser Preistrend eher noch verstärkt.

Eine so lange andauernde Deflation hat es laut „Handelsblatt“ in der weltweit zweitgrößten Wirtschaftsnation seit 2003 nicht mehr gegeben. Der Zeitung zufolge hat die japanische Zentralbank erst vergangene Woche auf politischen Druck hin die Geldschleusen weiter geöffnet. Sie leiht dem Finanzmarkt demnach weitere zehn Billionen Yen (rund 81,2 Milliarden Euro) zum festen Zinssatz von nur 0,1 Prozent.

(Ag.)

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