Chronologie der Krise

Wie aus einer Immobilienblase eine Weltwirtschaftskrise wurde…

Deutschland: ABB Alzenau streicht bis zu 177 Jobs

Posted by hw71 - 23. März 2010


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ABB Alzenau streicht bis zu 177 Jobs

Messtechnik: Produktion wird eingestellt, Vertrieb bleibt am Standort – Als Ausgleich 101 Stellen in Niedersachsen

Alzenau Die Proteste der Mitarbeiter und Solidaritätsbekundungen von Politikern und Kollegen anderer Firmen haben nichts genutzt: Bis zu 177 Beschäftigte des Energie- und Messtechnikkonzerns ABB werden ihren Job am Standort Alzenau verlieren. ABB stelle die Produktion in Alzenau ein, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens.

Im Geschäftsbereich Instrumentierung will ABB nur noch in Göttingen und Minden produzieren. Als Grund wird von der Konzernleitung die »wirtschaftlich schwierige Lage« angegeben. Betroffen seien in Alzenau »maximal 177 Mitarbeiter« von insgesamt 236, heißt es weiter.

Jobs in Göttingen und Minden

Als Trost bietet das Unternehmen neue Jobs an: Mit der Verlagerung würden 101 Stellen an den Standorten in Minden und Göttingen angeboten, heißt es in der Mitteilung des Unternehmens. Dieser Prozess soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein, wie ABB-Pressesprecherin Beate Höger auf Anfrage mitteilte.

Wo keine Weiterbeschäftigung möglich sei, strebe das Unternehmen »sozialverträgliche Lösungen« an. ABB verlasse Alzenau nicht komplett, der Standort bleibe, etwa für den Vertrieb, erhalten.

Der Markt für Produkte für die Prozessinstrumentierung sei in den vergangenen Monaten deutlich eingebrochen. »Mit einer nachhaltigen Erholung in diesem Bereich in Europa ist in den kommenden Jahren nicht zu rechnen.« Besonders betroffen von dem Konjunktureinbruch in der Automobil-, Chemie- und Maschinenbaubranche seien die Produktlinien am Standort Alzenau.

»Um die internationale Wettbewerbsfähigkeit dauerhaft zu gewährleisten« würden die bisher ergriffenen Maßnahmen wie Abbau von Gleitzeit oder Kurzarbeit »nicht mehr ausreichen«, betont das Unternehmen.

Das Produktspektrum am Standort Alzenau umfasst die Temperatur- und Durchfluss-Messtechnik. Dazu zählen beispielsweise Temperatur-Sensoren, Temperatur-Messumformer, Kabel und Leitungen oder thermische Masse-Messgeräte.

Sozialplan-Gespräche ab Mittwoch

Die Verhandlungen über den Interessenausgleich und einen Sozialplan beginnen am morgigen Mittwoch, wie der zuständige IG-Metall-Sekretär Martin Weiss (Frankfurt) gegenüber unserer Redaktion erklärte. Betriebsrat und Gewerkschaft könnten dabei gestärkt die Belegschaftsinteressen vertreten, weil sich seit Beginn der Auseinandersetzung bei ABB Alzenau der gewerkschaftliche Organisationsgrad massiv erhöht habe.

Weiss schätzt, dass das Management 40 bis 60 qualifizierte Mitarbeiter aus Alzenau nach Minden und Göttingen holen muss, wenn das Alzenauer Produktspektrum in Niedersachsen fortgeführt werden soll. In Minden und Göttingen gebe es eine entsprechende Qualifikationslücke. Dies sei für die Arbeitnehmerseite ein gewichtiges Argument in den Verhandlungen, zumal die Bereitschaft zum Umzug an diese Standorte unter den Alzenauer Kollegen nicht gerade ausgeprägt sei. Nicht zuletzt biete der Arbeitsmarkt in Rhein-Main allgemein bessere Chancen als der in Minden oder Göttingen.

Der bevorstehende Jobabbau in Alzenau war schon im November ein Thema, damals protestierten die Beschäftigten vor dem Werk. Und sie erfuhren Solidarität: Unterstützung kam damals unter anderem von Mitarbeitern von Mahle, Linde, Takata-Petri, Bosch Rexrodt und der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) Aschaffenburg

ABB in Deutschland erzielte im Jahr 2008 einen Umsatz von 3,69 Milliarden Euro und beschäftigte zum 30. Juni 2009 fast 11 000 Mitarbeiter.

bach/ee

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