Chronologie der Krise

Wie aus einer Immobilienblase eine Weltwirtschaftskrise wurde…

Deutschland: Holzspielwaren-Hersteller Heros ist insolvent

Posted by hw71 - 22. März 2010


Lieferanten sitzen auf unbezahlten Rechnungen und die Mitarbeiter bekamen seit Monaten keinen Lohn 😦  Gefunden bei mittelbayerische.de:

MELDUNG VOM 22.03.2010, 18:26 UHR

Heros-Insolvenz in Lam: Mitarbeiter sind seit Monaten ohne Lohn

BAD KÖTZTING/LAM. Die Insolvenz des Holzspielwaren-Herstellers Heros in Lam versetzte am Montag den Markt Lam in Aufregung. Bei einer Pressekonferenz am Montagnachmittag machten der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Harald Schwartz, Bürgermeister Klaus Bergbauer, Johann Braun von der Agentur für Arbeit und Klaus Schedlbauer vom Wirtschaftsreferat des Landratsamtes Cham deutlich, dass die Erhaltung der rund 226 Arbeitsplätze bei Heros oberstes Gebot ist.

Noch von der jüngsten Spielwarenmesse in Nürnberg hatten Geschäftsführer Dirk Panaye und die leitenden Mitarbeiter des Unternehmens gut gefüllte Auftragsbücher mitgebracht. Die Probleme des Betriebes waren aber in Lam schon seit Monaten ein offenes Geheimnis. Zuletzt hatte der Markt die Stromlieferung an Heros eingestellt, nachdem sechs Monatsraten für Strom „in einer Größenordnung von monatlich 25000 bis 30000 Euro“, wie Bürgermeister Klaus Bergbauer auf Anfrage der Kötztinger Umschau erklärte, nicht bezahlt worden waren.

75 Heimarbeiter Monate ohne Lohn

Ähnliche Probleme beklagten Lieferanten , die auch deshalb keine Rohware mehr lieferten, weil sie nicht termingerecht bezahlt wurden. Die größte Verbindlichkeit der Unternehmensführung scheint allerdings gegenüber den 229 Arbeitskräften zu bestehen. Der vorläufige Insolvenzverwalter bestätigte, dass die Stammarbeiter seit mehreren Monaten keinen Lohn erhielten und eine zweite Betriebsversammlung für die 75 Heimarbeiter – überwiegend Frauen – habe am Montag gezeigt, dass ihnen von der Geschäftsführung noch länger die Bezahlung vorenthalten wurde.

„Würden alle Mitarbeiter ihre Rechte jetzt geltend machen, wäre sofort Schluss“, sagte Dr. Harald Schwartz. Die bisherigen Gespräche mit der Belegschaft hätten aber deutlich gezeigt, dass die Mitarbeiter trotz vieler Einbußen in jüngerer Zeit auf jeden Fall ihre Arbeitsplätze behalten möchten.

Das ist auch oberstes Ziel für Bürgermeister Klaus Bergbauer. „Lam ist einfach ohne die Firma Roßberg nicht vorstellbar“, sagt der Bürgermeister über das Unternehmen, das seit rund 150 Jahren qualitativ hochwertige Holzspielzeuge produziert. Bergbauer lässt keinen Zweifel, dass ein Scheitern des jetzt vom Insolvenzverwalter angeregten Sanierungskonzeptes für den Markt Lam eine Tragödie wäre. „Wohin mit über 200 Arbeitnehmern?“, würde die Frage bei einem Scheitern des Rettungsversuches heißen. Heros beschäftige auch viele ungelernte Kräfte, die häufig Jahrzehnte im Betrieb und nicht so mobil seien, dass sie an einem anderen Ort Arbeit finden und annehmen könnten.

Viele Hilfen sind möglich

Die Arbeitsagentur würde erst aktiv werden, wenn das jetzt vorgesehene Sanierungskonzept scheitern würde, erklärte Johann Braun. Der Wirtschaftsreferent des Landkreises, Klaus Schedlbauer, setzt seine Hoffnung in einen Investor, der das marode Unternehmen weiterführen könnte. Dabei seien von der Bürgschaft über Zuschüsse für Investitionen verschiedene Schritte möglich, so Schedlbauer.

Rätselraten herrscht in Lam über Christian Auer, einen der Gesellschafter von Heros. Beim vorläufigen Insolvenzverwalter Dr.Harald Schwartz hat er sich trotz mehrerer Anrufe noch nicht gemeldet, auch Bürgermeister Klaus Bergbauer hat ihn seit neun Monaten nicht mehr im Rathaus gesehen, obwohl die Probleme des Betriebes offensichtlich waren.

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