Chronologie der Krise

Wie aus einer Immobilienblase eine Weltwirtschaftskrise wurde…

Deutschland: Stehen bei Coca Cola 4.000 Jobs auf der Kippe?

Posted by hw71 - 20. März 2010


Ok, das sind jetzt Aussagen der Gewerkschaft und es ist von „bis zu 4.000 Stellen“ die Rede – aber wie man am Fall Siemens gesehen hat, kann es ja dann trotzdem noch schlimmer kommen… Gefunden bei welt.de:

4000 Jobs bei Coca-Cola bedroht

VON BIRGER NICOLAI20. März 2010, 04:00 Uhr

Laut Gewerkschaft NGG sollen 24 Standorte schließen – Konzern will sich noch nicht auf Zahlen festlegen

Hamburg/Berlin – Deutschlands größter Getränkehersteller steht offensichtlich vor großen Veränderungen. Die Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG (CCE) will nach Informationen der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) bis zu 24 Standorte schließen und mehrere Tausend Stellen abbauen. „Wenn wir die uns bekannten Pläne hochrechnen, sind im schlimmsten Fall bis zu 4000 Arbeitsplätze bedroht“, sagte Claus Harald Güster, Vize-Chef der Gewerkschaft NGG, in Hamburg. Ein Firmensprecher der CCE sagte dazu, es gebe noch keine Zahlen, weder zum Personalabbau noch zu den betroffenen Standorten. Allerdings seien Maßnahmen geplant.

Grund dafür, dass dieses Thema jetzt hochkommt, sind die Tarifverhandlungen für die etwa 11 000 Beschäftigten bei der Coca-Cola Abfüllgesellschaft sowie im Vertrieb. Ende kommender Woche findet die letzte der bislang vereinbarten Tarifrunden statt.

Die sieben Gesprächsrunden bisher haben keine Annäherung gebracht. „Wir wollen durchsetzen, dass bei Coca-Cola in den nächsten Jahren niemandem betriebsbedingt gekündigt wird“, sagte NGG-Verhandlungsführer Güster. Neben der Beschäftigungssicherung gehe es um flexible Arbeitszeiten sowie um eine Lohnerhöhung. Nach drei Jahren mit einem Inflationsausgleich verlange die Gewerkschaft nun sieben Prozent mehr Entgelt.

Sollte auch das nächste Treffen erfolglos bleiben, werde die Gewerkschaft für die erste Woche im April Warnstreiks organisieren. Danach seien eine Urabstimmung und ein unbefristeter Streik möglich. „Wenn die Sonne im Frühjahr steigt, kann Coca-Cola sicher alles andere gebrauchen als einen Streik“, sagte der Gewerkschafter. Die Friedenspflicht für die Gewerkschaft endet am 31. März.

Hintergrund des Streits sind weitreichende Umbaupläne bei Coca-Cola in Deutschland und auch in Europa.

Der Mutterkonzern mit Sitz in Atlanta hat in den vergangenen Jahren alle bis dahin selbstständigen Abfüll-Gesellschaften in den Ländern übernommen, er saniert seitdem die Betriebe und will das gesamte Firmengebilde dann ab Mitte 2012 wieder verkaufen. Coca-Cola sieht das Hauptgeschäft im Verkauf des Konzentrats für die Limonaden, nicht aber in der Herstellung oder dem Vertrieb der Brausen. Die Abfüllbetriebe ihrerseits klagen über hohe Preise für die Grundstoffe. „Das ist in jedem Jahr ein hoher dreistelliger Millionenbetrag. Der Preis für das Konzentrat ist nicht wettbewerbsfähig“, sagte Johan Botella, Gesamtbetriebsratsvorsitzender der CCE. Die Rendite der Abfüllbetriebe liege daher nur bei etwa einem Prozent. Der Konzern aus Atlanta erwarte jedoch bis zu acht Prozent.

Um diese Ziele erreichen zu können, soll nun ein neuer Tarifvertrag her. Er soll über flexiblere Arbeitszeiten mit bis zu 60 Wochenstunden in der Sommersaison, über die Fremdvergabe etwa der Flaschensortierung oder über die Auslagerung des Vertriebs in einigen Regionen die Kosten kräftig drücken. „Coca Cola will frei von Mitbestimmung ganz andere Arbeitszeiten durchsetzen“, sagte Gewerkschafter Güster. So sei eine der Forderungen des Managements, am Sonntag in den Werken arbeiten zu können. Zudem strebe Coca-Cola einen höheren Anteil an Einwegprodukten an und wolle die Zahl der Mehrwegflaschen verringern. Dies senkt die Produktionskosten.

Konkret sollen nach NGG-Informationen 20 Vertriebsstandorte und vier Abfüllwerke geschlossen werden. Der Konzernsprecher von Coca-Cola sagte dazu, dass es noch keine Detailplanung gebe. Veränderungen im Markt – etwa durch den Preiskampf der Discounter bei Limonaden – machten jedoch Maßnahmen erforderlich. Zu der wohl beabsichtigten Konzentration der Verwaltung auf Berlin wollte er sich nicht äußern. Deutschland hat für Coca-Cola eine große Bedeutung: das Land liegt in der Liste der weltweiten Gewinnbringer auf Platz fünf.

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