Chronologie der Krise

Wie aus einer Immobilienblase eine Weltwirtschaftskrise wurde…

Schweiz: Clariant mit Verlust und Stellenstreichungen…

Posted by hw71 - 16. Februar 2010


Angekündigt wurden das schon hier – im nachfolgenden Artikel nun etwas mehr Infos dazu. Gefunden bei drs.ch:

07.34 Uhr, letztes Update: 20.22 Uhr

Clariant macht Millionenverlust und streicht Stellen

Clariant kommt nicht aus der Krise: Nach einem Millionenverlust im vergangenen Jahr baut der Baselbieter Spezialchemie-Konzern weitere 400 Stellen in der Schweiz ab. Die Massenentlassungen stossen auf heftige Kritik.

Das Basler Unternehmen Clariant hat im letzten Jahr 18 Prozent weniger Umsatz gemacht und einen Verlust von 194 Millionen Franken erlitten. Der Spezialchemie-Konzern reagiert mit einem weiteren Stellenabbau.

Der Rückgang widerspiegle die schwere wirtschaftliche Krise des vergangenen Jahrs, schreibt Clariant. Der Konzern verzichtet wie im Vorjahr darauf, eine Dividende an die Aktionäre auszuschütten.

Nachfrage wegen der Krise eingebrochen

Die Nachfrage seitens der Auto- und Textil-Industrie ist drastisch eingebrochen. Damit verschärften sich die Probleme von Clariant. Schon in wirtschaftlich guten Zeiten hatte der Chemiekonzern mit Überkapazitäten zu kämpfen. Denn die Konkurrenz in Asien produziert beispielsweise Textilfarbe deutlich billiger.

Produktionsbedingungen sind «Selbstmord»

Clariant sorgt mit seinen Produkten unter anderem dafür, dass Papier stabiler oder weisser wird oder Sicherheitsgurte in Autos nicht brennen können. Doch der Spezialchemie-Konzern muss günstiger produzieren.

«Wir kaufen Rohstoffe in Asien, fahren sie in die Schweiz, produzieren zu sehr hohen Kosten und fahren diese Produkte wieder nach Asien zu den Kunden», erklärte der Konzernchef von Clariant, Hariolf Kottmann, gegenüber Radio DRS. «Das ist für uns fast Selbstmord», beschrieb Kottmann die Produktionsbedingungen.

Erneute Entlassungswelle in der Schweiz

Die roten Zahlen haben zur Folge, dass Clariant weitere 500 Stellen streicht. Für Europa rechnet Clariant auch im laufenden Jahr mit einer schwachen Wirtschaftsentwicklung. Deshalb will der Chemiekonzern seine Standorte in Asien stärken – mit drastischen Folgen für die Schweiz. Der Textilbereich wird nach Asien ausgelagert. In Muttenz verlieren deshalb 400 Angestellte ihre Stellen.

Unia kritisiert Massenentlassungen

Clariant habe die bei Massenentlassungen geltenden gesetzlichen Vorschriften und damit die Sozialpartnerschaft verletzt, kritisierte Unia. Die Gewerkschaft will alles daran setzen, um möglichst viele Arbeitsplätze zu retten und forderte die Politik zum Handeln auf.

Die Angestelltenvereinigung Clariant Schweiz und der Verband Angestellte Schweiz forderten vom Management, niemanden in die Arbeitslosigkeit zu entlassen. Der bis 2012 geltende Sozialplan sei konsequent und grosszügig anzuwenden.

Proteste gegen Entlassungen

Vor dem Zürcher Börsengebäude, in dem die Clariant-Bilanzmedienkonferenz stattfand, demonstrierten rund 30 Personen lautstark gegen die Entlassungen. Laut einem Sprecher der Stadtpolizei Zürich wurden auch ein paar Eier geworfen. Die Kundgebung habe sich nach rund einer halben Stunde aufgelöst, ohne dass die Polizei eingeschritten sei.

Roten Zahlen seit 2008

Bereits 2008 hatte Clariant einen Verlust von 37 Millionen Franken eingefahren. Das Unternehmen sorgte immer wieder mit dem Abbau von Arbeitsplätzen für Schlagzeilen. 2009 wurden in mehreren Wellen weltweit über 3200 Stellen gestrichen, davon rund 200 in der Schweiz.

Betroffen waren hierzulande bislang vor allem Marketing und Verwaltung. Ende 2009 zählte der Konzern weltweit noch gut 17’500 Beschäftigte. Ein Jahr zuvor waren es 20’100 gewesen. (widb/bat/rend/solb, ddp/sda)

Advertisements

Sorry, the comment form is closed at this time.

 
%d Bloggern gefällt das: