Chronologie der Krise

Wie aus einer Immobilienblase eine Weltwirtschaftskrise wurde…

Deutschland: Martinswerk reduziert Belegschaft um 20%

Posted by hw71 - 9. Februar 2010


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Dienstag, 9. Februar 2010

Martinswerk

Verlust von 105 Arbeitsplätzen

Von Dennis Vlaminck, 08.02.10, 18:35h

Die Belegschaft wird innerhalb von fünf Jahren um ein Fünftel reduziert. 105 von derzeit 502 Mitarbeitern werden das Werk verlassen. Ursprünglich sollten 116 Arbeitsplätze wegfallen.

Bergheim – Das Martinswerk in Bergheim baut rund ein Fünftel seiner Belegschaft ab. Von den derzeit 502 Mitarbeitern werden 105 das Unternehmen in den kommenden fünf Jahren verlassen. Betriebsrat und Unternehmensleitung einigten sich nach vier Monaten Verhandlungen auf einen Interessenausgleich und einen Sozialplan. Der Verlust sei „schmerzlich für unsere gesamte Region“, sagt Betriebsratsvorsitzender Heinz-Anton Pohl. Ursprünglich sei eine Reduzierung um 116 Arbeitsplätze im Gespräch gewesen.

Grund für den Abbau im Martinswerk, das sich auf die Herstellung von Flammschutzmitteln spezialisiert hat, ist eine Umstrukturierung im Albemarle-Konzern, dem das Werk angehört. Die Kundenbetreuung und das Finanzwesen des US-Konzerns werden künftig in Ungarn gebündelt und aus den einzelnen Konzernstandorten weltweit abgezogen. „Das bereitet uns große Sorgen, da das Martinswerk hierdurch wichtige Funktionen verliert“, sagt Pohl.

Laut einer gemeinsamen Presseerklärung von Martinswerk-Geschäftsführung und der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie sollen betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden. Die Umstrukturierung sei auf fünf Jahre angelegt, in denen zehn Mitarbeiter das Martinswerk verlassen, weil ihre Zeitverträge auslaufen, und 28 Mitarbeiter ausscheiden, nachdem für sie bereits Altersteilzeitregelungen getroffen wurden. „42 weitere Beschäftigte erhalten ein attraktives Vorruhestandsangebot“, heißt es in der Mitteilung. Zudem würden Abfindungen angeboten und, bevor Kündigungen ausgesprochen werden, interne Versetzungen geprüft.

„Klares Bekenntnis“

Nach der Neugliederung des Unternehmens müssen die verbliebenen Mitarbeiter flexibler sein, wie Martinswerk-Sprecher Georg Wolter sagt: „Die Einsatzgebiete werden innerhalb des Standorts wechseln.“ Daher würden ein Personalentwicklungs- und Qualifizierungskonzept sowie ein Arbeitszeitmodell entwickelt. Das Unternehmen gab zudem ein „klares Bekenntnis“ ab, junge Menschen auszubilden.

Geschäftsführer Rob Pater betonte die Zusammenarbeit des Unternehmens mit Betriebsrat und IG BCE. „Unser Ziel war es, die vorgesehene Restrukturierung sozialverträglich umzusetzen und ein tragfähiges Zukunftskonzept für das Martinswerk im Albemarle-Konzern zu entwickeln.“ Gewerkschaftssekretär Matthias Jakobs lobte, dass das Unternehmen sich die Zeit genommen habe, seiner „Verantwortung für die Menschen im Martinswerk gerecht zu werden“.

Die Wirtschaftskrise hat mit der Automobil-, Bau- und Chemieindustrie gerade jene Branchen getroffen, von denen das Martinswerk mit einer Exportquote von 70 Prozent existenziell abhängt.

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