Chronologie der Krise

Wie aus einer Immobilienblase eine Weltwirtschaftskrise wurde…

Deutschland: Maschinenbauunternehmen Reifenhäuser streicht 60 Stellen

Posted by hw71 - 22. Januar 2010


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FREITAG, 22. JANUAR 2010

UMSTRUKTURIERUNG

Reifenhäuser streicht 60 Stellen

Von Andreas Helfer, 22.01.10, 16:08h, aktualisiert 22.01.10, 18:19h

Durch den Kauf eines Mitbewerbers in Zeiten der schwersten Weltwirtschaftskrise hat das Maschinenbauunternehmen Reifenhäuser in Troisdorf die Blasfolienproduktion gerettet aber auch Arbeitsplätze gestrichen.

TROISDORF – Eine tiefgreifende Umstrukturierung im Sieglarer Maschinenbauunternehmen kostet 60 Mitarbeiter den Job: Ulrich und Bernd Reifenhäuser, zwei der drei Brüder, die sich die Geschäftsführung des Familienunternehmens teilen, erläuterte gestern Details der Entlassungen.

Der Hintergrund ist ihnen zufolge nicht in der aktuellen Wirtschaftskrise zu sehen, sondern in einem Geschäft, das die Reifenhäuser-Gruppe im August 2009 tätigte, und das in der Kunststoffbranche Aufsehen erregte: Damals kaufte Reifenhäuser die Wormser Firma Kiefel-Extrusion, einen Mitbewerber aus dem Markt für Blasfolienanlagen – in der „schwärzesten Zeit“ der Krise, in er Reifenhäuser die Hälfte seines Geschäfts eingebüßt habe, wie Ulrich Reifenhäuser betonte. Die nötige Umorganisation habe zu Synergieeffekten und Stellenstreichungen geführt, betroffen seien alle Bereiche.

Der Betriebsratsvorsitzende Wolfgang Schmitz bedauert den Verlust der Arbeitsplätze, teilt mit der Geschäftsführung aber die Einschätzung, dass der Kauf von Kiefel richtig war: „Man musste sich angesichts der Krise fragen, was aus dem Standort wird“. Durch den Kauf von Kiefel sei der Exitus der Blasfolienproduktion in Troisdorf verhindert worden. Abfindungen bewegen sich Schmitz zufolge auf einem höheren Niveau als arbeitsrechtlich vorgesehen, zum 1. März ist zudem der Wechsel in eine Transfergesellschaft möglich. Bei Kiefel sollen 18 Arbeitsplätze wegfallen. Insgesamt wird das Unternehmen dann 1140 Beschäftigte zählen, 730 in Sieglar.

Die derzeitige Kurzarbeit bei Reifenhäuser wird fortgesetzt, zudem wurde das „operative Strategieprogramm „0-100-30-40“ aufgelegt: Es steht für 0 Fehler, 100-prozentige Termintreue, Effizienzsteigerung von 30 Prozent und 40 Prozent Wachstum. Wichtig sind dabei Bernd Reifenhäuser zufolge Transparenz und Kommunikation, so dass alle Mitarbeiter einen Überblick über Abläufe und etwaige Problemstellen im Betrieb haben.

Im mehreren Bereichen ist Reifenhäuser nach eigenen Angaben Weltmarktführer, unter anderem bei Blasfolienanlagen, Spinnvließanlagen, Panzerzungen für verschleißfeste Zylinder und Schnecken und bei Verpackungsbandanlagen.

Bernd Reifenhäuser beobachtet einen Trend, dass der Markt allmählich zurückkommt – und betont, dass die Firma an ihren deutschen Standorten festhalten will. „Wir haben eine gute Basis, um die Reifenhäuser-Gruppe in eine bessere Position zu bringen.“

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