Chronologie der Krise

Wie aus einer Immobilienblase eine Weltwirtschaftskrise wurde…

USA: 40% weniger Neubauten in 2009!

Posted by hw71 - 21. Januar 2010


Die Schlagzeile sagt alles: trotz der massiven Staatshilfen brach der US-amerikanische Immobilienmarkt 2009 drastisch ein – allein die 40% weniger Neubauten ziehen einen riesen Rattenschwanz an weiteren Problemen in der gesamten Baubranche hinter sich her (siehe z.B. KB Home, wie im Artikel erwähnt)…

Gefunden bei ftd.de:

Trotz Staatshilfen

Negativrekord auf US-Häusermarkt

Schon 2008 bauten die Amerikaner wenig. Doch 2009 brach der Markt völlig ein: fast 40 Prozent weniger Neubauten. Dabei sind die Eigenkapitalanforderungen an Häuslebauer nach wie vor grotesk niedrig.

Die Baubeginne sind in den USA stärker gefallen als erwartet. Im Dezember wurde mit auf das Jahr hochgerechnet 557.000 Neubauten begonnen. Das sind vier Prozent weniger als im November, teilte das Handelsministerium am Mittwoch mit.

Düster sind die Bilanz des Gesamtjahres 2009 aus. Insgesamt wurde der Bau von 553.800 Häusern begonnen. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Datenaufzeichnung 1959. Gegenüber 2008 entspricht das einem Rückgang von 39 Prozent. Das Besondere: 2008 war es bereits die zweitniedrigste je verzeichnete Aktivität.

Die Krise auf dem Immobilienmarkt ist noch nicht ausgestanden. Zwar stemmen sich US-Regierung und Notenbanken mit Hilfsprogrammen und Käufen von Wertpapieren gegen den Abschwung. Doch drei Millionen Zwangsversteigerungen, die der Datendienst Realtytrac dieses Jahr erwartet, lasten auf den Hauspreisen. „Die Dynamik bei Zwangsversteigerungen stellt ein Risiko dar“, sagte Julia Coronado, Volkswirtin bei BNP Paribas.

US-Präsident Barack Obama verlängerte im November einen Steuergutschein in Höhe von 8000 $ für Hauserstkäufer bis April. Kritiker halten das für nur vorübergehend hilfreich. Ihre These: Hauskäufe werden einfach vorgezogen, nach der steuerlichen Förderung wird die Aktivität wieder einbrechen. Ein Indiz dafür gibt es bereits. Im November, als die Zukunft des Steuergutscheins unklar war, brachen die Käufe bestehender Häuser um elf Prozent ein.

Das setzt auch der Baubranche zu. Der Hausbaukonzern KB Home aus Los Angeles fuhr im vierten Quartal einen Verlust von 91 Mio. $ ein. Das Unternehmen richtet sich an Erstkäufer. „Wir werden im ersten Quartal keinen Gewinn erzielen“, kündigte Vorstandschef Jeffrey Mezger an. Die Gewinnzone soll wieder in der zweiten Jahreshälfte erreicht werden.

Die Marktakteure kämpfen mit steigenden Ausfallquoten. Die Federal Housing Administration (FHA), die rund ein Drittel aller Immobiliendarlehen in den USA versichert, erhöht die Prämien von 1,75 auf 2,25 Prozent und verschäft die Kreditbedingungen. Ein Hauskäufer von unterdurchschnittlicher Bonität muss zukünftig mindestens zehn Prozent an Eigenkapital mitbringen. Das teilte die FHA am Dienstagabend mit.

Die FHA nahm im Zuge der Krise mehr Risiko auf sich. Das bekommt sie jetzt zu spüren: Die Ausfallrate liegt bei 14 Prozent. Sie zehrt die finanziellen Rücklagen auf. „Die richtige Balance zu finden zwischen steigenden Risiken und gleichzeitig der Gewährleistung von Hauskrediten für benachteiligte Kommunen ist von herausragender Bedeutung“, sagte David H. Stevens, der der Behörde als Commissioner vorsteht.

* FTD.de, 20.01.2010

© 2010 Financial Times Deutschland

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