Chronologie der Krise

Wie aus einer Immobilienblase eine Weltwirtschaftskrise wurde…

Venzuela:Sturm auf Geschäfte nach Währungsabwertung

Posted by hw71 - 10. Januar 2010


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Venezuela

Sturm auf Geschäfte nach Währungsabwertung

Caracas. Die Menschen in Venezuela haben nach der drastischen Abwertung der Landeswährung Bolivar am Wochenende die Geschäfte gestürmt, um einem starken Preisanstieg zuvorzukommen. Sie versuchten vor allem Fernseher, Computer und andere Importwaren zu kaufen.

Präsident Hugo Chávez hatte am Freitagabend ein neues Wechselkurssytem gegenüber dem Dollar bekanntgegeben, als die meisten Venezolaner ein Baseball-Spiel verfolgten. Die Nachricht von der damit verbundenen Abwertung des Bolivar verbreitete sich am Samstagmorgen wie ein Lauffeuer und führte zu dem Sturm auf die Geschäfte. Venezuela wertet zum ersten Mal seit 2005 die heimische Währung ab und führt ein duales Wechselkurssystem für Importe ein. Für Einfuhren, die die sozialistische Regierung als wichtig erachtet, gilt künftig ein Kurs von 2,6 Bolivar für einen Dollar. Bislang hatte er bei 2,15 Bolivar gelegen. Ein deutlich ungünstigerer Kurs von 4,3 Bolivar pro Dollar gilt nun für Importe, die als nicht so wichtig erachtet werden.

Der günstigere Wechselkurs wird für Lebensmittel, die Gesundheitsversorgung, Maschinen und andere technische Geräte sowie Bücher angesetzt. Außerdem gilt er grundsätzlich für Bestellungen der Behörden und Geldsendungen aus dem Ausland. Der ungünstigere Kurs wird unter anderem auf Autos, Telekommunikationsgeräte, Elektrogeräte, Tabak, Getränke, Chemikalien und petrochemische Produkte angewendet.

Zu der Abwertung wurde Chávez auch von der heimischen Industrie gedrängt. Der Schritt habe das Ziel, die Wirtschaft Venezuelas zu stärken, nicht notwendige Importe zu reduzieren und den Export zu fördern, sagte der Präsident im Fernsehen.

Die Opposition sprach von einem Desaster. Künftig müssten die Venezolaner für viele Produkte das Doppelte bezahlen, kritisierte der Oberbürgermeister von Caracas, Antonio Ledezma. Die Abwertung des Bolivar werde das Leben der Menschen verteuern und die heute schon hohe Inflation beschleunigen, die jetzt Kurs auf 30 Prozent nehmen werde.

Bereits 2009 registrierte Venezuela mit 25,1 Prozent Teuerung die höchste Rate in Südamerika. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte zuletzt um 2,9 Prozent. Die Regierung in Caracas strebt eigentlich an, den Anstieg der Verbraucherpreise in diesem Jahr auf 20 bis 22 Prozent zu drücken. (rtr/dpa/ddp)

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