Chronologie der Krise

Wie aus einer Immobilienblase eine Weltwirtschaftskrise wurde…

Deutschland: Mais Mon 810 bleibt im Labor

Posted by hw71 - 7. Januar 2010


Gefunden bei fr-online.de:

Anbau von Gentechnik-Pflanzen

Mais Mon 810 bleibt im Labor

Von Stephan Börnecke

Der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen dürfte 2010 trotz veränderter Regierungspolitik womöglich auf einige wenige wissenschaftliche Freisetzungsversuche beschränkt bleiben. Die Aussaat des gentechnisch modifizierten Mais Mon 810 bleibt nach dem vorübergehenden Anbauverbot von Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) im April weiter ausgesetzt. Auch die Zulassung anderer Pflanzen zur kommerziellen Aussaat ist nach Angaben des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit nicht in Sicht, bestätigt ein Sprecher der FR.

Laut Koalitionsvertrag will die Agrarministerin zunächst den Ausgang einer Klage des Monsanto-Konzerns gegen das Anbauverbot abwarten. Doch selbst für den Fall, dass das Verwaltungsgericht Braunschweig im Februar die Aufhebung des Anbauverbots verlangt, könnte dies für viele Bauern zu spät kommen: Die Aussaat, die Mitte/Ende April beginnt, muss drei Monate vorher beim Standortregister des Bundesamtes gemeldet werden. Das hat bis gestern genau ein Landwirt getan. Ohnehin nimmt das BVL solche Meldungen unter Verweis auf die „Ruhensanordnung der Anbaugenehmigung“ derzeit nur unter Vorbehalt an. In den Jahren zuvor hatten jeweils rund 200 Landwirte Flächen von insgesamt mehr als 3000 Hektar gemeldet.

In Frankreich, wo Mon 810 seit Januar verboten ist, hatte kurz vor Weihnachten der Biotechnologierat HCB (Haute Conseil des Biotechnologies) weitere Forschungen zum Gen-Mais Mon 810 verlangt. Der einzige derzeit in Europa anbaubare Gen-Mais müsse genauer auf seine Umweltauswirkungen getestet werden. Der von der Regierung für eine Stellungnahme beauftragte Rat (er war aufgrund eines neuen Gentechnikgesetzes gegründet worden) schrieb, dabei gehe es etwa um den Effekt auf Insekten, die vom Gift des Gen-Mais eigentlich nicht getroffen werden sollen. Genauer unter die Lupe genommen werden müsse auch, welche Resistenzen bei Schädlingen durch den Anbau der Mais-Variante entstehen. Dafür sei ein längerfristig angelegtes Monitoring nötig.

Laut Reuters war zuvor eine Abstimmung in einem Unterausschuss des HCB über Nutzen und Schaden des Gen-Mais 14 zu 11 gegen die Laborsaat ausgegangen: Sie berge mehr Nach- als Vorteile. In dem Gremium sind Landwirte, Umweltschützer, Wissenschaftler und Politiker vertreten. Eine gleichzeitig vor Weihnachten publizierte Beurteilung der französischen Lebensmittelbehörde AFSSA hingegen misst dem Gen-Mais keine Probleme für die menschliche Gesundheit bei.

Literaturtipps

Genfood – Nein danke! heißt ein „aktuelles Handbuch“, das der Journalist Max Annas und der Imker Jürgen Binder geschrieben haben. Das Vorwort kommt von Sterne-Koch Vincent Klink. Das Buch gibt Einblick in eine aus Sicht der Autoren fragwürdige Technik, die, so Klink, „nicht zum Wohle der Allgemeinheit gemacht“ wurde. Auf allein 90 Seiten beschreiben die Autoren 26 Lebensmittel, in denen die Gentechnik schon steckt oder bald stecken könnte. Verlag Orange-Press, 208 Seiten, 15 Euro.

Sicherheitsrisiko Gentechnik – so lautet der Titel eines Buchs der Chemiker Susan Bardocz und Arpad Pusztai, das nicht nur den wissenschaftlichen Kontext beleuchtet, sondern sich den sich daran anknüpfenden Ernährungsfragen widmet. Im Grußwort meint Hans R. Herren, Träger des Welternährunsgpreises: Die Gentechnik kann den Hunger der Welt nicht bekämpfen. Erschienen bei Orange-Press, 180 Seiten, 15 Euro.

Wirbelsturm und Flächenbrand beschreibt „das Ende der Gentechnik“, wie Autor und Umweltsystemwissenschaftler Klaus Faißner im Untertitel verspricht. Faißner beschreibt die Folgen der Gentechnik für Bauern und Verbraucher. Erschienen im Selbstverlag, 160 Seiten, 14 Euro, http://www.info@gentechnikverbot.at

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