Chronologie der Krise

Wie aus einer Immobilienblase eine Weltwirtschaftskrise wurde…

Deutschland: Bochum will 480 Stellen bis 2015 abbauen

Posted by hw71 - 3. Januar 2010


Hier wird deutlich, in welcher Zwickmühle sich viele Kommunen mittlerweile befinden: es lassen sich nicht beliebig Kosten durch Stellenstreichungen sparen. Zitat:

Falls der Leiter des Gesundheitsamtes ausscheide, könne man ihn ja nicht durch einen Ingenieur aus der Bauabteilung ersetzen

Gefunden bei derwesten.de:

Sparprogramm

Bochum will 480 Stellen bis 2015 abbauen

Bochum, 29.12.2009, Rolf Hartmann

Stadtdirektor Paul Aschenbrenner geht 2013 in Ruhestand – seine Dezernentenstelle wird nicht wiederbesetzt, sie fällt einfach weg. Einer von 480 Jobs in der Bochumer Stadtverwaltung, der dem Sparprogramm der Regierung zum Opfer fällt. Auch die Zahl der Auszubildenden in der Verwaltung wird sinken.

Bis zum Jahr 2015 plant die Bochumer Stadtverwaltung einen Stellenabbau von 480 Arbeitsplätzen, um einige Millionen Euro einzusparen. Diese Zahl nannte Stadtkämmerer Dr. Manfred Busch der WAZ Mediengruppe gegenüber – im Hinblick auf dringend notwendige Einsparungen in den nächsten Jahren.

Zur Zeit gibt es bei der Stadtverwaltung rund 4500 Vollzeit- und einige hundert Teilzeitstellen. Der Abbau von fast zehn Prozent könne über natürliche Fluktuation und Altersteilzeit geregelt und betriebsbedingte Kündigungen damit vermieden werden, was auch dem erklärten Willen des Rates entspricht. Prominentes Beispiel: 2013 geht Stadtdirektor Paul Aschenbrenner in den Ruhestand. Seine Dezernentenstelle soll dann entfallen.

Personalrat fürchtet Leistungsverdichtung

„Entweder muss das Angebot verringert werden oder es kommt zu einer massiven Leistungsverdichtung”, schwant dem Personalratsvorsitzenden Stefan Hölling zur Gesamtlage nichts Gutes. Fast 500 Kollegen weniger, dieser Verlust ließe sich nicht mit neuer Technik auffangen. Ob die Stadt dann erneut erwägt, etwa die Öffnungszeiten in den Bürgerbüros zu reduzieren, stehe dahin.

„Man kann nicht jede Stelle streichen”, warnt Stadtkämmerer Busch. Falls der Leiter des Gesundheitsamtes ausscheide, könne man ihn ja nicht durch einen Ingenieur aus der Bauabteilung ersetzen.

Sorgen macht sich Personalratschef Hölling auch um die Auzubildenden. „Bisher haben wir übers Jahr immer um die 55 Azubis einstellen und sie anschließend noch gut unterbringen können.” Doch wenn der Regierungspräsident der Stadt jetzt die „Daumenschrauben” ansetze und auf eine dauerhafte jährliche Einsparung von 140 Millionen Euro bestehe, könne das die Ausbildung schmälern.

„Rettungspaket für die Kommunen“ angemahnt

In einem gemeinsamen Positionspapier hatten Betriebs- und Personalräte von Stadt und städtischen Tochterfirmen vor Weihnachten den Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen eingefordert und – auch mit Blick auf die Landesregierung – ein „Rettungspaket für die Kommunen” angemahnt.

Doch bei den städtischen Töchtern scheint es noch nicht zu qualmen. Die Sparkasse Bochum, schildert Personalratsvorsitzender Frank Kenkmann, „hatte in diesem Jahr einen superguten Start”. Die Belegschaftszahl von 1350 sei auf gewohnter Höhe. Und: Die meisten Azubis würden übernommen („wenn sie zu uns passen”) und im neuen Jahr 40 neue Azubis eingestellt. Mehr als sonst.

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