Chronologie der Krise

Wie aus einer Immobilienblase eine Weltwirtschaftskrise wurde…

Deutschland: In Metall- und Elektroindustrie sieht’s weiter düster aus

Posted by hw71 - 22. Dezember 2009


In 2010 allenfalls Stagnation – und Kurzarbeit wird dann oftmals nicht mehr reichen… Gefunden bei sueddeutsche.de:

22.12.2009 04:15 Uhr

Zehntausende Stellen in Gefahr

Keine Anzeichen für Erholung in Metall- und Elektroindustrie

Nürnberg/München – Die weltweite Konjunkturkrise hat in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie allein in diesem Jahr 40 000 Arbeitsplätze gekostet. Es sei zwar ein Tiefpunkt erreicht, eine Erholung jedoch noch längst nicht in Sicht, warnt Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der bayerischen Metallarbeitgeberverbände. Er geht bestenfalls von einer Stagnation aus und blickt mit Sorge in das „schwere Jahr 2010“.

In seiner Skepsis weiß sich Brossardt in ungewohnter Einigkeit mit der IG Metall. Deren Nürnberger Chef Jürgen Wechsler sieht ebenfalls keine Anzeichen für eine durchgreifende Besserung. „Wir werden auch 2010 mit der Krise schwer zu tun haben“, sagte er.

Die Gewerkschaft treibt vor allem die Sorge um, dass immer mehr Firmen das Instrument der Kurzarbeit aufgeben und zu Entlassungen übergehen. Allein in Nürnberg seien dann 10 000 Arbeitsplätze in Gefahr, sagt Wechsler. Derzeit arbeiten hier in 45 Metall- und Elektrobetrieben knapp 26 000 Menschen kurz. Teilweise, wie in der Nutzfahrzeugsparte von MAN, ist ihre Arbeitszeit mangels Aufträgen um die Hälfte reduziert. Erschwert wird die Situation durch wachsende Liquiditätsprobleme. In einigen Fällen sei das Eigenkapital inzwischen drastisch reduziert und die Firmen hätten Probleme, Geld von den Banken zu bekommen, resümierte Wechsler nach einer entsprechenden Umfrage der IG Metall in Nürnberger Betrieben.

Auch die bayerischen Metallarbeitgeberverbände haben ihre Mitgliedsfirmen befragt. Nach Angaben von Bertram Brossardt bewerten sie die wirtschaftliche Lage zwar insgesamt besser als noch im Sommer. Doch handele es sich immer noch um die zweitschlechteste Prognose seit neun Jahren. Die im auslaufenden Jahr abgebauten 40 000 Stellen entsprechen etwa drei Prozent aller in der Metall- und Elektroindustrie im Freistaat angesiedelten Arbeitsplätze. Vor dem Hintergrund, dass die Aufträge und Umsätze der Firmen im Schnitt um etwa ein Drittel eingebrochen seien, sei der Stellenabbau „äußerst moderat“, so Brossardt. Er geht davon aus, dass jeder zweite Betrieb 2010 nicht umhin komme, Arbeitsplätze abzubauen.

Die IG Metall will dies verhindern. Politik, Arbeitgeber und Arbeitnehmer müssten gemeinsam alles tun, um die Krise mit Kurzarbeit zu überbrücken, fordert Nürnbergs IG-Metall-Chef Wechsler. Dem hält Arbeitgebervertreter Brossardt entgegen, dass viele Unternehmen diesbezüglich an ihre Grenzen kämen. Er prognostizierte, dass allein im ersten Halbjahr 2010 weitere 20 000 Stellen gestrichen würden. Uwe Ritzer

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