Chronologie der Krise

Wie aus einer Immobilienblase eine Weltwirtschaftskrise wurde…

Deutschland: Jenoptik plant Transfergesellschaften…

Posted by hw71 - 19. Dezember 2009


In neu zu gründenden Transfergesellschaften in Jena und Villingen-Schwenningen sollen die Mitarbeiter, für die es bei der Jenoptik keine Verwendung mehr gibt, unterkommen. Siehe auch „Deutschland: Jenoptik baut 300 Stellen ab…„. Gefunden bei evertiq.de:

Jenoptik: Transfergesellschaften in Jena & Villingen-Schwenningen

Nach intensiven Verhandlungen einigten sich Jenoptik und die Vertreter der Betriebsräte auf ein Maßnahmenpaket, das an den Standorten Jena und Villingen-Schwenningen jeweils Transfergesellschaften vorsieht.

OEM Innerhalb des Jenoptik-Konzerns verzeichneten besonders die Sparten Optische Systeme, Industrielle Messtechnik und ein Teilbereich der Sparte Laser & Materialbearbeitung infolge der Halbleiter- und Automobilkrise einen deutlichen Umsatz- und Ergebnisrückgang. Die Folgen der Wirtschaftskrise bei gleichzeitigen Restrukturierungen der Produktion und Effizienzsteigerungen im Zuge der Jenoptik-Exzellenzinitiative sind durch Kurzarbeit und vorherige Sparmaßnahmen nicht vollständig abzufedern. Daher hatte Jenoptik im September dieses Jahres die Maßnahmen zur Kostensenkung ausgeweitet und beschlossen, die Kapazitäten anzupassen.

Die damit verbundenen Personalmaßnahmen sehen vor, die Stammbelegschaft des Konzerns auf etwa 3.000 zu reduzieren. Rund 160 Stellen entfallen im Ausland. Anfang 2008 waren im Jenoptik-Konzern 3.400 Mitarbeiter beschäftigt. Bereits im Sommer dieses Jahres hatte Jenoptik den Rückzug aus dem defizitären Geschäft mit Mittelformatkameras beschlossen und sich von diesem Geschäft mit knapp 45, vor allem in der Schweiz beschäftigten Mitarbeitern, getrennt.

„Wir müssen unsere Kostenstrukturen so einstellen, dass wir auch bei einem Umsatzniveau unterhalb von 2008 wettbewerbsfähig bleiben. Gleichzeitig restrukturieren wir unsere Produktion vor allem in der Sparte Optische Systeme und optimieren unsere Prozesse, sodass in Verbindung mit der Wirtschaftskrise Personalmaßnahmen unausweichlich waren“, so Jenoptik-Chef Michael Mertin. Bisherige Maßnahmen wie die Nicht-Besetzung frei gewordener Stellen, der Abbau von Leiharbeit sowie Kurzarbeit reichten nicht mehr aus.

Die Sparte Industrielle Messtechnik, die von der Krise der Automobilindustrie stark beeinflusst ist, wird die Produktion von Standardprodukten in Deutschland am Standort Villingen-Schwenningen zusammenführen. An den ausländischen Standorten der Sparte Industrielle Messtechnik, vor allem in Frankreich und in der Schweiz, entfallen knapp 100 Stellen. Mit den Arbeitnehmervertretern der Standorte wurden Sozialpläne verabschiedet. In Deutschland sind rund 50 Stellen an verschiedenen Standorten betroffen. Um den Stellenabbau sozial verträglich abzufedern, wird ab Januar in Villingen-Schwenningen eine Transfergesellschaft gebildet.

„Wir haben nach intensiven Gesprächen mit den Vertretern der Betriebsräte und der IG Metall zum Teil freiwillige Sozialpläne/Interessenausgleiche verabschiedet, die den Übergang so verträglich wie möglich gestalten“, so Jenoptik-Chef Michael Mertin.

In der Sparte Optische Systeme sowie in einem Teilbereich der Sparte Laser & Materialbearbeitung werden in Thüringen 56 Stellen an den Standorten Jena und Triptis abgebaut. Bestandteile der Sozialpläne sind unter anderem Entgeltzuschüsse des Unternehmens für die Mitarbeiter in den Transfergesellschaften, Zuschüsse für Qualifizierungsmaßnahmen sowie Zahlungen des Unternehmens, die sich nach der familiären Lebenssituation richten und unterhaltspflichtige Kinder berücksichtigen. Für beide Standorte besteht ab Januar eine Transfergesellschaft. Darüber hinaus wurden die Schließung des Optik-Standortes Gießen mit rund 40 Mitarbeitern und die Verlagerung der Produktion nach Jena bereits eingeleitet.

Für das Gesamtjahr 2009 erwartet Jenoptik einen Konzernumsatz zwischen 460 und 500 Mio Euro. Das Konzern-EBIT vor Sondereinflüssen soll positiv ausfallen. Aufgrund der Maßnahmen zur Kostensenkung erwartet der Jenoptik-Konzern 2010 ein positives Konzern-Betriebsergebnis im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Neben dem Ausbau des internationalen Vertriebsnetzes zählen erfolgreiche Produktinnovationen wie beispielsweise die Laseranlagen für die Photovoltaik-Industrie und die Entwicklung des Faserlasers, der Ausbau des Geschäftes mit Infrarot-Optiken sowie das Angebot kompletter Betreiberkonzepte (Traffic Service Providing) zu den Wachstumsthemen des Konzerns.

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