Chronologie der Krise

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Griechenland: IWF will Staatsfinanzen überprüfen…

Posted by hw71 - 14. Dezember 2009


Gefunden bei spiegel.de:

12.12.2009

Zweifel an Defizitzahlen

Währungsfonds will Staatsfinanzen von Griechenland überprüfen

Unangenehmer Besuch: Nachdem Griechenland in diesem Jahr ein Haushaltsdefizit von fast 13 Prozent eingefahren hat, rückt nach Informationen des SPIEGEL nun der Internationale Währungsfonds zur Sonderprüfung an. Der Finanzminister in Athen räumt einen „Totalverlust der Glaubwürdigkeit“ ein.

Athen/Hamburg – Der Internationale Währungsfonds (IWF) will in der kommenden Woche die Staatsfinanzen von Griechenland überprüfen. Grund seien nach Informationen des SPIEGEL Zweifel des IWF an den von Griechenland gemeldeten Defizitzahlen für dieses Jahr. Der IWF befürchte mehr als die im Oktober von der neuen Regierung Griechenlands gemeldete Verdoppelung des Haushaltsdefizits auf fast 13 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Das ist das größte Defizit aller Mitgliedstaaten der Europäischen Union.

Der Grund für die Mission, die sowohl bei der Bundesbank wie auch in der Bundesregierung als eine Art „Sonderprüfung“ bewertet wird, sind vor allem ausstehende Forderungen des griechischen Staates gegenüber privaten Unternehmen. Allein deutsche Konzerne haben gegenüber dem Inselstaat Forderungen von mehr als zwei Milliarden Euro, heißt es in Regierungskreisen.

Europaweit beträgt das Volumen unbezahlter Rechnungen mehr als zehn Milliarden Euro. Laut dem europäischen Dachverband EFPIA schuldet der griechische Staat den Herstellern pharmazeutischer Produkte 2,7 Milliarden Euro, bei medizinischen Geräten beträgt der Ausstand 5,2 Milliarden Euro. Im Schnitt wird, so die EU, eine Rechnung vom griechischen Staat erst nach 165 Tagen bezahlt. Nach den Maßstäben für Privatpersonen wäre das Land bereits zahlungsunfähig.

Die Ratingagentur Fitch hat das Land bereits aus der Riege der Schuldner mit guter Bonität verbannt und damit die Märkte in Aufruhr versetzt. Die griechische Regierung ist nun um Schadensbegrenzung bemüht. Binnen vier Jahren will sie das ausufernde Haushaltsdefizit in den Griff bekommen und unter die Maastricht-Defizitgrenze von drei Prozent des BIP drücken.

Griechenland leide nunmehr unter einem „Totalverlust der Glaubwürdigkeit“, sagte Finanzminister Giorgos Papakonstantinou dem SPIEGEL. „Viele unserer Probleme haben weniger mit den absoluten Zahlen zu tun, als mit der Tatsache, dass uns niemand glaubt, weil unsere Statistiken nicht stimmten.“ Die griechische Regierung hatte in der Vergangenheit immer wieder mit zweifelhaften Daten operiert.

Eine erste Bewährungsprobe nach der Herunterstufung von Fitch steht dem Land wohl Anfang des neuen Jahres bevor. Dann will Griechenland Papakonstantinou zufolge eine neue Anleihe begeben. Die genaue Summe stehe allerdings noch nicht fest.

Durch die geringere Bewertung muss Griechenland höhere Zinsen anbieten als zuletzt.

oka/ Reuters

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