Chronologie der Krise

Wie aus einer Immobilienblase eine Weltwirtschaftskrise wurde…

Deutschland: Deutsche Bahn streicht Jobs und schließt Verladestationen

Posted by hw71 - 14. Dezember 2009


Mittlerweile sind wir bei 14.000 Jobs, die in den kommenden fünf Jahren auf der Kippe stehen. Ende Oktober waren es 13.000, Anfang September 7.000 und Anfang Juli sollte es noch ohne Entlassungen gehen

Gefunden bei fr-online.de:

DB Schenker Rail

Die Bahn baut ab – Jobs und Stationen

VON THOMAS WÜPPER

Dicke Luft bei der Deutschen Bahn: Der Staatskonzern will wegen der Wirtschaftskrise 4000 Stellen bei der Frachtbahn DB Schenker Rail kappen und bundesweit 72 Verladestellen schließen. Die Gewerkschaft sieht darin ein Armutszeugnis und fordert ein Eingreifen der Bundesregierung.

Der geplante „Kahlschlag“ laufe den Klimaschutzzielen zuwider.

Der zweitgrößte Transportriese der Welt leidet besonders unter der Rezession. Das Frachtvolumen auf der Schiene ist um ein Viertel gesunken, weil weniger Erz und Stahl, aber auch weniger fertige Produkte wie Autos transportiert werden.

DB-Chef Rüdiger Grube musste die Gewinnziele dieses Jahr bereits mehrfach nach unten korrigieren. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) könnte von 2,5 auf 1,4 Milliarden Euro sinken, der Umsatz um vier unter 30 Milliarden Euro. Grube erwartet, dass der Konzern erst 2013 wieder frühere Rekordergebnisse erreicht.

Bis dahin soll ein erneuter Anlauf zur Privatisierung des größten Staatskonzerns gestartet werden. Die Mittelfristplanung bis 2014, die Grube kürzlich dem Aufsichtsrat vorlegte, sieht dem Vernehmen nach vor, in den kommenden fünf Jahren bis zu 14.000 Arbeitsplätze zu streichen. Rund 10.000 der 240.000 Beschäftigten sind derzeit in Kurzarbeit. Die Bahn will mit dem Sparprogramm „React“ pro Jahr zwei Milliarden Euro Kosten kappen.

Die Gewerkschaften argwöhnen, dass der weiter angestrebte Börsengang der wahre Grund der Rotstiftaktion ist. Die gegenwärtige Wirtschafts- und Finanzkrise werde „als Vorwand benutzt, um das Unternehmen wieder auf Rendite zu trimmen“, kritisiert der Transnet-Vizechef Wolfgang Zell. Die Kahlschlagpläne bei DB Schenker Rail seien ein Armutszeugnis für das Management, dem kurz vor Weihnachten nichts einfalle außer „Schließen, Streichen, Schluss“.

Für viel wichtiger hält Transnet „eine Offensivstrategie“, die Wachstumschancen erhalte. Gleichzeitig müsse die Politik die Bahn stärker fördern. Bei der in Kopenhagen diskutierten Senkung der CO2-Emissionen sollte die Verlagerung von Güterverkehr auf die Schiene ganz oben stehen, fordert Zell. Denn der Frachttransport werde in den nächsten Jahren stark wachsen.

DB Schenker Rail weist die Kritik zurück. „Einen Kahlschlag in der Fläche wird es im Schienengüterverkehr nicht geben“, beteuert der Chef der DB-Tochter, Alexander Hedderich. Die Schritte, über die man die Betriebsräte informiert habe, sollen demnach „überwiegend“ erst 2011 umgesetzt werden. Bisher gebe es „keine Entscheidungen“, die Frachtbahn müsse aber „wieder auf Kurs“ gebracht werden.

Hedderich leitet Schenker Rail seit Sommer, zuvor war der Manager als enger Vertrauter von Ex-Konzernchef Mehdorn für die Privatisierungsstrategie zuständig.

Ob es beim Stellenabbau auch zu Entlassungen kommt, ist offen. Das Beschäftigungsbündnis, das betriebsbedingte Kündigungen ausschließt, läuft Ende 2010 aus. Bis dahin ist jedem Mitarbeiter, dessen Arbeitsplatz überflüssig wird, eine neue Beschäftigung im Konzern garantiert.

Die Verhandlungen über ein neues Bündnis beginnen nächstes Jahr. Die Gewerkschaften Transet und GDBA wollen ihre Vertretungsmacht durch eine Fusion stärken.

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