Chronologie der Krise

Wie aus einer Immobilienblase eine Weltwirtschaftskrise wurde…

Hypo Group Alpe Adria: „Geschenkt ist noch zu teuer“…

Posted by hw71 - 13. Dezember 2009


Update: Zusätzlicher Bericht von br-online.de angehängt, wonach Bayern angeblich noch weitere 400 Millionen bietet(!), wenn Österreich die Bank endlich übernimmt! Unglaublich, was da gerade abgeht und man muss bis Schalteröffnung Montag eine Lösung gefunden haben, um zu verhindern, dass Kunden massiv Gelder abziehen (würde man das nach diesem Theater nicht so oder so machen?!)

BayernLB wird sein Milliardengrab nicht los – nicht mal geschenkt!

Gefunden bei fr-online.de:

BayernLB

Im Sog der Hypo Group

VON THOMAS MAGENHEIM

München. In München ist man zur Einsicht gekommen. Der Deckel muss drauf auf das Milliardengrab Hypo Group Alpe Adria (HGAA). „Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende,“ beschreibt ein Insider die Lage.

2,8 Milliarden Euro hat die ehemalige Landesbank Kärntens die BayernLB seit dem Einstieg 2007 schon gekostet. Weil die HGAA faule Kredite vor allem am Balkan abschreiben muss, sind nochmals mindestens 1,5 Milliarden Euro nötig – und wer weiß, was die Zukunft bringt.

Gutes Geld dem schlechten hinterherwerfen, kommt für Bayerns CSU-Finanzminister Georg Fahrenschon jedenfalls nicht in Frage. Er würde die HGAA am liebsten an Österreich verschenken.

Nein, danke, sagt die Alpenrepublik bisher – wohl wissend, welche immensen Zahlungsverpflichtungen das Geschenk auslösen würde. Eine Lösung für die Bank aus Kärnten aber muss an diesem Wochenende gefunden werden, weil die österreichische Bankenaufsicht das Institut sonst schließt.

Denkbar neben einer Kapitalerhöhung, für die niemand zahlen will, ist eine Verstaatlichung, die Österreich noch ablehnt. Oder aber die Pleite der in der Alpenrepublik als systemrelevant eingestuften Bank. Der brisante Poker zwischen München und Wien läuft. Die Uhr tickt.

Falls sich die Politiker verzocken und die HGAA mit 7000 Beschäftigten, 1,3 Millionen Kunden und 43 Milliarden Euro Bilanzsumme pleite geht, zeichnen Banker ein Schreckensszenario. Das Land Kärnten müsste dann für das marode Institut per Gewährträgerhaftung mit 18 Milliarden Euro geradestehen. Das übersteigt den Haushalt des Bundeslands um ein Vielfaches. Kärnten wäre schlagartig ruiniert.

Noch schlimmer wiegt, dass unweigerlich andere Banken nach den Prinzipien der Finanzwirtschaft in Sippenhaft genommen würden. Wer die HGAA fallen lässt, tut das auch bei anderen österreichischen Instituten, lautet das mutmaßliche Kalkül.

Österreichs Banken sind in vielen Balkanländern wie Kroatien eine Macht. Werden Kunden misstrauisch und ziehen sie massenhaft Geld aus ihnen ab, könnte sich das per Dominoeffekt zu einer österreichischen Bankenkrise auswachsen und sogar das eine oder andere Balkanland in Bedrängnis bringen, warnen Finanzexperten. Dubai lässt grüßen. „Bayern hat viel zu verlieren, aber nur für Österreich wäre eine Pleite katastrophal,“ heißt es im Umfeld der BayernLB. Der Freistaat verlässt sich relativ ungeniert darauf, dass der Politik in Wien am Ende nichts anderes übrig bleibt, als das vergiftete Geschenk HGAA doch noch anzunehmen.

Ungeschoren kommt aber auch die BayernLB in keinem Fall davon. Geht die HGAA pleite oder wird sie verschenkt, muss die zweitgrößte Landesbank Deutschlands zum einen den in den eigenen Büchern stehenden HGAA-Wert von knapp drei Milliarden Euro komplett abschreiben. Außerdem hat die BayernLB an ihre Tochter gut drei Milliarden Euro an Krediten verliehen. Auf deren Rückzahlung werde eventuell verzichtet, wenn Wien die Krisenbank übernimmt, hört man in München. Im Pleitefall wären die Kredite ebenfalls verloren. Insgesamt rund sechs Milliarden Euro stehen für die BayernLB, die fast komplett in bayerischer Staatshand ist, also im Feuer.

Einen Rückschlag in dieser Dimension könne die Landesbank ohne neue Finanzspritze nicht verdauen, rechnen bayerische Oppositionspolitiker vor. Zehn Milliarden Euro hat der Freistaat bereits in die Rettung des Instituts gepumpt und stößt damit langsam auch an seine finanziellen Grenzen. Mehr als die Wahl zwischen Pest und Cholera gibt es aber im Fall HGAA wohl für keinen Beteiligten.

Gefunden bei br-online.de:

Die Krise der BayernLB

Ringen um HGAA-Rettung

Die Verhandlungen über die Zukunft der zur BayernLB gehörenden österreichischen Hypo Alpe Adria Bank (HGAA) haben bis Sonntagabend noch kein Ergebnis gebracht. Eine Lösung bis vor Börsenbeginn am Montagmorgen galt als unausweichlich, um einen Kollaps zu verhindern.

Stand: 13.12.2009

Die Verhandlungen um die Rettung der angeschlagenen österreichischen Bank Hypo Group Alpe Adria (HGAA) dauern bereits seit Samstag an. Österreichs Finanzminister Josef Pröll, Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU), BayernLB-Chef Michael Kemmer und Vertreter der übrigen Eigentümer beraten in Wien, wie der Kollaps der Bank vermieden werden kann. Eine mögliche Lösung wird erst in der Nacht auf Montag erwartet.

Lösung vor Montagmorgen finden

Laut österreichischen Medienberichten besteht großer Zeitdruck. Eine Lösung müsse gefunden werden, bevor am Montagmorgen die HGAA-Schalter öffnen. Andernfalls müsse die österreichische Finanzmarktaufsicht das Ruder an sich ziehen. Befürchtet wird, dass die Kunden der Hypo ihr Geld massenhaft aus der Bank abziehen könnten.

HGAA braucht 1,5 Milliarden Euro

Die in Kärnten ansässige BayernLB-Tochter HGAA benötigt dringend zusätzliche 1,5 Milliarden Euro. Bayern bietet nach Presseberichten 400 Millionen an weiteren Hilfen, wenn die Alpenrepublik im Gegenzug die HGAA von der BayernLB übernimmt. Darüber hinausgehende Hilfen lehnte Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) ab. Österreich fordert dem Vernehmen nach aber deutlich mehr.

Der Druck wächst

Nach Informationen des „Handelsblatts“ wächst der Druck auf die Eigner der HGAA, umgehend zu einer Lösung zu gelangen. In Österreich bestehe die Sorge, dass Investoren und Sparer in der kommenden Woche viel Geld aus der Bank abziehen könnten. Für zusätzliche Unruhe sorgten die anhaltenden öffentlichen Diskussionen über einen möglichen Zusammenbruch der Bank, hieß es. Auch die für die Bankenaufsicht zuständige Österreichische Nationalbank dränge deshalb auf eine schnelle Lösung. Andernfalls könnte das Kreditinstitut bereits am Montag unter Staatsaufsicht gestellt werden.

Seehofer fürchtet Schaden für die CSU …

Ministerpräsident Horst Seehofer fürchtet bereits, dass die Affäre um Landesbank nicht ohne Folgen für das Ansehen seiner Partei bleibt. „Die gravierenden Fehler, die dort gemacht wurden, schaden uns ungeheuer, weil dadurch die Kernkompetenz der CSU in der Wirtschafts- und Finanzpolitik beschädigt wird“, sagte er dem Nachrichtenmagazin „Focus“. Momentan könne er die Landesbank nicht einmal verschenken, „weil sie keiner haben will“. Tatsächlich wollte Bayern nach Medienberichten die HGAA sogar zum Nulltarif loswerden, was Österreichs Finanzminister Josef Pröll aber dankend ablehnte.

Mit dem Komplettrückzug aus der HGAA würde die BayernLB ihr Scheitern eingestehen und müsste die Milliardeninvestitionen der vergangenen Jahre in den Wind schreiben. Einschließlich Kaufpreis, zwei vorangegangener Kapitalerhöhungen und Krediten hat Deutschlands zweitgrößte Landesbank schon mehr als sechs Milliarden Euro in die österreichische Tochter gesteckt.

… und droht mit Konsequenzen

Für Seehofer ist die Misere bei der HGAA ein „echtes Ärgernis“. Dem Bayerischen Rundfunk sagte der CSU-Chef am Freitag, die Staatsregierung habe „gravierende politische Fehler aus der Vergangenheit aufzuarbeiten“. Er werde am Wochenende über Konsequenzen für damals Verantwortliche nachdenken. Dabei schließe er keine Option aus. Betroffen wären demnach womöglich Ex-Finanzminister Kurt Faltlhauser sowie weitere führende CSU-Politiker, die dem Kauf der HGAA zugestimmt hatten.

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