Chronologie der Krise

Wie aus einer Immobilienblase eine Weltwirtschaftskrise wurde…

Schweiz: UBS fehlen laut Studie 130 Mrd. Franken!

Posted by hw71 - 29. November 2009


„Finanzkrise Reloaded“, „Finankrise 2.0“? Oder setzt sich nun mehr und mehr die Erkenntnis durch, dass diese Krise noch lange nicht „erledigt“ ist? Die Commerzbank kommt bei dieser Studie übrigens laut nachfolgendem Bericht auch nicht gut weg.

Gefunden bei sonntagszeitung.ch:

Aus der aktuellen Ausgabe

UBS fehlen 130 Milliarden Franken

Credit-Suisse-Studie legt Finger auf einen neuen wunden Punkt: Refinanzierung und Liquidität

Von Beat Schmid

London Eine nicht für die Öffentlichkeit bestimmte Studie der Credit Suisse legt den Finger auf einen neuen wunden Punkt bei den Banken.

Auf 40 Seiten untersucht sie den eigentlichen Kernbereich der Institute: die Liquiditätsversorgung und die Finanzierung des Bankgeschäfts. Laut den Autoren der Studie «European Banks Core Funding» wird dieses Thema in den nächsten Jahren massiv an Bedeutung gewinnen.

«Der Wegfall der Liquiditätshilfen und die Verkleinerung der kurzfristigen Wholesale-Finanzierungen wird das grösste Thema für europäische Banken in den nächsten Jahren werden», heisst es in der Studie. Die Autoren messen der Finanzierung mindestens so grosse Bedeutung bei wie der Eigenmittelausstattung.

Insgesamt haben Bankenanalyst Daniel Davis und seine acht Kollegen 24 europäische Banken unter die Lupe genommen, darunter die UBS als einziges Schweizer Finanzinstitut. Ihren eigenen Auftraggeber, die Credit Suisse, haben die Analysten ausgeklammert.

Die UBS kommt einmal mehr schlecht weg. Sie schneidet am fünftschlechtesten ab, noch schlechter sind Commerzbank, Dexia, Lloyds und RBS. Am besten kommt die griechische Bank EFG weg. Auch die spanischen Banken BBVA und Santander werden positiv bewertet.

Die Studie kommt zu einem ernüchternden Ergebnis: 18 von 24 Banken sind zu kurzfristig finanziert. Die CS-Studie beziffert den Finanzierungsbedarf auf 13 100 Milliarden Franken. Bei der UBS beträgt der Aufholbedarf 86 Milliarden Euro oder umgerechnet 130 Milliarden Franken. Die Gesamtkosten für die verbesserte Finanzierung schätzt die Studie auf 18 Milliarden Franken für alle Banken.

Der Grund für die schlechte Finanzierungssituation der Banken: Seit Ausbruch der Krise sind sie zu stark abhängig von kurzfristigen Finanzierungshilfen von Notenbanken. Diese mussten den Banken unter die Arme greifen, nachdem klassische Mittelbeschaffungsquellen wie etwa der Interbankenmarkt versiegten. Die Credit Suisse geht davon aus, dass diese Hilfen in den nächsten Monaten massiv zurückgefahren werden.

Zudem laufen die Bestrebungen der Regulatoren darauf hinaus, die Bestimmungen zu Finanzierung und Liquidität deutlich zu verschärfen. Die Schweiz und England wollen höhere Liquiditätspuffer. Einen Schritt weiter gehen die Vorschriften der Zentralbank von Neuseeland. In den Augen der CS-Spezialisten nimmt die Reserve Bank of New Zealand weltweit eine Vorreiterrolle in Regulierungsfragen ein.

Die CS-Analysten haben das Neuseeland-Modell für ihre Studie adaptiert. Die Basis bildet die sogenannte Kernfinanzierung (Core Funding). Diese schliesst unterjährige Kredite von Notenbanken in den Berechnungen aus. Kurzfristige Kundeneinlagen werden lediglich zu 90 Prozent angerechnet. Setzt man das Core Funding ins Verhältnis zur Bilanz, erhält man das Kernfinanzierungsverhältnis (Core Funding Ratio). Ein Verhältnis von über 70 Prozent gilt in den Augen der Credit Suisse als ausgewogen, ein darunterliegender Wert signalisiert eine zu aggressive Finanzierung. Die UBS kommt auf einen Wert von nur 57 Prozent. Die CS-Analysten sind überzeugt, dass die Core Funding Ratio als Messgrösse dereinst eine ähnlich wichtige Rolle einnehmen wird wie die zuletzt oft zitierte Tier-1-Ratio.

Publiziert am 29.11.2009

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