Chronologie der Krise

Wie aus einer Immobilienblase eine Weltwirtschaftskrise wurde…

Deutschland: Schmuckfirma Stahl entlässt 2/3 seiner Mitarbeiter…

Posted by hw71 - 25. November 2009


Gefunden bei pz-news.de:

115 Mitarbeiter der Schmuckfirma Stahl verlieren ihren Job

BIRKENFELD. Kein schönes Weihnachtsfest für die Mehrzahl der Beschäftigten der Firma Stahl in Birkenfeld. 115 von 170 Mitarbeitern wurden vom Insolvenzverwalter freigestellt. Er kann nur noch ein Drittel weiterbeschäftigen.

Von Lothar Neff

„Wir werden den Betrieb fortführen, bis wir in den Verhandlungen mit potenziellen Investoren ein Ergebnis haben“, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Rechtsanwalt Tobias Hoefer von der Mannheimer Kanzlei Hack & Hoefer bei einer Informationsveranstaltung in Birkenfeld. Das Insolvenzverfahren soll voraussichtlich am kommenden Dienstag eröffnet werden.

„Es gibt jetzt konkretes Interesse und verschiedene Erwerberkonzepte, obwohl das Marktumfeld und die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung derzeit nicht positiv sind“, räumte Hoefer auf Anfrage ein. Dennoch sehen wir realistische Chancen, um zusammen mit einem Investor die Betriebstätigkeit am Standort Pforzheim erhalten zu können.“Ein massiver Umsatzeinbruch und die anhaltend schwache Marktentwicklung hätten den drastischen Personalabbau erforderlich gemacht. Die Verhandlungen mit potenziellen Investoren dauern nach Aussage Hoefers an. Der vom Amtsgericht Pforzheim bestellte vorläufige Insolvenzverwalter kommt in seinem Gutachten zu dem Ergebnis, „dass genügend Masse für die Durchführung des Insolvenzverfahrens vorhanden und eine Fortführungsperspektive gegeben“ sei.

IG Metall eingebunden

Zusammen mit der IG Metall Pforzheim erarbeitete der Insolvenz-Fachanwalt und Sanierungsexperte ein solches Fortführungskonzept, das ab dem 1. Dezember umgesetzt werden soll. Da das Unternehmen mit dem Auslaufen des Insolvenzgeldanspruchs der Mitarbeiter Ende November die Löhne wieder selbst erwirtschaften muss, seien Einschnitte beim Personalbestand unausweichlich. Zudem seien die Monate November bis Januar saisonbedingt die umsatzschwächsten in der Schmuckindustrie . „Nachdem alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind, müssen wir 115 Mitarbeiter ab Dezember freistellen, um den Gesamtbetrieb überhaupt noch erhalten zu können“, betonte Hoefer.

Mit der Arbeit des vorläufigen Insolvenzverwalters zeigte sich auch der Vertreter der IG Metall Pforzheim, Arno Rastetter, zufrieden. „Wir haben gleich zu Beginn des Verfahrens einen Tarifvertrag abgeschlossen, mit dem die noch ausstehenden Augustgehälter anerkannt werden. „Dadurch konnte das vorläufige Insolvenzverfahren einen Monat länger geführt werden.“

Unter anderem dadurch wurde es möglich, dass der vorläufige Insolvenzverwalter Tobias Hoefer länger weltweit nach potenziellen Investoren suchen konnte. Die Beschäftigten konnten so ihre Ansprüche auf das halbe Urlaubsgeld und das Weihnachtsgeld noch realisieren. „Teile der August-Entgelte werden nach heutigem Stand noch vor Weihnachten ausbezahlt.“

Die weitere Zukunft des Birkenfelder Schmuckherstellers hänge davon ab, ob es gelingt, die laufenden Verhandlungen mit Interessenten erfolgreich zum Abschluss zu bringen. „Dass diese Chance überhaupt besteht, ist ausschließlich der professionellen Geschäftsführung durch den Verwalter seit Insolvenzantrag zu verdanken“, bestätigte Arno Rastetter von der IG Metall. Enttäuscht zeigte sich der Gewerkschaftssekretär darüber, dass seitens der Wettbewerber noch kein konkretes Angebot zur Fortführung von Betriebsteilen vorliegt. „Hier hätten wir eine schnellere Reaktion erwartet. Leider kam bis Ende November kein konkretes Angebot von dieser Seite. Auch deshalb ist es unmöglich geworden eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft auf den Weg zu bringen,“ bedauert Rastetter.

25.11.09 – 11:03 Uhr | geändert: 25.11.09 – 18:29 Uhr

Advertisements

Sorry, the comment form is closed at this time.

 
%d Bloggern gefällt das: