Chronologie der Krise

Wie aus einer Immobilienblase eine Weltwirtschaftskrise wurde…

Deutschland: Industrie streicht weiter massiv Stellen

Posted by hw71 - 16. November 2009


Was sich die letzten Wochen und Monate aufgrund der großen Anzahl an Posts zu diesem Thema andeutete, wird nun auch vom statistischen Bundesamt bestätigt: es werden weiter massiv Stellen gestrichen…

Gefunden bei de.reuters.com:

Industrie streicht Stellen trotz steigender Aufträge

Montag, 16. November 2009, 12:35 Uhr

Berlin (Reuters) – Trotz steigender Aufträge hält der Stellenabbau in der deutschen Industrie an.

Ende September zählte das Verarbeitende Gewerbe gut fünf Millionen Beschäftigte – 233.000 weniger als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Der prozentuale Rückgang fiel mit 4,4 Prozent genauso stark aus wie im August. Einen größeres Minus hat es seit Januar 1995 nicht mehr gegeben. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet vorerst keine Trendwende. „Das Tempo der wirtschaftlichen Erholung reicht nicht aus, um die Beschäftigung stabil zu halten“, sagte DIW-Konjunkturchef Christian Dreger.

Die exportabhängige Industrie hatte um den Jahreswechsel wegen der weltweiten Rezession die heftigsten Auftragseinbrüche der Nachkriegszeit erlitten. Seit März zieht die Nachfrage von Monat zu Monat zwar wieder an. Einer Studie der Commerzbank zufolge werden bis Jahreswechsel aber erst rund ein Viertel der zuvor erlittenen Produktionseinbrüche aufgeholt sein.

Der starke Einsatz der Kurzarbeit verhinderte bislang, dass noch mehr Stellen in der Industrie gestrichen wurden. „Aber die Unternehmen können nicht endlos auf Kurzarbeit setzen“, sagte DIW-Experte Dreger. „Es muss deshalb befürchtet werden, dass auch hoch qualifizierte Beschäftigte ihren Job verlieren werden.“ Nach Schätzungen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages gibt es im Verarbeitenden Gewerbe derzeit etwa eine Million Kurzarbeiter.

Überdurchschnittlich viele Jobs fielen im Maschinenbau (-4,5 Prozent), in der Autoindustrie (-4,8), bei den Herstellern von Gummi- und Kunststoffwaren (-5,4) sowie bei den Metallerzeugern (-6,5) weg. Lediglich die Hersteller von Nahrungs- und Futtermitteln stockten ihre Belegschaft um 1,5 Prozent auf. Die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden nahm um 8,9 Prozent auf 642 Millionen ab, obwohl der September diesmal einen Arbeitstag mehr zählte. „Dies dürfte insbesondere auf die starke Nutzung von Kurzarbeit zurückzuführen sein“, hieß es. Die Bruttolöhne und -gehälter schrumpften um 5,4 Prozent auf 16,3 Milliarden Euro.

© Thomson Reuters 2009 Alle Rechte vorbehalten.

Advertisements

Sorry, the comment form is closed at this time.

 
%d Bloggern gefällt das: