Chronologie der Krise

Wie aus einer Immobilienblase eine Weltwirtschaftskrise wurde…

Deutschland: Manz Automotion mit 70% Umsatzeinbruch!

Posted by hw71 - 13. November 2009


Gefunden bei handelsblatt.com:

09.11.2009 08:07 Uhr

Anlagenbauer: Manz glaubt nicht mehr an Jahresgewinn

Der auf die Solar- und LCD-Industrie spezialisierte Anlagenbauer Manz Automation hat die erhoffte Trendwende im dritten Quartal verpasst. Aufgrund des ausgebliebenen Aufschwungs rechnet der Vorstand des Tec-Dax-Unternehmens jetzt nicht mehr mit schwarzen Zahlen für das Gesamtjahr.

HB REUTLINGEN. Manz will zurück in die Gewinnzone, im laufenden Jahr wird dieses Ziel aber wohl nicht mehr erreicht. Die Zahlen zum dritten Quartal fielen gemischt aus. An der Börse verlor die Aktie bis zum frühen Nachmittag knapp sechs Prozent und notierte damit am Ende des TecDax . Börsianer sahen die Zahlen „insgesamt im Rahmen der Erwartungen“. Der gesenkte Ausblick eines weiteren Solarkonzerns sei aber schlecht für die Stimmung.

In den ersten neun Monaten setzte das Unternehmen erst 46,7 Millionen Euro um. Das sind gut 70 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Eine deutliche Verbesserung blieb auch im dritten Quartal aus, in dem die Erlöse mit 18,5 Millionen Euro rund 68 Prozent unter dem Vergleichswert von 2008 blieben. Damit verfehlte das Unternehmen die Erwartungen von Analysten.

Beim Umsatz stellt Manz für das Gesamtjahr nun 80 bis 85 Millionen Euro in Aussicht. „Das Schlussquartal ist bei Maschinenbauern traditionell das beste“, sagte Finanzchef Martin Hipp. Manz werde mehrere Anlagen ausliefern und so zumindest in den letzten drei Monaten des Jahres wieder einen Gewinn verbuchen.

Die gesamtwirtschaftliche Lage habe sich „deutlich“ auf das Geschäft von Manz ausgewirkt, hieß es in der Mitteilung des Unternehmens. Angesichts des massiven Preisverfalls für Solaranlagen scheuen Hersteller von Solarmodulen und -zellen Investitionen in neue Maschinen, wie sie Manz anbietet.

Die wachsende Nachfrage nach Fernsehern in China habe hingegen die LCD-Sparte belebt und zu einer vollen Auslastung der Kapazitäten in den asiatischen Werken geführt. 2008 hatte Manz bei einem Umsatz von 236,2 Millionen Euro insgesamt einen Überschuss von 21,2 Millionen Euro eingefahren.

Seine Verluste konnte Manz im dritten Quartal dank eines Sparprogramms stärker begrenzen als von Marktbeobachtern erwartet. Unter dem Strich stand ein Fehlbetrag von 1,71 Millionen Euro. „Wir sind auf die Kostenbremse getreten, das zahlt sich jetzt aus“, erklärte Hipp.

So habe der Maschinenbauer seit Jahresbeginn rund 350 Stellen vor allem im Ausland gestrichen, auch die rund 60 Leiharbeiter mussten gehen. Für rund 20 Prozent der rund 1.350 Beschäftigten gilt Kurzarbeit. Zudem reduzierte das Unternehmen Reise- und Beratungskosten. Im Vorjahreszeitraum hatte Manz einen Überschuss von 5,3 Millionen Euro ausgewiesen.

Für das kommende Jahr erwartet der Vorstand eine deutliche Geschäftsbelebung und will wieder einen Gewinn erwirtschaften. „Die Solarzellen-Hersteller müssen in den kommenden Monaten wieder investieren, um wettbewerbsfähig produzieren zu können“, sagte Vorstandschef Dieter Manz laut Mitteilung. Dafür habe sein Unternehmen zuletzt viele Innovationen hervorgebracht.

Dennoch sei der Ausblick weiter unsicher, betonte Hipp. Die Auftragslage habe sich noch nicht nachhaltig verbessert, obwohl es zuletzt auf einer wichtigen Branchenmesse in Hamburg wieder positive Signale gegeben habe. „Wir reden inzwischen wieder über Großprojekte, das war zu Jahresbeginn noch ganz anders.“

Dem Unternehmen lägen konkrete Angebote vor, über die derzeit verhandelt werde. Angesichts einer soliden Finanzausstattung mit Barmitteln von 54 Millionen Euro und einer Eigenkapitalquote von 80 Prozent sieht sich Manz für den erwarteten Aufschwung gut gerüstet.

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