Chronologie der Krise

Wie aus einer Immobilienblase eine Weltwirtschaftskrise wurde…

Deutschland: Maschinenbauer Hörauf plant Streichung von 100 Stellen

Posted by hw71 - 10. November 2009


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Hörauf streicht 100 Stellen

Maschinenbauer sieht Strukturkrise – Betriebsrat will um Jobs kämpfen

Hiobsbotschaft aus Donzdorf: Der Donzdorfer Maschinenbauer Hörauf plant die Entlassung von 100 seiner insgesamt 330 Mitarbeiter.

REINHARD KRÖTZ

Donzdorf Gestern war ein „schwarzer Freitag“ für die Belegschaft des Donzdorfer Maschinenbauers Hörauf: In einer Betriebsversammlung wurden die 330 Beschäftigten des Donzdorfer Spezialmaschinenherstellers für Getränke- und Lebensmittelverpackungen sowie Buchdecken und Ordner von der Geschäftsleitung über die geplante Entlassung von 100 Mitarbeitern informiert. Zu diesem drastischen Schritt im Rahmen eines umfassenden Restrukturierungsprogramms sieht sich das Unternehmen nicht wegen der allgemeinen Wirtschaftskrise veranlasst, sondern auf Grund „dramatischer Veränderungen“ in der Maschinenbaubranche für Druckweiterverarbeitung.

Hörauf, so betont Geschäftsführer Werner Stahlecker, ist als Ausrüster von Produktionsanlagen unmittelbar betroffen von den Trends zu neuen elektronischen Medien und dem geänderten Konsumverhalten hinsichtlich Verpackungen. „Der Auftragseingang ist um 50 Prozent eingebrochen“, erläutert der Geschäftsführer. Von der notwendigen Bereinigung des Produkt- und Leistungsspektrum seien rund 100 Mitarbeiter betroffen, für die es künftig keine Beschäftigungsmöglichkeiten mehr im Unternehmen geben werde. Alle anderen Einsparmöglichkeiten seien ausgeschöpft. Stahlecker: „Ich brauche Maßnahmen, die dauerhaft wirken.“

Für Betriebsrat und die IG Metall kamen die geplanten Entlassungen „völlig überraschend“ bei Gesprächen mit der Geschäftsleitung am Donnerstag auf den Tisch, wie Gewerkschaftssekretär Michael Kocken betont: „Wir waren äußerst schockiert.“ Weil das Unternehmen große Verluste einfahre, hatte man eine betriebliche Tarifkommission gebildet, um Einsparmöglichkeiten zu suchen und auch Vorschläge auf den Tisch gelegt: zum Beispiel einen Teilverzicht aufs Weihnachtsgeld, die Ausweitung der seit April laufenden Kurzarbeit und eine Absenkung der Arbeitszeit. Kocken: „Das alles ist jetzt handstreichartig vom Tisch gefegt worden.“ Bei der Betriebsversammlung im Sommer habe die Geschäftsführung noch verkündet, dass man „mit allen Mann und mit Hilfe der Kurzarbeit auch diese Krise meistern will.“

„Von uns gibt es Vorschläge, wie Entlassungen vermieden werde können, wir kämpfen um die Arbeitsplätze“, betont der Betriebsratsvorsitzende Josef Till. Auch für Michel Kocken ist bei den für Mittwoch anstehenden neuen Verhandlungen mit der Geschäftsleitung die Botschaft klar: „Erst wenn die Entlassungen vom Tisch sind, kann über einen Beitrag der Mitarbeiter zur Kostensenkung gesprochen werden.“ Bei einer öffentlichen Mitgliederversammlung am Montag um 15.30 Uhr vor der Firma will man über weitere Schritte sprechen.

Erscheinungsdatum: Samstag 07.11.2009

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