Chronologie der Krise

Wie aus einer Immobilienblase eine Weltwirtschaftskrise wurde…

Deutschland: Daimler will 1.000 Stellen in der PKW-Sparte streichen

Posted by hw71 - 5. November 2009


Das ganze auf freiwilliger Basis, da betriebsbedingte Kündigungen an deutschen Standorten bis Ende 2011 ausgeschlossen sind. Und mit diesem Artikel begebe ich mich wieder in die Horizontale und kurier‘ meine Erkältung aus…

Gefunden bei rp-online.de:

Daimler streicht 1000 Stellen

VON MATTHIAS BEERMANN – zuletzt aktualisiert: 05.11.2009 – 02:30

Der kriselnde Autobauer will bis Ende März die Belegschaft der Pkw-Sparte kräftig reduzieren. Dazu werden Mitarbeitern unter 50 Jahre Abfindungen angeboten. Das Düsseldorfer Sprinter-Werk ist nicht betroffen.

Erst vor wenigen Tagen hatte der Autobauer Daimler nach verlustreichen Quartalen die Rückkehr in die schwarzen Zahlen verkündet. Trotzdem will der kriselnde Konzern besonders die Belegschaft seiner Kernmarke Mercedes weiter reduzieren. Schon bis Ende März sollen in der Pkw-Sparte 1000 Stellen eingespart werden. Das Düsseldorfer Sprinter-Werk ist damit von der Maßnahme nicht betroffen. Das bestätigte gestern eine Unternehmenssprecherin in Stuttgart.

Demnach haben Unternehmensleitung und Gesamtbetriebsrat ein freiwilliges Programm zum Personalabbau vereinbart. Weil betriebsbedingte Kündigungen an den deutschen Daimler-Standorten bis Ende 2011 ausgeschlossen sind, soll den Mitarbeitern der Abschied von ihrem Unternehmen über ein Abfindungsprogramm schmackhaft gemacht werden. Diese finanziellen Anreize sind für Mitarbeiter unter 50 Jahren reserviert. Für die gesamte Belegschaft gilt das zusätzliche Angebot, die wöchentlich Arbeitszeit für drei Jahre um mindestens zehn Stunden zu reduzieren oder sich befristet für maximal drei Jahre freistellen zu lassen.

Über die finanziellen Auswirkungen des Abfindungsprogramms konnte Daimler zunächst keine Angaben machen. Dass das Unternehmen weiterhin Personal abbauen würde, hatte sich indes bereits angedeutet. So hatte Konzern-Chef Dieter Zetsche unlängst in einem Zeitungsinterview gesagt, die Beschäftigtenzahl in den Werken mit dem Stern werde „2010 nennenswert rückläufig sein“.

Wegen der Absatzkrise fährt der zweitgrößte deutsche Industriekonzern einen massiven Sparkurs. Bislang sind die Kosten nach Angaben aus Stuttgart um 3,5 Milliarden Euro gesenkt worden. Dadurch konnte der Hersteller im dritten Quartal einen, wenn auch sehr bescheidenen Gewinn von 56 Millionen Euro nach Steuern einfahren. Immerhin: Für das erste Halbjahr hatte Daimler noch einen horrenden Verlust von rund 2,3 Milliarden Euro ausgewiesen. Die Fortsetzung des ehrgeizigen Sparprogramms auch im kommenden Jahr ist erklärtes Ziel der Konzernführung.

Denn die Krise ist für Daimler noch längst nicht ausgestanden. Der weltweite Absatz von Autos und Nutzfahrzeugen ging im dritten Quartal erneut um 26 Prozent auf 386 500 Fahrzeuge zurück. Der Umsatz sank um 21 Prozent auf 19,3 Milliarden Euro.

Weil die Fahrzeuge mit dem Stern sich insgesamt weiterhin nur schleppend verkaufen, waren Ende September noch 27 000 Mitarbeiter an den deutschen Pkw- und Lkw-Standorten in Kurzarbeit. Für 89 000 Daimler-Werker gilt überdies bis Mitte 2010 eine Arbeitszeitverkürzung um 8,75 Prozent mit entsprechenden Lohneinbußen.

Zugleich wurde der schon seit Jahren andauernde Stellenabbau bei Daimler noch einmal forciert. Der Autobauer hat in den vergangenen Jahren bereits bei Mercedes-Benz Pkw und in der Konzernverwaltung gut 14 000 Jobs gestrichen. Auch bei den nicht ausgelasteten Auslands-Töchtern von Daimler Trucks in Japan und USA wurden zuletzt mehrere Tausend Arbeitsplätze abgebaut. Heute beschäftigt das Unternehmen nur noch knapp 257 000 Mitarbeiter, das sind knapp 10 000 weniger als noch ein Jahr zuvor. Allein in Deutschland schrumpfte die Beschäftigtenzahl im gleichen Zeitraum um 5200 auf 163 500. Dabei trennte sich das Unternehmen vor allem von Zeitarbeitern, schloss Altersteilzeitverträge und ließ frei werdende Stellen unbesetzt. Vereinzelt wurden auch schon Abfindungszahlungen angeboten. Wenn Daimler allerdings nicht bald wieder deutlich mehr Autos, Lkw und Busse absetzt und dauerhaft zurück in die schwarzen Zahlen kommt, drohen ab 2011 ein scharfer Kapazitätsabbau und damit erstmals Massenentlassungen.

Quelle: Rheinische Post

Advertisements

Sorry, the comment form is closed at this time.

 
%d Bloggern gefällt das: