Chronologie der Krise

Wie aus einer Immobilienblase eine Weltwirtschaftskrise wurde…

Deutschland: Weitere Kapitalerhöhung bei der BayernLB?

Posted by hw71 - 22. Oktober 2009


Die österreichische Tochter „Hypo Alpe Adria“ war hier ja schon mehrfach erwähnt worden, siehe z.B. „Deutschland: Razzia bei der BayernLB“ oder alle Artikel hier aus dem Blog zum Schlagwort „Hypo Alpe Adria„.

Gefunden bei de.reuters.com:

BayernLB droht weitere Belastung durch HGAA-Stützung

Donnerstag, 22. Oktober 2009, 14:39 Uhr

München (Reuters) – Der von der Finanzkrise hart getroffenen BayernLB droht neues Ungemach. Die Notwendigkeit einer weiteren Kapitalerhöhung für die österreichische Tochter HGAA könne ausdrücklich nicht ausgeschlossen werden, sagte Bayerns Finanzminister und BayernLB-Chefkontrolleur Georg Fahrenschon am Donnerstag in München.

Die BayernLB sei aber stark genug, um ihren Anteil an einer HGAA-Kapitalerhöhung selbst tragen zu können. Weitere staatliche Hilfen für Deutschlands zweitgrößte Landesbank seien nicht nötig. Zudem kündigte der CSU-Politiker an, dass die Landesbank zehn Milliarden Euro der vom Rettungsfonds Soffin gewährten Garantien zurückgeben werde.

Die BayernLB war 2007 bei der Hypo Group Alpe Adria (HGAA) eingestiegen, legte gut 1,6 Milliarden Euro für zunächst etwas über 50 Prozent auf den Tisch. Weil sich die Münchner mit gut 1,1 Milliarden Euro an Finanzspritzen beteiligten, erhöhte sich ihre Beteiligung auf 67 Prozent. Der Kärntner Bank wurde seit Ende 2006 vier Mal Kapital von ihren Eigentümern zugeschossen – mit einem Volumen von insgesamt 1,55 Milliarden Euro. Weitere 900 Millionen Euro steuerte die Regierung in Wien dazu.

Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise setzt den beiden Instituten kräftig zu. Vergangenes Jahr stand die BayernLB nach Verlusten von fünf Milliarden Euro vor dem Aus und musste mit zehn Milliarden Euro frischem Kapital vom Land Bayern gerettet werden. Während die Münchener mittlerweile wieder Gewinne schreiben, ist die HGAA weiter defizitär. Die Kärntner kämpfen mit einer hohen Risikovorsorge für faule Kredite in Osteuropa. In Finanzkreisen hieß es, wenn sich die konjunkturelle Lage nicht schlagartig bessere, sei eine Finanzspritze unausweichlich.

Weitere Lasten durch die Krise seien aber auch für die BayernLB zu erwarten, weil die Zahl der Unternehmensinsolvenzen steige, sagte Fahrenschon. „Ich warne vor zu großer Euphorie.“ Der Weg sei, vor allem wegen des Sorgenkindes HGAA, schwierig.

Immerhin stabilisiere sich aber die Situation an den internationalen Kapitalmärkten. Zudem zeigten die Hilfen für die BayernLB Wirkung. Von den 15 Milliarden Euro, die die Bank vom Rettungsfonds des Bundes als Garantien für die Emission von Unternehmensanleihen in Anspruch genommen habe, könnten zehn Milliarden Euro zurückgegeben werden, was nun auch geschehe, hieß es weiter. Eine Garantie über fünf Milliarden Euro hatte die BayernLB genutzt. Durch die Rückgabe könne die Bank bis zum Jahresende zwei Millionen Euro einsparen.

Die BayernLB wird derzeit radikal umgebaut – 5600 Stellen fallen weg, die Bank wird in etwa halbiert. Die Europäische Kommission, die die Staatshilfen unter die Lupe nimmt und harte Sanierungsschritte diktieren kann, will laut Fahrenschon bis Ende 2009 ihre Prüfung abschließen. Ursprünglich sollte dies schon vor der Sommerpause geschehen. Finanzkreisen zufolge muss sich die BayernLB dann von Töchtern wie der HGAA und der ungarischen MKB trennen.

Die Landesbank ist derzeit auch im Visier der Staatsanwaltschaft. Die Behörde geht dem Verdacht der Untreue gegen den langjährigen Vorstandschef Werner Schmidt nach. Es wird geprüft, ob er damals zu viel für die HGAA bezahlt und damit der BayernLB geschadet hat. Fahrenschon sagte, der Preis habe innerhalb einer Bandbreite gelegen, die durch Gutachten ermittelt worden sei.

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