Chronologie der Krise

Wie aus einer Immobilienblase eine Weltwirtschaftskrise wurde…

USA: Reader’s Digest meldet Gläubigerschutz an

Posted by hw71 - 25. August 2009


Gefunden bei ftd.de:

Reader’s Digest Insolvenz

Ripplewood-Investoren verlieren Anteile

Das Konsortium hatte den US-Verlag vor zwei Jahren gekauft und steht nun vor dem Nichts: Reader’s Digest meldet Gläubigerschutz an – Ripplewood gehen deshalb die eigenen Anteile und das Investment flöten. Die Übernahme endet im Fiasko.

Der Verlag des weltbekannten Magazins Reader’s Digest hat in den USA Insolvenz angemeldet. Der Konzern aus dem US-Bundesstaat wolle versuchen, sich unter Gläubigerschutz nach „Chapter 11“ des US-Insolvenzrechts zu sanieren, teilte die Reader’s Digest Association am Montag mit.

Der Insolvenzantrag sei Teil eines zusammen mit den Gläubigern aufgestellten Plans zur Reduzierung der Schulden. Das Unternehmen aus dem Bundesstaat New York hatte Anfang vergangener Woche eine grundsätzliche Einigung mit einem Hauptteil seiner Gläubiger erzielt. Demnach soll ein Teil der Schulden von 1,6 Mrd. $ gegen Firmenanteile eingetauscht werden, wodurch die Geldgeber faktisch zum Eigentümer vom Reader’s Digest werden.

Der Verlag war 2007 von einer Investorengruppe, geführt von Ripplewood Holdings, gekauft worden. Die Investoren hatten für Reader’s Digest 1,6 Mrd. $ bezahlt und zusätzlich rund 780 Mio. $ Schulden übernommen. Den Kaufpreis finanzierten sie aus neuen Schulden, die sie dem Verlagskonzern aufbürdeten. Durch die Insolvenz verliert das Konsortium seine Anteile und das eigene Investment von etwa 600 Mio. $.

Zuletzt drohte das Medienhaus seine Kreditvereinbarungen zu brechen. Mit dem nun vereinbarten Deal sinkt der Schuldenstand von 2,2 Mrd. $ auf 550 Mio. $. Das Magazin Reader’s Digest ist nach Konzernangaben die auflagenstärkste verkaufte Monatszeitschrift der Welt. Der Verlag besitzt Büros in 45 Ländern und veräußert zudem Bücher, Musiksammlungen und Videos. Die Geschäfte in Kanada, Lateinamerika, Europa, Afrika, Asien, Australien und Neuseeland sind Konzernangaben zufolge nicht betroffen.

FTD.de, 24.08.2009

© 2009 Financial Times Deutschland, © Illustration: Bloomberg

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