Chronologie der Krise

Wie aus einer Immobilienblase eine Weltwirtschaftskrise wurde…

Deutschland: Für die HSH Nordbank wird es immer enger…

Posted by hw71 - 24. Juni 2009


… und die Probleme mit den Kreditausfällen bei Schiffsfinanzierungen lösen sich auch nicht von heute auf morgen – also auch aus dieser Ecke bekommt die HSH-Nordbank Feuer… 😦

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Gefunden bei ftd.de:

Kein Kapital, keine Garantien

Exklusiv Kiel gibt HSH keinen Spielraum

von Thomas Steinmann (Hamburg) und Meike Schreiber (Frankfurt)

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen hat weitere Kapitalhilfen für die HSH Nordbank ausgeschlossen. Für die angeschlagene Landesbank wird es immer schwerer, wieder rentabel zu werden.

„Wir werden als Land sicherlich nicht mehr die Option haben, neues Kapital einzuschießen, und auch nicht, neue Garantien zu geben“, sagte der CDU-Politiker der FTD. Die HSH hatte wegen Fehlspekulationen am Anleihe- und Hypothekenmarkt 2008 rund 2,7 Mrd. Euro verloren. Sie wird von Hamburg und dem besonders finanzschwachen Schleswig-Holstein bereits mit 3 Mrd. Euro Eigenkapital und 10 Mrd. Euro Ausfallgarantien gestützt. Beide Länder halten nun rund 85 Prozent an der HSH, der Rest verteilt sich auf den US-Finanzinvestor JC Flowers und Sparkassen in Schleswig-Holstein.

Mit seiner Weigerung, auch bei künftigen Schieflagen des Instituts einzuspringen, erhöht Carstensen den Druck auf die HSH, wieder rentabel zu werden. Sie hatte im ersten Quartal vor Steuern weitere 188 Mio. Euro verloren. HSH-Vorstandschef Dirk Jens Nonnenmacher glaubt indes nicht, dass seine Bank noch mehr Kapital benötigt. „Wenn uns der Himmel nicht auf den Kopf fällt, brauchen wir in den nächsten Jahren kein frisches Kapital mehr“, hatte er kürzlich gesagt.

Zugleich nimmt Carstensen mit seiner Aussage indirekt den Bund stärker in die Pflicht, die Landesbanken gegen neue Risiken zu wappnen. Zwar will der Bund den Instituten ermöglichen, ausfallgefährdete Wertpapiere und Geschäftsbereiche in Bad Banks auszulagern. Das entsprechende Gesetz soll in zwei Wochen vom Bundestag verabschiedet werden.

Das Problem aber: Die EU-Kommission verlangt einen zehnprozentigen Abschlag auf alle Wertpapiere, bevor diese in die Bad Bank wandern – eine Forderung, die auch Bundesbankchef Axel Weber unterstützt. Die Finanzbranche klagt indes, dass dann neuer Abschreibungsbedarf entstünde, der wiederum das Eigenkapital schmälere – dabei sollen die Bilanzen eigentlich geschont werden.

Carstensen ließ offen, ob die HSH-Eigentümer die Bad Bank nutzen wollen, falls das Gesetz wie geplant kommt. Alles hänge von den Rahmenbedingungen ab: „Wir sehen die Vorteile. Aber die Nachteile dürfen die Vorteile nicht überwiegen. Am Ende müssen wir rechnen.“ Damit schließt sich Carstensen der Kritik seines bayerischen Amtskollegen Horst Seehofer (CSU) an dem geplanten Bewertungsabschlag an: „Wir müssen Luft bekommen bei der Eigenkapitalausstattung. Das ist doch der Sinn der Übung“, sagte er.

Als weitere Möglichkeit für die HSH, sich am Anleihemarkt auch künftig relativ günstig zu refinanzieren, brachte Carstensen den Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (Soffin) ins Spiel. Der staatliche Rettungsfonds garantiert bereits Zins und Tilgung von HSH-Anleihen über 30 Mrd. Euro. Carstensen nannte es eine Option, den Garantierahmen zu erhöhen. Die Bank selbst glaubt dagegen nicht, dass eine Erhöhung nötig ist.

Nach FTD-Informationen hat die HSH bis Ende Mai 19 Mrd. Euro der Garantien gezogen und immerhin 2 Mrd. Euro zurückgezahlt. Das zeigt, dass sie ohne Staatsgarantie kaum kreditwürdig ist – wie auch die IKB: Die Düsseldorfer Mittelstandsbank hat bereits eine Erhöhung der Soffin-Garantie von 5 Mrd. Euro auf 12 Mrd. Euro beantragt. Beide Institute gehören zu den größten Krisenopfern in Deutschland und fallen in der Kreditwürdigkeit immer weiter zurück hinter jene Banken, die sich zunehmend wieder eigenständig refinanzieren.

1 Mrd. Euro Verlust dank Bad Bank

Die EU verlangt einen Abschlag auf alle Wertpapiere, bevor diese in die Bad Bank wandern – die Landesbanken schäumen. Was passiert, wenn die HSH die Bad Bank nutzen würde, geht aus einer vertraulichen Gesprächsnotiz des Finanzmarktgremiums des Bundestags hervor, das den Rettungsfonds Soffin kontrolliert.

„Sofern die pauschale Abrechnung von zehn Prozent auf die Vermögenswerte in Höhe von circa 20 Mrd. Euro erfolgt, würde selbst nach Freisetzung des gebundenen Eigenkapitals von 500 Mrd. Euro eine Nettobelastung von mehr als 1 Mrd. Euro erfolgen.“ Dann aber könne die vom Soffin geforderte Eigenkapitalquote von sieben Prozent nicht erfüllt werden.

Aus der FTD vom 22.06.2009

© 2009 Financial Times Deutschland

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Eine Antwort to “Deutschland: Für die HSH Nordbank wird es immer enger…”

  1. […] } Siehe auch “Deutschland: Für die HSH Nordbank wird es immer enger…“. Gefunden bei handelsblatt.com: […]

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