Chronologie der Krise

Wie aus einer Immobilienblase eine Weltwirtschaftskrise wurde…

Continental schließt Werke…

Posted by hw71 - 14. März 2009


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Reifenhersteller

Kahlschlag bei Continental

VON CHRISTINE SKOWRONOWSKI

Continental schließt wegen massiver Einbrüche im Reifengeschäft zwei Werke. Ende des Jahres wird die Lkw-Reifenproduktion in Hannover-Stöcken dicht gemacht. Damit schließt der Konzern die letzte am Firmensitz in der niedersächsischen Landeshauptstadt verbliebene Reifen-Fertigungslinie. Betroffen sind davon 780 Beschäftigte.

Auch im französischen Werk Claroix stellt Conti die Produktion ein, allerdings nicht vor März 2010, wie der Konzern betont. Dort müssen 1120 Frauen und Männer um ihre Zukunft bangen. Die Fertigung wird in zwei Schritten geschlossen, die jährliche Produktion um acht Millionen Reifen verringert. Darüber hinaus wird die Fertigung im slowakischen Puchov um ein Fünftel verringert. Insgesamt wird Continental die Reifenherstellung in Europa um 27 Prozent drosseln.

Nach Angaben des Managements gibt es dazu keine Alternative. Die Fabriken seien unterausgelastet, Aufträge für 15 Millionen Pkw-Reifen und 1,7 Millionen Nutzfahrzeugreifen fehlten. Zudem erwartet der Vorstand, dass die Nachfrage in absehbarer Zeit nicht in einem Umfang anzieht, der die Lücke schließen könnte.

Bereits im letzten Quartal 2008 sei der Markt für neue Lkw-Reifen um ein Fünftel eingebrochen, dieser Trend habe sich noch verstärkt. Ähnlich sieht es bei Pkw-Reifen aus. In den ersten beiden Monaten des Jahres habe sich der Rückgang auf 30 Prozent beschleunigt, teilte Conti mit. Bislang habe man den Abschwung durch flexible Arbeitszeiten und -konten, verlängerte Werksferien und Kurzarbeit abfedern können. Dies reiche aber nicht mehr aus, sagte Vorstandsmitglied Hans-Joachim Nikolin.

Der hochverschuldete ContiGroßaktionär Schaeffler ist bei der Bewältigung der aktuellen Probleme keine große Hilfe, da er zu sehr mit eigenen Schwierigkeiten beschäftigt ist. Ein Zukunftskonzept für den angeschlagenen Konzern wird nach Darstellung der Eigentümer noch einige Wochen auf sich warten lassen. In einem Brief an die Belegschaft erklärten Maria-Elisabeth Schaeffler und ihr Sohn Georg, momentan stimmten sie sich mit den Banken über ein gemeinsames Konzept ab.

Die IG Metall Schweinfurt hat indes ein Zukunftskonzept für Schaeffler vorgelegt. Ziel des mit der Firma PCG Projekt Consult entwickelten Plans sei es, die Arbeitsplätze bei Schaeffler zu erhalten.

Demnach sollte das Unternehmen von einer KG in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, der Anteil der Familie Schaeffler auf 25 Prozent begrenzt werden. Derzeit hält Frau Schaeffler 20 Prozent, Filius Georg den Rest. Forderungen der Banken würden in Eigenkapital gewandelt, so dass sie an der Firma mit maximal 50 Prozent beteiligt wären. Der Bund und die Länder mit Schaeffler-Standorten sollten eine Stiftung finanzieren, die mindestens 25,1 Prozent hält.

Der Aufsichtsrat, so der Plan, setzt sich künftig aus zehn Arbeitnehmer- und zehn Arbeitgebervertretern zusammen. Von den Arbeitnehmern wären drei aus der Stiftung zu besetzen. Überall soll die qualifizierte Mitbestimmung gelten. Aus dem Anteil an möglichen Gewinnen würden von Bund und Ländern gestellte Mittel zurückgezahlt, schlägt die IG Metall vor.

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Dokument erstellt am 11.03.2009 um 17:16:02 Uhr
Letzte Änderung am 11.03.2009 um 19:33:25 Uhr
Erscheinungsdatum 12.03.2009

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