Chronologie der Krise

Wie aus einer Immobilienblase eine Weltwirtschaftskrise wurde…

BayernLB droht neues Desaster: österreichische Tochter benötigt 2 Mrd. EUR!

Posted by hw71 - 5. Dezember 2008


Wie war das mit dem „schlechtem Geld gutes hinterherwerfen“???

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Gefunden bei ftd.de:

Probleme in Kärnten

BayernLB droht Desaster in Österreich

von Gerhard Hegmann (München) und Christian Höller (Wien)

Die ums Überleben kämpfende Bayerische Landesbank hat ein neues Finanzierungsproblem. Ihre mit Abstand größte und wichtigste Auslandstochter, die österreichische Hypo Group Alpe Adria, benötigt insgesamt bis zu 2 Mrd. Euro.

Bislang gibt es aber noch keine Einigung unter den Anteilseignern über ihre Finanzierungsbeiträge. Der BayernLB droht, dass sie der Bank bis zu 700 Mio. Euro zuschießen muss.

Die Hypo Group Alpe Adria (HGAA) leidet unter den Folgen der Finanzmarktkrise. Eine außerordentliche Hauptversammlung der in Kärnten ansässigen Bank wurde am Dienstagabend unterbrochen. Sie soll an diesem Freitag fortgesetzt werden. „Es sind noch Fragen zu klären“, sagte eine HGAA-Sprecherin. Vom Gesamtbedarf über 2 Mrd. Euro sollen rund 1,3 Mrd. vom Hilfspaket des österreichischen Staates kommen. Die restlichen 700 Mio. Euro wollten die Eigentümer übernehmen. Das Land Kärnten weigert sich jedoch als Minderheitsaktionär, Geld in die BayernLB-Tochter einzubringen.

Damit könnte die erst im Sommer 2007 für 1,65 Mrd. Euro vom Land Kärnten mehrheitlich erworbene Bank zu einer weiteren Großbelastung für die BayernLB werden. Mit gut 7000 Mitarbeitern und einer Bilanzsumme von rund 38 Mrd. Euro ist die HGAA die sechstgrößte Bank Österreichs. Der Schwerpunkt ihrer Geschäftstätigkeit liegt in den Ländern des Balkans, wo die Risiken aus Kreditgeschäften zuletzt stark gestiegen sind.

Die BayernLB selbst rutscht immer tiefer in die Verlustzone. Den am Mittwoch vorgelegten Zahlen zufolge häufte die Bank von Januar bis September 1,74 Mrd. Euro Verlust vor Steuern bei einer Bilanzsumme von 426,2 Mrd. Euro an. Allein im Finanzergebnis entstand ein Minus von 1,18 Mrd. Euro.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hatte die Lage der BayernLB bereits als „sehr, sehr ernst“ bezeichnet. Das Land Bayern will allein 10 Mrd. Euro frisches Kapital in die Bank pumpen. Die BayernLB wird damit künftig fast vollständig dem Land gehören. Bisher waren die bayerischen Sparkassen mit 50 Prozent beteiligt. Sie wollten das Risiko weiterer Einzahlungen aber nicht mehr übernehmen. Seehofer entschuldigte sich am Mittwoch im bayerischen Landtag für das Milliardendebakel. Es habe bei der BayernLB in der Vergangenheit Fehleinschätzungen der Bank und der Landesregierung gegeben. „Ich möchte mich im Namen der gesamten Staatsregierung entschuldigen“, erklärte Seehofer in seiner ersten Regierungserklärung. Auch die bayerischen Sparkassen entschuldigten sich.

Als die BayernLB die Hypo Alpe Adria kaufte, hieß es, das Institut sei von Altlasten befreit. Derzeit gilt es aber als praktisch unverkäuflich. Schon Ende 2007 mussten die Eigentümer im Zuge einer Kapitalerhöhung 400 Mio. Euro nachschießen. BayernLB-Chef Michael Kemmer hatte jüngst angekündigt, man werde die Tochter einem Restrukturierungsprogramm unterziehen, „um eine wettbewerbsfähige Kosten- und Ertragsstruktur zu erreichen“.

Wie viele Jobs in Österreich wegfallen, steht noch nicht fest. Laut Kemmer soll vor allem die komplexe Struktur überprüft werden. Experten gehen davon aus, dass diverse Tochterbanken und Niederlassungen zusammengelegt werden. Die Hypo betreibt mehr als 370 Standorte in zwölf Ländern.

Wie ausgezehrt die BayernLB derzeit ist, zeigt ein Blick auf das Eigenkapital. Dieses sank – seit Jahresbeginn – um 2,9 Mrd. auf rund 10 Mrd. Euro. Die Kernkapitalquote verringerte sich auf 6,8 Prozent Ende September und soll durch die Finanzspritze des Landes wieder auf acht Prozent steigen.

Der am Mittwoch vorgelegte Zwischenbericht gewann selbst durch die nun erlaubte Bilanzkosmetik nicht an Glanz. Neben dem Verlust bei den Finanzanlagen belastete die Umklassifizierung von Wertpapieren aus dem Handelsbestand in längerfristige Finanzanlagen mit 1,02 Mrd. Euro. Insgesamt wurden Wertpapiere im Umfang von 39 Mrd. Euro umgeschichtet. Wäre die Umbuchung nicht erfolgt, hätte das Minus in der Neubewertungsrücklage im Eigenkapital bei 2,9 Mrd. statt der jetzt ausgewiesenen 1,7 Mrd. Euro gelegen.

Aus der FTD vom 04.12.2008
© 2008 Financial Times Deutschland, © Illustration: reuters

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2 Antworten to “BayernLB droht neues Desaster: österreichische Tochter benötigt 2 Mrd. EUR!”

  1. […] “BayernLB droht neues Desaster: österreichische Tochter benötigt 2 Mrd. EUR!“ […]

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