Die Wahrheit über Jörg Asmussen
Posted by hw71 - 17. Oktober 2008
Seit einigen Tagen geistert immer wieder der Name „Jörg Asmussen“ durch die Gazetten. Meist in verbindung mit Peer Steinbrück und dem Rettungspaket der Bundesregierung für die deutsche Finanzwirtschaft. Jörg Asmussen wird dabei als der „Mann im Hintergrund“ dargestellt, der die Fäden zieht und das Rettungspaket geschnürt hat – also quasi der „Retter in der Not“.
Obwohl ich nun in der ganzen Sache alles andere als „fit“ bin und letztendlich nur Konsument bin, was sich andere schlaue Leute in diversen Blogs, Internetforen oder eben der „Systempresse“ so zusammenreimen, hatte ich ein ganz anderes Bild von diesem Herrn Asmussen im Gedächtnis – nämlich als die Person, die vor einigen Jahren gerade das ABS-Geschäft in der deutschen Finanzbranche forciert hat – also genau die Finanzprodukte, die (neben anderen) für die aktuellen Probleme verantwortlich sind. Außerdem saß dieser Mann seinerzeit bei der zwischenzeitlich pleitegegangenen IKB-Bank im Aufsichtsrat und hätte somit schon viel eher eingreifen können.
Nun fand ich endlich mal einen Artikel, der den zwischenzeitlich zum Staatssekretär beförderten Amussen und seine Machenschaften in’s recht Licht rückt.
An diesem Beispiel zeigt sich deutlich, wie Desinformation in der Bevölkerung gestreut werden kann (ob nun bewusst oder unbewusst sei dahingestellt).
Gefunden bei wz-newsline (Hervorhebungen von mir hinzugefügt):
15. Oktober 2008 – 20:33 Uhr
Jörg Asmussen: Zweifelhafter Retter in der Not
von Horst Kuhnes
Der Finanzstaatssekretär gilt als Architekt des Rettungspaketes.
Berlin. In manchen Medien wird Finanz-Staatssekretär Jörg Asmussen (41, SPD) derzeit als „Architekt des Milliarden-Rettungspaketes“ für das in die Krise geratene Finanzwesen gefeiert, als absoluter Experte und unermüdlicher Arbeiter mit 20-Stunden-Schichten.
Doch der Mann, der bereits bei Ex-Bundesfinanzminister Theo Waigel als Referent arbeitete, dann mit Oskar Lafontaine und schließlich Büroleiter bei Hans Eichel war, ehe er von Peer Steinbrück zum Staatssekretär befördert wurde, hat keineswegs eine unbefleckte Vergangenheit. Im vergangenen Sommer geriet er erstmals in die Kritik.
Da fragten sich manche Politiker, warum die hochriskanten Geschäfte und Milliardenverluste der IKB-Bank, für die nun der Steuerzahler gerade stehen muss, vom IKB-Aufsichtsratsmitglied Asmussen nicht verhindert, sondern angeblich sogar gefördert wurden.
Zuvor hatte Asmussen nämlich in einem Aufsatz für die „Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen“ geschrieben: „Dabei war uns stets wichtig, dass sich auch der Markt für Asset Backed Securities (ABS) in Deutschland stärker als bisher entwickelt.“
Riet Asmussen der IKB-Führung zu riskanten Geschäften?
Und in ABS-Geschäften soll auch die Düsseldorfer IKB stark engagiert gewesen sein – angeblich auf Anraten Asmussens. Das Grundprinzip dieser Geschäfte besteht darin, dass ein Unternehmen oder eine Bank illiquide, nicht marktfähige Vermögenswerte (überwiegend Forderungen) an eine ausschließlich zu diesem Zweck gegründete Firma überträgt und dafür liquide Mittel erhält.
Diese Mittel stammen aus der Emission von ABS-Wertpapieren, die entweder von der als SPV bezeichneten Firma (engl. Special Purpose Vehicle = Einzweckgesellschaft) direkt an institutionelle Investoren verkauft oder am Kapitalmarkt gehandelt werden.
Asmussen saß im IKB-Aufsichtsrat als Vertreter des Bundesfinanzministeriums, wo er seinerzeit als Leiter der Abteilung VII sinnigerweise die Dienstaufsicht über die BaFin führte, die wiederum die Vorgänge um den Zusammenbruch der IKB untersuchte – Asmussen kontrollierte sich damit gleichsam selbst.
Diese Rolle Asmussens wurde öffentlich nie geklärt, weil unmittelbar nach dem Zusammenbruch der IKB weitere, schlimmere Banken-Nachrichten in den Fokus gerieten. Nachrichten, die zu dem milliardenschweren Rettungspaket führten, das ausgerechnet maßgeblich von Jörg Asmussen geschnürt wurde.
Doch Asmussen engagiert sich weiter für „moderne Finanzinstrumente“. Er ist nämlich Gründungsmitglied der TSI GmbH. Hinter dem unscheinbaren Namen verbirgt sich letztlich eine Lobby-Firma, an der solch renommierte Kreditunternehmen wie die WestLB und die Bayern LB beteiligt sind.
Geschäftsziel der GmbH: Die wirtschaftspolitische Öffentlichkeit von der Bedeutung des Themas ABS für die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands zu überzeugen.
Eine Antwort zu “Die Wahrheit über Jörg Asmussen”
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