Chronologie der Krise

Wie aus einer Immobilienblase eine Weltwirtschaftskrise wurde…

Mit ‘Cobold-Anleihe’ verschlagwortete Einträge

Unglaublich: JETZT stellt sich der Spiegel hin und sagt, dass die Krise keineswegs überraschend kam!!!

Verfasst von hw71 am 17. November 2008

Das ist einfach unfassbar: zu einer Zeit, als die Krise schon längst am Laufen war, klebten die Mainstream-Medien noch an den Lippen derer, die das Blaue vom Himmel runterlogen und ihr „alles wird gut“-Mantra vor sich hinbrabbelten. Fragt sich nur, warum Spiegel & Co. nicht schon viel früher mal ihren Hintern bewegt und vernünftige Recherche betrieben haben?

Ich erinnere nur an Jörg Ackermann, der mehr als einmal „das Ende der aktuellen Krise“ sah – und Zeitungen wie Spiegel übernahmen diese Aussagen blind ohne diese auch nur ein mal zu hinterfragen – oder die Herren Banker (nach entsprechender Recherche) mal mit den Fakten zu konfrontieren!!!

Ich habe mal ein wenig im Archiv gekramt… So ein Blog ist doch was feines ;o)

Wo war denn die tolle Recherche von Spiegel, als der Herr Ackermann z.B. Folgendes zum Besten gab:


Der Bankchef äußerte sich insgesamt optimistisch, dass nach der SachsenLB und der Mittelstandsbank IKB keine weiteren Krisenfälle auftreten sollten. Alle größeren Risiken seien mittlerweile transparent gemacht worden. „Ich gehe davon aus, dass hier keine größeren Zeitbomben ticken“, betonte Ackermann. Er zeigte sich auch zuversichtlich, dass die Investoren bald wieder an die Kreditmärkte zurückkehren. „Dann kann sich sehr schnell die Lage etwas beruhigen“, sagte er.

Das war – man höre und staune – aus einem Blog-Eintrag vom 20.09.2007 aus dem damaligen Angebot von spiegel.de!

Und jetzt will genau diese Zeitschrift also endlich mal recherchiert und den üblen Schuldigen „nachgespürt“ haben? Klasse sag ich da nur! Die Rentner, von denen im nachfolgenden Artikel berichtet wird, hätten sicher mehr davon gehabt, wenn der spiegel mal 12 – 18 Monaten FRÜHER seine Hausaufgaben gemacht hätte, anstatt genau den Leuten, die er jetzt als Schuldige in seiner tollen „Recherche“ identifiziert hat, in den Allerwertesten zu kriechen (sorry)!

Diese Zusammenhänge zwischen Immobilienblase in den USA und Rentner in z.B. Deutschland hätte man schon vor Jahren im Netz finden können – wenn man denn nur gewollt hätte. Und dann stellt sich der Spiegel noch hin und schreibt, dass ein Redakteur (Beat Balzli) im Juli letzten Jahres von JP Morgan Chase gesagt bekam, dass die Lage am amerikanischen Immobilienmarkt „schlimmer sei, als die Leute glaubten“. Stellt sich für mich die Frage, warum der gute Beat Balzli da nicht mal nachgehakt hat. Im Juli 2007 hätte er mit einer simplen Google-Abfrage wie z.B. „Immobilienblase USA“ tausende Treffer erhalten…

Aber hauptsache, sie haben JETZT mal recherchiert! Danke lieber spiegel – ich werde mir das aktuelle Heft ganz bestimmt NICHT kaufen – auch wenn da mehr über Eure tolle Recherchearbeit zu lesen ist. Der Informationsgehalt dürfte stark gegen „0″ gehen.

OK, ich sollte mich vielleicht erstmal ein wenig beruhigen… ;o)

Gefunden bei spiegel.de:

16. November 2008, 17:01 Uhr
TATORT FINANZMARKT

Ein Krimi, der die Welt verändert

Von Ansbert Kneip

Die globale Finanzkrise kam keineswegs überraschend. Wer den Weg in die Katastrophe rekonstruiert, stößt auf eine Kriminalstory unvorstellbaren Ausmaßes: mit skrupellosen Zockern, einfallsreichen Jongleuren, düsteren Propheten. Der SPIEGEL hat ihr nachgespürt – Protokoll einer Recherche.

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