Chronologie der Krise

Wie aus einer Immobilienblase eine Weltwirtschaftskrise wurde…

Deutschland: ThyssenKrupp mit „unerwartet“ hohem Verlust…

Verfasst von hw71 am 13. November 2009

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Wirtschaftskrise

Thyssen erleidet hohen Verlust

Von Wilfried Behr, 13.11.09, 20:07h

ThyssenKrupp hat mit der Wirtschaftskrise stärker zu kämpfen als bislang befürchtet. 2,4 Milliarden Euro Vorsteuerverlust stehen nach dem Geschäftsjahr 2008/2009 zu Buche. Eine Stabilisierung erwartet der Konzernchef dennoch.

DÜSSELDORF – Den Stahlriese ThyssenKrupp hat die Wirtschaftskrise stärker getroffen als befürchtet. Gegenüber den letzten Rekordabschlüssen brach die Ertragslage um über fünf Milliarden Euro ein. Das Geschäftsjahr 2008/2009 (30.9.) schließt ThyssenKrupp nach eigenen Angaben mit einem Vorsteuerverlust von 2,4 Milliarden Euro ab. Trotzdem sollen die Aktionäre 30 Cent Dividende je Aktie erhalten.

Von der Ausschüttung profitiert vor allem die vom Ruhrgebietspatriarchen Berthold Beitz geführte Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, die mehr als 25 Prozent der Aktien hält. Zur Finanzierung ihrer kulturellen und karitativen Projekte benötigt sie regelmäßige Einkünfte. Thyssen-Krupp kann sich die Dividendenzahlung nach Ansicht von Konzernchef Ekkehard Schulz leisten, weil der Konzern über Liquidität von 9,8 Milliarden Euro verfügt. Dieser Puffer müsste ausreichen, um durch die Krise zu kommen und mögliche neue Geschäftsdellen zu überstehen, sagte Schulz in Düsseldorf.

Der Konzernchef erwartet für dieses Geschäftsjahr eine Stabilisierung des Umsatzes auf dem 2008/2009 erreichten Niveau von 40,6 (Vorjahr: 53,4) Milliarden Euro. Gleichwohl soll es beim Ergebnis einen erneuten „Swing“ in die schwarzen Zahlen geben. Abschließen will Schulz die Periode 2009 / 2010 mit einem Überschuss in dreistelliger Millionenhöhe. Der Konzernumbau mit der Abschaffung von Geschäftsebenen und der Straffung der Verwaltungen bringt Kosteneinsparungen von 1,5 bis zwei Milliarden Euro. Die Belegschaft schrumpfte binnen Jahresfrist um fast 12.000 auf noch 187.500 Mitarbeiter.